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Domsingknaben

06.09.2013

Drei Augsburger für die „Trollflöjten“

Die drei „Zauberflöten“-Knaben (von links) Nicolas Schwandner, Jan Enderle und Georg Starz mit der „Königin der Nacht“ Albina Sjagimuratova, Dirigent Daniel Harding (vorne) und Domkapellmeister Reinhard Kammler (hinten).
Bild: Josef Paul

In Stockholms Drottningholm-Theater waren Sänger des Chors an einer „Zauberflöte“ beteiligt

Wo immer es gilt, für eine Aufführung von Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ die Partien der drei Knaben zu besetzen, gehören die Augsburger Domsingknaben als Kandidaten zur ersten Adresse. Ob in München oder Nürnberg, in Schwetzingen oder Düsseldorf, in Straßburg und vielen weiteren Orten (Augsburg sowieso), gerne vertrauen Theater auf Solisten aus den Reihen der Domsingknaben. Zur inzwischen stattlichen Liste hat sich vergangene Woche eine weitere namhafte Bühne gesellt: das Drottningholm-Theater in Schwedens Hauptstadt Stockholm.

Zustande gekommen war der Kontakt über Daniel Harding. Mit dem englischen Dirigenten hatte es zu Beginn des Jahres eine Zusammenarbeit in München gegeben, als gemeinsam mit Chor und Sinfonieorchester des BR Schumanns „Faust-Szenen“ aufgeführt wurden. Harding, Chef des Schwedischen Radio-Sinfonieorchesters, lud daraufhin die Augsburger für die „Zauberflöten“-Produktion ein, die einer der Programmhöhepunkte des diesjährigen Baltic Sea Festivals war.

Nicolas Schwandner, Jan Enderle und Georg Starz, 12 bzw. 13 Jahre alt, waren die „drei Knaben“, die in Begleitung von Domkapellmeister Reinhard Kammler und Kulturmanager Josef Paul nach Stockholm flogen. Dort trafen sie für die Neuinszenierung der „Trollflöjten“, wie die Oper auf Schwedisch heißt, mit illustren Kollegen zusammen – neben Dirigent Harding und dem hochrangigen Orchester und Chor des Rundfunks auch die Sopranistinnen Christiane Karg (Pamina) und Albina Sjagimuratova (Königin der Nacht).

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Für jede Partie nur jeweils ein junger Sänger, wo andere Knabenchöre sich in der Regel mindestens eine Ersatzstimme in der Hinterhand halten – war das nicht ein Risiko? Hätte sich, erzählt Domkapellmeister Kammler, bei einem der Knaben in Stockholm eine stimmliche Unpässlichkeit ergeben, sei alles so arrangiert gewesen, dass schnell Ersatz aus Augsburg hätte eingeflogen werden können. Doch bei Nicolas Schwandner, Jan Enderle und Georg Starz gab es keinen Ausfall – eine Leistung auch insofern, als die drei „Zauberflöten“-Knaben ja nicht nur singen, sondern auf der Bühne auch spielen müssen.

Das Theater in Schloss Drottningholm hinterließ bei den Augsburgern nachhaltigen Eindruck. Ist es doch eine der besterhaltenen nach barockem Muster erbauten Bühnen und inzwischen als Weltkulturerbe gelistet. Drottningholm ist Wohnsitz der schwedischen Königsfamilie, für die stets ein paar Plätze im Theater reserviert sind – König Carl Gustaf und seine Silvia aber wurden nicht bei den beiden Aufführungen gesehen.

Eben erst zurück aus Schweden, sind Kammler und seine Knaben jetzt schon wieder auf Tour. Erneut Richtung Nordosten: Nach der ersten Station Görlitz gibt der Kammerchor der Domsingknaben am heutigen Freitag ein Konzert in Warschau, zu dem der große polnische Komponist Krzysztof Penderecki erwartet wird (ein „Sanctus“ von ihm steht auch auf dem Programm). Am Wochenende finden weitere Auftritte in Litauen statt.

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