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Tourismus

10.10.2020

Dinge, die Urlauber in Augsburg besser nicht tun sollten

Den Herkulesbrunnen in der Maximilianstraße sollte man als Tourist in Augsburg auf jeden Fall gesehen haben. Auch er gehört zum Welterbe.
Bild: Martin Augsburger/Augsburger Wassermanagement System,dpa

Für Städtetouristen gibt es in Augsburg mehr als das Weltkulturerbe zu bestaunen. Damit der Besuch ohne Schwierigkeiten verläuft, haben wir Tipps für Sie.

Das prunkvolle Rathaus, die Spuren der Fugger und Bertolt Brechts oder die Unesco-Weltkulturerbe-Stätten: Es gibt für Urlauber zahlreiche Gründe, einen Abstecher nach Augsburg zu machen. Während sonst vor allem Städtetouristen aus dem Ausland einen Stopp in Schwaben einlegen, sind es in diesem Jahr hauptsächlich Deutsche, die ein paar freie Tage in Augsburg genießen. Damit der Urlaub für Gäste und Einheimische ein Vergnügen wird, haben wir sieben nicht immer ganz ernst gemeinte Tipps für Sie, was Sie in Augsburg besser bleiben lassen sollten:

1. Tram fahren

Das mag seltsam klingen, schließlich fahren in Augsburg viele Trams. Es soll auch keinesfalls heißen, dass sie diese Gefährte nicht nutzen sollten. Es geht vielmehr um den Begriff - während der Münchner Tram fährt, bevorzugt der Augsburger die Straßenbahn, auch Strossabah genannt. Mit diesem Wissen sind Ihnen die Ortskundigen sicherlich auch bei der Suche nach der richtigen Linie behilflich. Und lassen Sie sich nicht verunsichern: Die Linie 5 existiert wirklich nicht.

Fünf Straßenbahn-Linien verbinden die Augsburger Stadtteile miteinander.
Bild: Silvio Wyszengrad

2. Die Zugstrecke nach München erwähnen

Bleiben wir noch einen Moment bei den öffentlichen Verkehrsmitteln - oder genauer: Bei dem angeblichen Zitat Bertolt Brechts, der seiner Heimatstadt nicht immer besonders gewogen war und deshalb gesagt haben soll: "Das Beste an Augsburg ist der D-Zug nach München." Die Augsburger sind mittlerweile stolz auf Bertolt Brecht. Das Staatstheater hat eine seiner Bühnen nach ihm benannt, es gibt ein Brechtfestival, in der Altstadt kann man Brechts Geburtshaus besichtigen. Aber mit diesem vernichtenden Urteil über unsere schöne Stadt wollen wir uns nicht abfinden - und vertrauen deshalb auf die These, dass Brecht dieser Spruch nur angedichtet wurde.

3. Einen Pflaumenkuchen bestellen

In der Küche hingegen gibt es nicht besonders viel, auf das der Augsburger besonders stolz ist. Die Gerichte unterscheiden sich bis auf wenige Ausnahmen nicht besonders von denen im übrigen Bayern. Anders ist das beim Zwetschgendatschi, bei dem maximal darüber diskutiert werden kann, ob nun die Variante mit Hefeteig oder Mürbteig die bessere ist und ob er mit Streuseln garniert wird oder nicht. Keinen Kompromiss gibt es beim Namen - einen Pflaumenkuchen werden Sie in keiner Augsburger Bäckerei finden, ganz egal zu welcher Jahreszeit. Ähnliches gilt übrigens für das Weißbier: Bestellen Sie besser ein Weizen.

Der Zwetschgendatschi gehört zu Augsburg wie die Zirbelnuss und der Rathausplatz.
Bild: Silvio Wyszengrad

4. "Schwäbisch" sprechen

Die Augsburger nennen ihre Heimatstadt Augschburg, essen hin und wieder Wurschdsalad und stellen sich zu Weihnachten einen Grischdbaum in die Wohnung. Gerade ältere Menschen gehen häufig auch mit einer Gschaddl zum Einkaufen, nicht mit einer Tüte. Doch egal, wie ausgeprägt der Dialekt sein mag - ein Augsburger sagt nie, aber wirklich nie: "Pascht schon". Deswegen versuchen Sie erst gar nicht, sich den Dialekt anzueignen, das empfinden viele Augsburger schnell als übergriffig und fühlen sich beleidigt. Wir verstehen auch hochdeutsch, versprochen.

5. Den Panther für einen Oberbayern halten

Hochdeutsch verstehen wir, Spaß meistens auch - aber über manche Dinge kann sich der Augsburger Sportfan doch sehr ärgern. Sollte die Coronakrise irgendwann überstanden sein und wieder Eishockey im vollen Curt-Frenzel-Stadion gespielt werden, bevölkern die Fans des AEV vor und nach Heimspielen die Straßenbahnen im Stadtgebiet. Fragen nach dem Gegner oder dem Ergebnis beantworten sie Ihnen sicher bereitwillig - solange Sie eines beachten: Es gibt nur die einen wahren Panther. Und die spielen in Augsburg, nicht in Ingolstadt.

So voll wird es im Augsburger Curt-Frenzel-Stadion nicht so bald werden. Aber ohne Zuschauer kann Eishockey nicht überleben.
Bild: Siegfried Kerpf

6. Zu viel Nähe suchen

Schon lange bevor die Welt den Begriff Social Distancing kennenlernte, war dieses Prinzip dem Augsburger geläufig. So setzt er sich in der Kneipe lieber zu zweit an einen neuen Tisch für acht Personen als zu einer anderen kleinen Gruppe aufzuschließen. Denn Smalltalk liegt ihm nicht, er bleibt lieber für sich. Das hat weniger damit zu tun, dass sich der Augsburger nicht für seine Mitmenschen interessiert, er will sie nur nicht "ausfragen" und respektiert ihre Privatsphäre. Falls Sie doch mal in die Verlegenheit kommen sollten, sich zu einer Gruppe dazugesellen zu wollen: Fragen Sie einfach kurz nach, ob der Platz noch frei ist. Dann wird Ihnen auch der Augsburger Ihr wohlverdientes Plätzchen für ein Feierabendbier sicherlich nicht verweigern.

In der Augsburger Maximilianstraße gibt es so einiges - massig Parkplätze gehören jedoch nicht dazu. Unnützes Hin- und Herfahren ist sogar verboten.
Bild: Wolfgang Feldmayer

7. In der Innenstadt parken wollen - am besten kostenlos

Zugegeben: Kostenlose Parkplätze in der Innenstadt wären auch nach dem Geschmack vieler Einheimischer aus Augsburg Stadt und Land. Es gibt sie aber nicht. Wer also mit dem Auto anreist, erspart sich und allen anderen viele Nerven, wenn er direkt einen der Park-and-Ride-Plätze in der Nähe der Autobahn oder Bundesstraße ansteuert und von dort aus mit der Straßenbahn (siehe Punkt 1) in die Stadt fährt oder eines der Parkhäuser in Zentrumsnähe nutzt. (ida)

In unserer Serie "Urlaub zuhause" stellen wir spannende Touren durch Augsburg vor. Hier geht's zum Überblick.

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11.10.2020

Das kommt davon, wenn man sein Augschburgerisch von Wikipedia hat, aber ned von der Mutter. Die Tüte heißt "Gschdaddl", ned "Gschaddl".

Wahrscheinlich meint der Autor dieser peinlichen Zeilen auch, daß "Lueginsland" von "lügen", und nicht von von "luega", also "schauen" kommt...

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11.10.2020

Irgendwie verfehlt diese Analyse das Thema, ist nicht lustig und taugt auch nicht zur Satire, füllt aber die derzeitig spärlichen Seiten der Zeitung.

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11.10.2020

Am besten wird dieser Artikel Global geteilt.
Dann hat Augsburg bestimmt keine weiteren "Probleme" mit Touristen.

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10.10.2020

Alle Punkte kann ich nur bestätigen, bis auf einen- ein richtiger Augschburger geht nicht zu den PANTHERN sondern zum AEV...

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