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Augsburg

04.01.2020

Diese Augsburger wollen 2020 richtig durchstarten

Marcel Heitvogt und seine Partnerin Patricia Wolf freuen sich, dass die Gäste ihr Lokal Fresh Korner in Pfersee annehmen.
Bild: Fresh Korner

Marcel Heitvogt, Margit Uhr, Melina Dollinger und Wolfgang März stellten sich 2019 einer neuen beruflichen Herausforderung. Was sie sich jetzt vorgenommen haben.

Als die Familie Schenk im Februar ihr traditionsreiches Café in Pfersee für immer zusperrte und ihre Produktionsstätte nach Kriegshaber verlagerte, waren viele Stammgäste wehmütig. Für einen jungen Mann bedeutete das Ende dieser Ära einen Neuanfang: Marcel Heitvogt eröffnete in einem Teil der Räume an der Luitpoldbrücke das Lokal „Fresh Korner“. Der 29-Jährige, der nach seinem Studium als Ernährungscoach und Personaltrainer arbeitete, setzt dort seit Mai auf „gesundes Frühstück und Mittagessen“.

Das Angebot vom Smoothie über den Salat bis zum Vollkornwrap scheint bei den Gästen anzukommen. „Wir fahren eine komplett andere Schiene als unsere Vorgänger“, sagt Heitvogt. Umso mehr freue es ihn, dass auch ehemalige Schenk-Kunden sich seine Kreationen und die ausschließlich alkoholfreien Getränke schmecken lassen.

Der junge Gastronom bereut den Sprung in die Selbstständigkeit nicht. Er würde ihn jederzeit wieder machen, auch wenn er mit viel Arbeit verbunden sei. Heitvogt steht nicht nur während der Öffnungszeiten in der Küche des „Fresh Korner“, sondern teilweise auch an den künftig zwei Ruhetagen. Denn er will seinen Abhol- und Lieferservice in diesem Jahr ausbauen und auf ganz Deutschland ausdehnen. Auch auf neue Gerichte dürfen seine Kunden gespannt sein. Der leidenschaftliche Koch ist „viel am Herumexperimentieren“.

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Margit Uhr bricht eine Lanze für Oberhausen

In gewisser Weise ist auch Margit Uhr am Herumexperimentieren. So rief die 46-jährige Bildungsreferentin der Pfarreiengemeinschaft Oberhausen-Bärenkeller im Advent „Lebendige Haltestellen“ ins Leben, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. „Wir wollen raus aus der Komfortzone Kirchenraum, um den Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und Religion auf Augenhöhe zu begegnen“, sagt Uhr. Für die Sozialpädagogin war die vorweihnachtliche Aktion eine gute Gelegenheit, ihre beiden Stadtteile kennenzulernen. Nach 20 Berufsjahren auf Diözesanebene verspürte sie den Wunsch, „an der Basis“ zu arbeiten. Seit vergangenem September zählt sie als Nachfolgerin von Bernhard Stappel zum pastoralen Team der Pfarreiengemeinschaft – und bricht gleich eine Lanze für Oberhausen. Sie nehme den Stadtteil mit seinen unterschiedlichen Vierteln als sehr bunt und lebendig wahr.

Bildungsreferentin Margit Uhr will in der Pfarreiengemeinschaft Oberhausen-Bärenkeller neue Wege gehen.
Bild: Annette Zoepf

Margit Uhr will das Kennenlernen in diesem Jahr intensivieren. „Ich will mit vielen Gruppen in Kontakt kommen und zeigen, dass Kirche Raum für Begegnung bietet.“ Sie empfindet ihre neue Aufgabe als Berufung. Denn auch in ihrer Freizeit engagiert sich die Ehefrau und zweifache Mutter in ihrem Heimatort Horgau in der Kirche – als Pfarrgemeinderätin.

Melina Dollinger hat einen kürzeren Weg an ihren neuen Arbeitsplatz. Von ihrer Wohnung in Pfersee braucht sie meist nur einige Minuten, bis sie die Grundschule Kriegshaber erreicht. Die 26-jährige Lehrerin ist glücklich, nach ihrem Referendariat in ihrer Heimatstadt eine Stelle bekommen zu haben.

Dass es Augsburgs größte Grundschule geworden ist, schreckt Dollinger nicht. Im Gegenteil: „Ich genieße es, im Kollegium viele Ansprechpartner zu haben. Die tolle Atmosphäre im Haus macht mir das Eingewöhnen leicht.“

Melina Dollinger mag die Leseinsel in Kriegshaber

Ein Kompliment hat die verheiratete Pädagogin auch für ihre 20 Erstklässler parat. Sie wünsche sich, dass die Mädchen und Jungen weiterhin mit so viel Freude und Humor in die Schule kommen. „Die Kinder sind so neugierig und begeisterungsfähig“, sagt sie. Diese Eigenschaften nimmt Melina Dollinger auch bei den Besuchen der Leseinsel wahr. Überhaupt bezeichnet sie die Bibliothek als ihren Lieblingsort an der Grundschule Kriegshaber: „Sie bietet so tolle Möglichkeiten, beispielsweise das Bilderbuchkino.“

Melina Dollinger besucht mit ihren Erstklässlern besonders gerne die Leseinsel in der Grundschule Kriegshaber.
Bild: Annette Zoepf

Mit Büchern hat Wolfgang März an seiner Wirkungsstätte weniger zu tun. Vielmehr ist er zusammen mit seinem 15-köpfigen Team dafür verantwortlich, dass seine Kunden täglich ein vielfältiges und frisches Angebot vorfinden. März ist der Chef des neuen Edeka-Marktes im Bärenkeller, wo seit Ende Oktober auf 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche rund 16.000 verschiedene Artikel angeboten werden. Nach dem großen Ansturm in den ersten Tagen sei es ruhiger geworden, muss der selbstständige Kaufmann feststellen. Groß waren seine Erwartungen, was die Akzeptanz des Supermarkts in einem Stadtteil anbelangt, der in Sachen Nahversorgung seit Langem chronisch unterversorgt ist. Manche Bärenkeller hätten sich offenbar schon so daran gewöhnt, in anderen Stadtteilen oder sogar in Neusäß einzukaufen, sucht Wolfgang März eine Erklärung für den noch etwas zurückhaltenden Zuspruch.

Wolfgang März wünscht sich Stammkunden im Bärenkeller

Gleichwohl ist der 54-Jährige lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass es im Einzelhandel „nicht von Null auf Hundert“ gehen kann und man Ausdauer und Geduld mitbringen muss. „Für uns ist es in diesem Jahr wichtig, den Anteil der Stammkunden auszubauen“, sagt er. Das möchte er unter anderem mit einer Optimierung des Sortiments erreichen. Wenn es irgendwie möglich sei, gehe er auf Kundenwünsche ein. Und da sind ja auch noch seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zu einem guten Team zusammengewachsen seien und ihn optimistisch in die Zukunft blicken lassen.

Wolfgang März schätzt im neuen Edeka-Markt im Bärenkeller den Kontakt zu seiner Kundschaft.
Bild: Annette Zoepf

Händler Wolfgang März hofft zudem, dass es 2020 mit dem anvisierten Fuß- und Radweg von der Bärenstraße zu seinem Edeka am Zaunkönigweg klappt. Dadurch würde die Strecke zum Supermarkt für viele Bürger verkürzt und ein Anreiz geschaffen, nicht zum Einkaufen ins Auto zu steigen und ins Umland zu fahren.

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