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Augsburg

05.02.2016

Disco-Besuchern K.-o.-Tropfen gegeben? Polizei sucht Opfer

Wurden Gästen eines Lokals am Königsplatz K.- o.-Tropfen ins Glas geschüttet? Bis jetzt ist es nur ein Verdacht. Die Polizei ermittelt. (Symbolfoto)
Bild: Achim Scheidemann (dpa)

Zwei junge Nachtschwärmer hatten nach Besuch einer Disco am Königsplatz Ausfallerscheinungen. Waren K.-o.-Tropfen schuld? Die Polizei gibt vorsorglich Tipps.

Nachdem am Wochenende zwei Nachtschwärmer, die beide eine Disco am Königsplatz besucht hatten, massive Ausfallerscheinungen zeigten, ermittelt die Polizei nun auch in Richtung von K.-o.-Tropfen.

Am vergangenen Sonntag gegen 4 Uhr holte der Rettungsdienst eine 18-Jährige im Bereich des Hauptbahnhofs ab. Die junge Frau war laut Polizei völlig apathisch und wurde deshalb vorsorglich ins Klinikum gebracht. Auf die leichte Alkoholisierung seien die Symptome jedenfalls nicht zurückzuführen gewesen, so die Polizei. Eine Stunde später wurden Polizei und Rettungsdienst dann zu einem berauschten 17-Jährigen gerufen. Der Jugendliche tobte ohne ersichtlichen Grund herum und war außer sich. Auch er kam ins Klinikum. Beim Abtransport verletzte der Jugendliche zwei Polizisten und einen Rettungsassistenten leicht.

Blutproben werden untersucht

In beiden Fällen ist aus Sicht der Polizei die Ursache für den Gemütszustand unklar. Bei den zwei Nachtschwärmern wurden Blutproben genommen, die auf K.-o.-Tropfen und andere Substanzen untersucht werden. „Ein Ergebnis liegt allerdings noch nicht vor“, sagt Polizeisprecher Robert Frank. Die Polizei bittet mögliche weitere Betroffene, sich unter Telefon 0821/323-2110 zu melden. Die Opferschutzorganisation „Weißer Ring“ warnte gestern vor K.-o.-Tropfen besonders im Faschingstrubel. Derartige Tropfen werden den Opfern unbemerkt in Getränke gemischt, um sie auszurauben, zu missbrauchen oder um sich einfach nur einen „Spaß“ zu machen.

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Was die Polizei rät

Die Wirkung setzt binnen Minuten ein. Polizei und Opferschützer raten, Getränke von der Bedienung nur persönlich entgegenzunehmen, von Unbekannten keine Getränke anzunehmen und Gläser nicht unbeaufsichtigt stehen zu lassen.

Im Fall vom Wochenende hat die Polizei stutzig gemacht, dass unabhängig von einander zwei ähnliche Fälle aufgetaucht sind, in denen die Betroffenen beide im selben Nachtlokal waren. Allerdings betont man, dass momentan lediglich der Verdacht im Raum stehe.

Denn in zurückliegenden Fällen ließ sich der Verdacht auf K.-o.-Tropfen häufig nicht erhärten. Ein Problem ist allerdings, dass sich die Stoffe im Blut wieder relativ schnell abbauen und der Nachweis dann schwierig ist. In vielen Fällen liegt die Vermutung nahe, dass Betroffene schlicht und ergreifend zu viel getrunken haben.

Bei der Polizei beobachtete man in der Vergangenheit, dass es vermehrt zu Anzeigen kam, wenn das Thema K.-o.-Tropfen gerade in den Medien und im Internet eine größere Rolle spielte.

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