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Kabarett

26.04.2016

Dieter Nuhr nörgelt sein Programm herunter

Dieter Nuhr gastierte mit seinem Programm „Nur Nuhr“ im Augsburger Kongress am Park.
Bild: Wolfgang Diekamp

Den Comedian kennt übers Fernsehen fast jeder, seine Masche auch. Hat er seinen Zenit überschritten?

Satire sei ein schwieriges Geschäft geworden. Man müsse sich die Frage stellen, was noch gehe in der Comedy. Solche Überlegungen stellte Dieter Nuhr zu Eingang seines Augsburger Auftritts an. Allerdings freue ihn die Wichtigkeit, die sein Beruf plötzlich erlangt habe. Ausdruck der Wichtigkeit war der voll besetzte Saal im Kongress am Park.

Vor über zwanzig Jahren trat Nuhr erstmals als Solist auf mit seinem Programm „Nuhr am Nörgeln“. Der Titel war Programm. Das Nörgeln ist bis heute sein Markenzeichen geblieben. Von der ersten bis zu letzten Minute nörgelt er über jene Befunde, auf die er beim Blick in unsere Gesellschaft stößt. Irgendwie war es klar, dass sich Nuhr auch zu dem vermeintlichen Zusammenhang von Satire und Meinungsfreiheit äußern würde. Erstaunlich war dann jedoch, wie lange er sich bei dem Thema Türkei und Ziegen aufhielt. Vielleicht lag das auch daran, dass Jan Böhmermann nicht zu Nuhrs erklärten Freunden gehört, obwohl beide Comedians gerne den Islam oder die Türkei ins Zentrum ihrer Programme rücken.

Auffällig war auch, wie unpräzise Nuhr seine Position zu besagtem Thema formuliert hatte, wo er sich doch sonst gerne als Meister sprachlicher Exaktheit präsentiert. Zum Glück kamen die dann pointierten Bemerkungen nach und nach ebenso, sodass am Ende sicherlich beide, Fangemeinde wie Comedian, auf ihre Kosten gekommen waren, wobei sich in der Summe die guten Gags doch in Grenzen hielten.

Dieter Nuhr nörgelt sein Programm herunter

Bedenkt man zudem, dass Nuhr im Bereich Comedy über die Jahre mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet wurde, hätte man in dem zweistündigen Programm wohl mehr an Inhalt und etwas weniger an Belanglosigkeiten erwartet. Sollte es am Ende wahr sein, wie Nuhr kokettierend bemerkt hatte, dass er seinen Zenit überschritten hat und deshalb eigentlich überhaupt kein neues Programm mehr hatte schreiben wollen?

Wie auch immer, dass er sein Programm „Nur Nuhr“ jedoch mit ständigem Blick auf sein Tablet vorträgt, irritiert im Verlauf des Abends schon. Konstant scrollte er Seite für Seite herunter, wobei einen Stand-up-Comedian doch gerade das völlig freie Sprechen auszeichnet. Aber gut, es war ja nu(h)r Comedy.

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