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Augsburg

21.01.2020

Dieser Familie gehören die McDonald's-Filialen in Augsburg

Die Geschichte der McDonald’s-Filialen in Augsburg – das Bild entstand am Königsplatz – ist eng mit dem Namen Hendrikx verbunden. Vater Adriaan Hendrikx hat seine Restaurants jetzt an Sohn Tim Hendrikx verkauft.
Bild: Klaus Rainer Krieger 

Plus Adriaan Hendrikx verkauft seine McDonald's-Restaurants an Sohn Tim. Der Jungunternehmer spricht über Herausforderungen und sein Lieblingsgericht.

McDonald’s kennt man auf der ganzen Welt, die Schnellrestaurants sind überall zu finden. McDonald’s ist der umsatzstärkste Fast-Food-Konzern der Welt. Ein Teil des Geschäftsprinzips in Deutschland: Filialen werden von Franchisenehmern geführt, die als eigenständige Firmenchefs auftreten. Die Geschichte der Augsburger McDonald’s-Filialen ist dabei untrennbar mit dem Namen Adriaan Hendrikx verbunden.

Der 62-jährige Niederländer, der in Venlo geboren wurde, stieg im Jahr 2005 mit dem Kauf von vier Restaurants ein, weitere sollten folgen. Jetzt hat sich der Unternehmer, der vor seiner Zeit in Augsburg zudem in mehreren Spitzenpositionen bei McDonald’s agierte, aus freien Stücken aus dem Geschäftsleben zurückgezogen.

Sohn lobt das Verhandlungsgeschick des Vaters

Seine Restaurants hat er verkauft. Zu welchem Preis, ist nicht zu erfahren. Der Käufer sagt: „Ariaan Hendrikx hat gut verhandelt.“ Dass auch in Zukunft die regionalen McDonald’s-Filialen eng mit dem Namen Hendrikx in Verbindung stehen, ist das Besondere. Tim Hendrikx, 28, hat die Betriebe erworben. Der Sohn von Adriaan Hendrikx ist jetzt Chef von zwölf Restaurants in der Region mit insgesamt 750 Mitarbeitern. Erste Erfahrungen hat der Jungunternehmer bereits gesammelt. Im Jahr 2017 stieg der Franchisenehmer mit der Filiale in Derching an der Autobahn A8 ein. Vor dem Vertragsabschluss mit dem Vater betrieb Tim Hendrikx bereits vier Filialen.

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Wer glaubt, dass die Übernahme lediglich eine Geschichte ist, die rasch mal intern in der Familie geklärt worden sei, irrt. So sei es eben nicht, sagen Vater und Sohn. Das entscheidende Wort hat die deutsche McDonald’s-Zentrale, die über die Vergabe von Franchisefilialen entscheidet. „Da ist nichts vererbbar“, sagt der 28-jährige Jungunternehmer, der das einzige Kind von Adriaan Hendrikx ist.

Tim Hendrikx absolvierte zwei Studiengänge erfolgreich, ehe er bei McDonald’s eingestiegen ist. „Dass es dieser Berufsweg einmal werden könnte, hatte sich allerdings abgezeichnet“, sagt der Sohn im Beisein des Vaters. Die Gastronomie hätte ihn schon immer gereizt. Vater Adriaan Hendriks freut es, dass sein kleines McDonald’s-Imperium nun in die Hände des Sohnes gegangen ist: „Tim hat das Ganze von der Pike auf gelernt. Er brennt darauf, Verantwortung zu übernehmen.“

Auch ein 83-Jähriger arbeitet bei McDonald‘s in Augsburg

Für einen Franchisenehmer geht es nach Auskunft der beiden Chefs nicht allein darum, die Produkte von McDonald’s an den Kunden zu bringen. „Die Personalführung ist ganz wichtig“, sagt Tim Hendriks. Im Durchschnitt sind es 40 Mitarbeiter, die in einem Restaurants tätig sind. Davon sind 15 Vollzeitkräfte. Das Alter der Mitarbeiter ist bunt gemischt. Es geht von 18 Jahren bis zu einer 83-jährigen Teilzeitkraft, die in der Kö-Filiale mithilft. Der frühere Chef galt als offen, nahbar und ansprechbar. Intern war er der „Addy“, der bei McDonald’s das Sagen hatte. Er sagt: „Für mich war es immer wichtig, dass die Mitarbeiter zufrieden sind. Trifft dies zu, sind es die Gäste auch.“

Adriaan Hendrikx (rechts) übergibt seine McDonald's-Filialen an seinen Sohn Tim.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Es war die Liebe, die den Niederländer im Jahr 1978 nach Frankfurt zog. Als 20-Jähriger fing er in der hessischen Stadt bei McDonald’s an. Er machte Karriere im Unternehmen. Der Weg führte ihn über sein Heimatland dann in die USA. Für McDonald’s bereiste er die gesamte Welt. Nicht immer lief alles rund. Die BSE-Krise setzte dem Unternehmen zu. 2005 hatte Adriaan Hendrikx die Option, nach London zu gehen. Er wollte nicht.

Der Ruheständler Adriaan Hendrikx hat große Pläne

Stattdessen stieg er in Augsburg als Franchisenehmer ein. Bereut habe er diesen Schritt nie, sagt Adriaan Hendrikx. Er werde künftig viel reisen und sich nicht ins Tagesgeschäft einmischen: „Wenn mein Sohn einen Rat braucht, bin ich da.“ Und falls nicht: Dann steigt der Ruheständler in sein Wohnmobil, das er vor einem Jahr gekauft hat. In dieser Woche geht es nach Heidelberg.

Zeit für Reisen bleibt Tim Hendrikx derzeit nicht. Er hat sein Büro im Gebäude der City-Galerie, in der auch eine Filiale sitzt. Von hier aus steuert der Unternehmer das Management der Augsburger Filialen. Er sagt: „Ich glaube zu 100 Prozent an die Marke McDonald’s.“ Dem Unternehmen sei es immer wieder gelungen, sich neu zu erfinden. Die Umsätze würden wachsen, sagt der Chef, ohne Zahlen zu nennen.

Dass beide gerne in ihrem Unternehmen essen, betonen Vater und Sohn. „Für mich war es auch immer eine Frage der Qualität“, sagt Adriaan Hendrikx. Das beginne bereits damit, wie die Pommes zubereitet waren. Tim ergänzt: „Mir schmeckt es aber auch sehr gut.“ Seine Bestellung mache er meist per Handy. So wüsste das Personal nicht, dass ihr Chef der Kunde ist. Am liebsten nehme er Chicken McNuggets. Der Hamburger Royal Käse ist dagegen das Lieblingsgericht des Vaters, der außerhalb des Schnellrestaurants auf asiatische Küche schwört. Tim Hendrikx mag es lieber italienisch: „Und hier gerne Pizza.“

McDonald‘s in Augsburg: Die erste Filiale kam 1974

Der Konzern McDonald’s blickt unabhängig von der Familie Hendrikx auf eine lange Geschichte in Augsburg. Im Jahr 1974 wurde an der Wertachbrücke die erste Filiale eröffnet. Der Ort war gewählt worden, weil er nahe zu den US-Kasernen gelegen war. Es war zum damaligen Zeitpunkt erst die zehnte in Deutschland.

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