1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Diese Neuheiten locken Tausende auf den Plärrer

Augsburg

23.04.2019

Diese Neuheiten locken Tausende auf den Plärrer

Tausende Besucher kamen bereits am ersten Wochenende auf den Augsburger Osterplärrer.
Bild: Annette Zoepf

Was Besucher zur Achterbahn "Alpen Coaster" und zu Kaviar und Schampus in der "Doppelbock-Alm" sagen – und weshalb man diesmal besonders viel flirten kann.

Tausende Besucher strömten am Wochenende bei strahlendem Wetter zum Augsburger Osterplärrer. Die Schausteller sprachen am Ostermontag von einem sehr guten Auftakt und einer "harmonischen Stimmung" auf Schwabens größtem Volksfest. Wie kommen die Neuheiten beim Publikum an? Und was steckt hinter der neuen Dating-Aktion "Plärrer in Love"?

Neu auf dem Festgelände ist die Achterbahn "Alpen Coaster". Dort herrschte reger Andrang. Viele Erwachsene, Jugendliche und Kinder wollten mit den Wagen von ganz oben hinunter in die Tiefe rattern – mit einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 60 Stundenkilometern auf einer Länge von 680 Metern. Walter Schmölzer aus Augsburg hat es gefallen. "Es war kurz, aber gut." Auch die Musik mit Oldies und Schlagern an der Achterbahn fand er toll. Diese Musik könne es auf dem Plärrer mehr geben, sagte er. Nico Heidenreich testete die Achterbahn mit Tochter Kara. Er sagte, "man ist in den Bügeln nicht so eingezwängt und hat ein gutes Fahrgefühl." Auch Besucherin Shpresa Kara und Töchterchen Anisa waren angetan: "Es war gut und es können schon relativ kleine Kinder mitfahren." Für die sechsjährige Anisa war es eine Premiere. In diesem Jahr durfte sie zum ersten Mal vom Kinderkarussell auf die Achterbahn wechseln. Auch der Betreiber des Alpen Coaster war zufrieden mit dem Geschäft zum Plärrerauftakt. Willi Vorlop sagt, er habe viel Aufwand betrieben, um seine Anlage in Augsburg in bayerischer Aufmachung zu präsentieren –mit einem großen Löwen, einem kleinen Springbrunnen, Deko-Herzen und passender Musik.

Eine Dose Kaviar für 650 Euro in der "Doppelbock-Alm"

Neues gibt es auch in der Gastronomie am Plärrer. Festwirt Helmut Wiedemann serviert in seiner Doppelbock-Alm neben Hendl und Bier zum ersten Mal Kaviar. Eine 250-Gramm-Dose mit Beilagen kostet in seiner Almhütte 650 Euro. Dazu passend kann man Champagner trinken. Wiedemanns Auswahl reicht bis zu einem Preis von 490 Euro pro Flasche. Das ist mehr als viele Leute im Monat beim Jobben verdienen. Welche Zielgruppe hat er dafür im Blick? Oder sind Champagner und Kaviar eher als Marketing-Gag zu verstehen? Denn das dritte Festzelt auf dem Plärrer soll sich von den anderen abheben. So hat es der Stadtrat beschlossen.

Wiedemann sagte, "ich will kein elitäres Publikum, sondern Gäste von 25 Jahren aufwärts, die gerne feiern und trotzdem wissen, wie man sich benehmen muss". Er sei fest überzeugt, dass der Kaviar und auch sein teuerster Champagner Vintage Dom Perignon Abnehmer finden wird. In Augsburg gebe es viele Leute, die sich diese Preise leisten können. Und auch für dieses Publikum will er ein gastronomisches Angebot machen.

Viele Besucher in der Doppelbock Alm hatten am Sonntag aber eher Lust auf etwas Deftiges. Florian Ziermeier bestellte sich ein Schnitzel mit Pommes. Seine Meinung: "Kaviar braucht man auf dem Plärrer nicht unbedingt, eine Mass Bier passt besser." Tobias Lammert sagte, "wer es unbedingt will, soll es sich leisten, aber ein Augsburger braucht so etwas nicht, wir Schwaben müssen sparen."

Bürgermeisterin Eva Weber brauchte zwei Schläge zum Anzapfen.
Bild: Annette Zoepf

Neu war am Osterplärrer auch der Zeitpunkt für den offiziellen Fassanstich im Binswanger-Zelt. Der Termin wurde vom bisher üblichen Sonntagvormittag auf 17 Uhr verlegt. Zu diesem Zeitpunkt ist auf dem Plärrer mehr los. Bürgermeisterin Eva Weber zapfte routiniert mit zwei Schlägen an. Sie vertrat Oberbürgermeister Kurt Gribl, der im Urlaub ist. Weber findet die neue Regelung gut. Sie sagte, in einem vollen Bierzelt fühle sie sich viel wohler als vormittags allein mit Stadträten, auch wenn sie die Kollegen sehr schätze.

Plärrer: Was für den Anstich am Nachmittag spricht

Bei Gästen im Festzelt gab es unterschiedliche Einschätzungen. Thomas Fürgut sagte, "ein Fassanstich am späten Nachmittag ist netter, das passt". Auch Tobias Prohaska fand den späten Termin besser. Er könne an Ostern aus familiären Gründen nicht früher auf den Plärrer kommen und nun zum ersten Mal den Anstich miterleben. Josef Schmidt aus Dachau meinte, "mir ist das wurscht, Politiker interessieren mich nicht".

Und was hat es mit einer weiteren Neuheit auf sich – der Aktion "Plärrer in Love"? Josef Diebold erklärt das Dating-Angebot für Besucher, die gerne flirten. Die Schausteller organisieren es zum ersten Mal in Kooperation mit Partnern am Donnerstag, 25. April. Wer mitmachen will, bekommt an diesem Tag am Haupteingang zum Volksfest ein Herz zum Ankleben, Männer ein blaues Herz, Frauen ein rotes. Wenn sich Paare finden und zusammen ein Fahrgeschäft besuchen, bekommen sie zwei Freifahrten bei verschiedenen Anbietern, so Diebold, an Imbissständen gebe es für solche Dating-Paare an diesem Tag Ermäßigungen.

BG_Anstich_29.jpg
34 Bilder
Sonne satt zur Eröffnung des Osterplärrers in Augsburg
Bild: Annette Zoepf

Der Schausteller-Sprecher freute sich über einen insgesamt friedlichen Plärrerauftakt. Die Augsburger Polizei ist auf der Plärrerwache präsent, um für Sicherheit zu sorgen. Sie wird von der Bereitschaftspolizei unterstützt. Am Ostersonntag mussten die Einsatzkräfte die Wirtsleute im Binswanger-Zelt unterstützen. Dort sei es gegen 18.45 Uhr zu einem verbalen Streit mit acht Gästen gekommen, so die Einsatzzentrale. Die Bereitschaftspolizei habe einen Platzverweis für die betroffenen Gäste durchgesetzt. "Wir hatten alles im Griff", sagte ein Sprecher der Augsburger Polizei.

Der Plärrer dauert noch bis 5. Mai, geöffnet ist Montag bis Donnerstag von 12 bis 23 Uhr, freitags von 12 bis 23.30, samstags von 10.30 bis 23.30 und am Sonntag von 10.30 bis 23 Uhr.

In unserem neuen Podcast "Augsburg, meine Stadt" hören Sie, wie sich Einzelhandel und Gastronomie in Augsburg entwickeln:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren