1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Digitalisierung: Augsburgs OB Gribl sieht Bayerns Städte gut aufgestellt

Breitbandausbau

10.07.2019

Digitalisierung: Augsburgs OB Gribl sieht Bayerns Städte gut aufgestellt

Einige Städte entwickeln sich zur "Smart City", die anderen beklagen langsame Leitungen.
Bild: Carsten Rehder, dpa

Die einen werden "smart", die anderen haben mit langsamen Leitungen zu kämpfen. In Augsburg diskutieren Bayerns Bürgermeister zwei Tage lang, was sie umtreibt.

Digitalisierung, alle reden in diesen Zeiten von Digitalisierung: schnelles Internet hier, digitales Klassenzimmer und Industrie 4.0 dort. Heute und morgen diskutieren nun auch die Bürgermeister sämtlicher bayerischer Städte über die digitale Zukunft – bei der Vollversammlung des Bayerischen Städtetags, die einmal im Jahr und dieses Jahr in Augsburg stattfindet.

Dabei dürfte schnell deutlich werden, wie unterschiedlich doch die Ansprüche und Erwartungen vielerorts sind. Denn während sich eine Stadt wie Ingolstadt zur "Smart City" entwickeln und mittels künstlicher Intelligenz, kommunizierender Ampeln und Flugtaxis den Verkehr der Zukunft regeln will, kämpfen Bürgermeister anderswo mit ganz grundlegenden Problemen. "Wir wären schon froh, wenn wir alle unsere Bürger mit schnellem Internet versorgen könnten", sagt Katja Müller, Bürgermeisterin in Lauingen (Landkreis Dillingen). 

Lauingens Bürgermeisterin Katja Müller.
Bild: Karl Aumiller

Gribl fordert Freistaat auf, einheitliche Richtlinien vorzugeben

Diese Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit ist auch Kurt Gribl, dem Vorsitzenden des Städtetags und Augsburger Oberbürgermeister, bewusst. Er sieht die bayerischen Rathäuser dennoch "gut aufgestellt, um die Herausforderungen der digitalen Transformation anzupacken", sagt er. Die Infrastruktur für eine gute Internetanbindung sei dabei ein Dauerthema – aber nur eines von sehr vielen. Wie digital sind die Rathäuser, welche Behördengänge können Bürger künftig über das Internet abwickeln? Welche Möglichkeiten bietet die Digitalisierung in Medizin, Pflege, Verkehr? Wie digital muss die Schule der Zukunft sein?

Der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl.
Bild: Alexander Kaya

All das seien Fragen, die in Augsburg zur Sprache kämen. Insbesondere Letzteres, sagt Gribl. Denn hier drohe die Entwicklung in eine falsche Richtung zu gehen, und das sei gerade in einer Phase, die eine "revolutionäre Veränderung des Bildungssystems darstelle", gefährlich. "Es wurde schon viel Geld in die Digitalisierung der Schulen gesteckt, das ist gut und wichtig. Allerdings fehlt es oft an konkreten Vorgaben, was damit gemacht werden soll. Mit der Folge, dass verschiedene Schulen sich quasi ab dem ersten Tag auseinanderentwickeln", erklärt Gribl. Das betreffe die technische Infrastruktur, die Administration, aber auch die Pädagogik, die sich durch die digitalen Angebote verändern müsse. Hier sieht Gribl den Freistaat in der Pflicht, für einheitliche Richtlinien zu sorgen, um überall gleichwertige Bildungschancen zu ermöglichen.

Lauingen erhält 1,1 Millionen Euro vom Freistaat Bayern für die Digitalisierung

Neben der Forderung nach klaren Vorgaben durch den Bund appelliert der Städtetag auch an den Freistaat, sich stärker bei der Digitalisierung der bayerischen Klassenzimmer einzusetzen. Dieser habe sein eigenes Förderprogramm eingestellt, als klar war, dass der Bund rund 770 Millionen Euro seines lange umstrittenen und rund fünf Milliarden Euro schweren Digitalpakts nach Bayern überweisen werde. "Wir als Städte wollen uns nicht aus der Verantwortung stehlen, aber das ist eine Aufgabe, die von uns allen, dem Bund, den Kommunen und dem Freistaat geschultert werden muss", fordert Gribl mehr Engagement des Freistaates – über den Breitbandausbau hinaus.

Denn bei diesem ist Bayern durchaus aktiv, das zeigt ein anstehender Termin, der – ob Zufall oder nicht – für die Verantwortlichen in der Staatskanzlei kaum besser liegen könnte. Kurz bevor Gribl in Augsburg zur offiziellen Pressekonferenz ans Mikrofon treten wird, versammeln sich dutzende schwäbische Bürgermeister im Finanzministerium in München. Sie erhalten dort von Finanzminister Albert Füracker Förderbescheide im Wert von 21 Millionen Euro für den Breitbandausbau. Auch Katja Müller aus Lauingen wird dabei sein – ihre Stadt erhält 1,1 Millionen Euro vom Freistaat. Das Geld sei eine große Hilfe, sagt die Bürgermeisterin der 11.000-Einwohner-Stadt. Aber es gebe noch so viel mehr zu tun, sagt sie. Während andere Städte auf dem Weg zum Online-Rathaus schon sehr weit seien, kämpfe man in Lauingen mit einem veralteten EDV-System. "Die Digitalisierung wird noch viele Jahre dauern", prophezeit Müller.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

10.07.2019

... der Herr Gribl sollte sich mal um eine regionale Deckelung der immer weiter "vermünchten" Mieten kümmern !

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren