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Basketball

13.04.2020

Diese Lehren zieht das TVA-Team aus der Saison

TVA-Spielmacher Alexander Chalusiak (rechts) und Trainer Florian Martini (links) wollen in der kommenden Saison von Beginn an überzeugen.
Bild: Fred Schöllhorn

Trotz schwacher Hinrunde bleibt der TV Augsburg in der 2. Regionalliga Süd. Was sich künftig ändern soll

Ende Januar fällte Florian Martini ein hartes Urteil. „Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind“, sagte er damals, „sind wir nicht gut genug für diese Liga“. Martini sprach aus, was Zahlen belegten. Die Basketballer steckten in einer Krise, lediglich drei Siege hatten sie in 13 Begegnungen errungen, sie zierten in der 2. Regionalliga Süd das Tabellenende und taumelten dem Abstieg entgegen.

Knapp drei Monate später hat sich die Stimmung grundlegend verändert. Tristesse ist Zuversicht gewichen, die Augsburger werden auch in der kommenden Saison in der fünfthöchsten Spielklasse mitwirken. Martinis Mannschaft hatte zuletzt einen beeindruckenden Lauf hingelegt, hatte gegen Konkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib gewonnen und sich eine blendende Ausgangsposition erarbeitet: Mit vier weiteren Teams war der TVA punktgleich, er hatte einen sogenannten „Lauf“ und freute sich auf Endspiele im Abstiegskampf.

Sportlich mussten die Klubs nicht mehr eingreifen

Doch sportlich mussten die Klubs nicht mehr um den Ligaverbleib ringen, die Corona-Pandemie sorgte für ein abruptes Ende der Saison. Mitte März zog der Bayerische Basketball Verband (BBV) Konsequenzen. Es sei traurig, die Saison nicht zu einem sportlichen Abschluss bringen zu können, aber die Verhältnisse ließen das nicht mehr verantwortbar zu, begründete BBV-Präsident Bastian Wernthaler. Folge: nur Aufsteiger, keine Absteiger. Für die 2. Regionalliga Süd bedeutet das konkret: Der uneinholbare Tabellenführer TSV Unterhaching steigt auf, Augsburg und alle anderen Mitstreiter halten die Klasse.

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Auch wenn die Emotionen, es aus eigener Kraft geschafft zu haben, am Schluss fehlten, aufgrund des Saisonverlaufs können sich Augsburgs Spieler und Trainer über den Klassenerhalt freuen. „Wir haben die Wende selbst geschafft, Selbstsicherheit und Konzentration waren am Ende auf einem so hohen Niveau. In der Nachbetrachtung hatten alle ein sehr gutes Gefühl.“

Martini kann dem Spannungsbogen, der sich über Aufstiegseuphorie, zwischenzeitliches Tief und finales Hoch erstreckte, Positives abgewinnen. Der gute Eindruck der vergangenen Wochen bleibt, diese vielversprechende Grundstimmung möchten Coach und Spieler nutzen. Sie wollen Lehren aus der Premierensaison ziehen, um sich Enttäuschungen künftig zu ersparen. Eine Erkenntnis: Die Selbsteinschätzung war zu hoch. „Wir haben gesehen, dass die Anforderungen höher waren, als wir glaubten.“

In einer Telefonkonferenz hat man sich bereits ausgetauscht. Für alle Beteiligten steht grundsätzlich fest, sie wollen in dieser Konstellation weiterhin zusammenarbeiten und Erfolg haben. Das Gros der Mannschaft will zusammenbleiben, vom knapp zehn Spieler umfassenden Mannschaftsstamm wollen alle weitermachen. Für Martini ein wichtiges Signal. Dass er Trainer bleibt, gilt als wahrscheinlich, ist final aber nicht entschieden. Thomas Grünwald soll Co-Trainer bleiben.

Trainer Martini hat im Team ein Umdenken festgestellt

Prinzipiell hat Martini ein Umdenken festgestellt, die Herangehensweise seiner Mannschaft ist weitaus professioneller. Basis des Erfolgs bleibt der Spaß, die Lust am „Zocken“. Die Spieler sehen sich aber nicht mehr als Teil einer reinen Hobbymannschaft, der Ehrgeiz scheint sie gepackt zu haben. Dieser Tage halten sie sich selbstständig fit und wollen sich wesentlich gezielter als in den vergangenen Jahren auf die kommende Spielzeit vorbereiten. Die Bereitschaft, sich fit zu halten, auch mehr Vorbereitungsspiele zu bestreiten, sei jetzt da, beschreibt Martini. Jeder hätte „Bock“ und wolle die nächste Saison ernster nehmen. „Damit wir nicht wieder auf die Mütze kriegen“, wie Martini es nennt.

Mitte September soll die nächste Spielzeit beginnen. Die Mannschaft sieht Martini dafür personell gut aufgestellt. Auch wenn er Bedarf auf der Center-Position sieht, um körperlich besser mithalten zu können. „Wir brauchen einen Großen“, betont er. Mittelfristig spricht sich Martini für eine Verjüngung des Teams aus. Leistungsträger seien am Zenit, zudem seien sie keine 20-jährigen Studenten mehr, sondern in einem Alter, in dem der Beruf absolute Priorität genießt.

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