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Augsburg

20.09.2019

Diese vier Männer wollen mit Wasserstoff Erfolge erzielen 

Sie treiben die Zukunftstechnologie Wasserstoff in Augsburg mit an, von links: Marc Grünewald, Frank Zimmermann, Joachim Herrmann und Heinrich Gärtner.
Bild: Leonie Küthmann

H-Tec Systems produziert Geräte, die Strom aus erneuerbaren Energien in Wasserstoff umwandeln. Jetzt engagiert sich auch MAN Energy Solutions in diesem Geschäftsfeld.

Der Firmenstandort liegt inmitten der Umweltmeile in Lechhausen. Die hauseigene Adresse „Am Mittleren Moos 46“ verbindet auf direktem Weg die enge Verbindung zum großen Themenfeld Umwelt. Seit Frühjahr 2018 hat die Firma H-Tec Systems hier ihr Domizil. Das Unternehmen sitzt in jenem Gebäude, in dem das Bayerische Institut für angewandte Umweltforschung und – technik, kurz BIfA, angesiedelt ist.

H-Tec Systems stellt Elektrolyseure her. Mit denen lässt sich Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind oder Sonne in grünen Wasserstoff umwandeln. Wasserstoff ist als emissionsfreier Treibstoff unter anderem für die Industrie interessant – zum Beispiel für Lastwagen, Autos oder um später wieder Strom oder Wärme zu erzeugen. Wasserstoff dient zudem als Ausgangsbasis für die Gewinnung klimaneutraler Gase, wie etwa grünes Erdgas. Wobei es dabei noch vieler Investitionen bedarf.

H-Tec Systems nimmt seit den Anfängen in Augsburg eine rasante Entwicklung, Personal wird aufgebaut. Allein seit März dieses Jahres sind zehn weitere Beschäftigte eingestellt worden. Dazu gehören Mechatroniker, Ingenieure und Physiker. Zwischenzeitlich sind es 36 Mitarbeiter, die sich auf die beiden Standorte in Augsburg und Stapelfeld (Schleswig-Holstein) verteilen. Die Musik spielt in erster Linie in Schwaben, zumal Augsburg jetzt auch zum Firmensitz erkoren wurde. Von hier aus soll in den nächsten Jahren eine Erfolgsgeschichte geschrieben werden. Das ist der ehrgeizige Plan des Unternehmens, das sich im Umweltsektor engagiert.

Produktionshalle ist in Lechhausen

Augsburg setzt auf Wasserstoff. Die Produktionsstätte für Produkte aus dem Haus H-Tec Systems ist in einer Halle auf dem großen Firmengelände in Lechhausen untergebracht. In der Halle stehen derzeit drei große Anlagen, die demnächst ausgeliefert werden. Drei Folgeaufträge sind zudem unterschrieben. Es ist ein hochkomplexes Terrain, in dem H-Tec Systems operiert. Um die Bedeutung der momentan gefertigten Anlagen einzuordnen, reicht ein Blick auf den Verkaufspreis. Er liegt bei mehr als einer halben Million Euro pro Gerät.

So sieht das Innenleben der Elektrolyseure aus.
Bild: Leonie Küthmann

Größere Anlagen seien in Zukunft durchaus denkbar, sagen Frank Zimmermann (Vertrieb) und Joachim Herrmann (Technik). Das Unternehmen hat starke Partner an der Seite. Im März hat MAN Energy Solutions, besser bekannt unter dem früheren Namen MAN Diesel&Turbo, einen 40-prozentigen Anteil am Elektrolyse-Unternehmen übernommen. Das Geschäftsfeld mit Wasserstoff sei für MAN Energy Solutions hochinteressant, sagt Firmenvertreter Marc Grünewald. Der Leiter für dem Bereich Geschäftsentwicklung sieht in Augsburg „ein riesiges Potenzial“, um hier vor Ort als Entwicklungsstandort der Wasserstoff-Technologie Maßstäbe zu setzen. Klimaneutrales Gas auf Wasserstoff-Basis sei ein „viel versprechender grüner Antrieb“ für die in Augsburg produzierten Gas-Motoren. Die MAN arbeite intensiv an diesen Zukunftstechnologien, sagt Grünewald. Der Einstieg bei H-Tec sei ein Schritt. Man spreche konzernintern von einer Entwicklungspartnerschaft, die jederzeit ausbaufähig sein könnte.

Die Firma H-Tec Systems, deren Ursprünge auf eine Ausgründung aus der Universität Lübeck zurückgehen, ist eine Tochtergesellschaft des Unternehmen GP Joule Company, das in Buttenwiesen angesiedelt ist. Geschäftsführer Heinrich Gärtner erläutert die Ziele des Unternehmens: „Indem wir die Wertschöpfungskette der erneuerbaren Energien verlängern, stellen wir eine nachhaltige Energieversorgung sicher. So bilden unsere Leistungen ein Angebot, das von der Projektentwicklung bis zur Veredelung des Stroms in Wasserstoff, Wärme oder Mobilität reicht.“

Die Hoffnung ruht auf Minister Aiwanger

Die Politik auf Landesebene unterstützt das Vorhaben, verstärkt auf Wasserstoff zu setzen. In Nürnberg wurde vor wenigen Tagen ein wissenschaftliches Wasserstoff-Zentrum gegründet, das sich die Erforschung und Weiterentwicklung der Technologie in Bayern auf die Fahnen geschrieben hat.

Wasserstoff (H2) gilt als ein Treibstoff der Zukunft. Ein Augsburger Unternehmen engagiert sich in diesem Geschäftsfeld.
Bild: Ole Spata, dpa

Augsburg baut auf die weitere Unterstützung von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Kontakte gibt es bereits seit Längerem. Im Frühjahr war der Wirtschaftsminister zu einem Firmenbesuch bei MAN Energy Solutions in Augsburg. Ein Thema der Gespräche waren Lösungen für eine umweltfreundliche, effiziente und zuverlässige Energieversorgung.

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