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Porträt

07.12.2013

Drei Rollen, drei Gesichter

Die junge Schauspielerin Helene Blechinger liebt die Gegensätze

Das Theater war für Helene Blechinger schon immer die zweite Heimat. Die Bühne hat in ihrer Familie einen festen, sehr bestimmenden Platz: Ihr Vater arbeitet als Regisseur, ihre Mutter als Schauspielerin. Das Theaterleben mit allen seinen Härten und Anforderungen, allen seinen Verlockungen und Beglückungen war Helene Blechinger wohlbekannt, als sie sich für diesen Beruf entschied. Nach ihrem Studium an der Otto-Falckenberg-Schule in München – einer der besten Schauspielschulen im Land – hat die 24-Jährige nun in Augsburg ihr erstes Engagement angenommen.

Ganz so zwangsläufig, wie dieser Lebensweg auf den ersten Blick aussieht, stellt er sich allerdings nicht dar. Denn Blechinger wollte eigentlich immer etwas anderes als Theater machen: „Das ist doch langweilig, das Gleiche wie die Eltern zu werden.“ Etwas Künstlerisches sollte es sein, Fotografieren, bildende Kunst, und wenn es damit nicht geklappt hätte, ein Studium der Psychologie. Dann aber riss ihr mit 17 Jahren das Kreuzband, was zur Folge hatte, dass sie längere Zeit nicht Fußball spielen konnte und stattdessen den Jugendklub besuchte. Dort übte sie Gitarre und eben Theater. Und irgendwann später sagte sie sich, dass es letztlich doch egal sei, das Gleiche wie die Eltern zu werden.

Das Aufbegehren der jüngsten Tochter gegen die Mutterdiktatur

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Mit schwarzen Fingernägeln und einem Parka, rotem Lippenstift und schweren Tretern kommt Blechinger zum Gespräch. Eine junge Frau, die Gegensätze sichtlich mag. Auf der Bühne hat sie in ihren drei Rollen gezeigt, was für unterschiedliche Menschen und Genres sie beherrscht. Im Liederabend „Die Bekenntnisse der Marion Krotowski“ singt sie mit schwerem Augenaufschlag als Diva im Glitzerkleid, in „Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben“ hinterlässt sie als fesches Dirndl in bayerischer Mundart Eindruck. Vor allem aber ging sie in der Rolle auf, die sie in „Bernarda Albas Haus“ spielte. In ihrer Rebellion der jüngsten Tochter gegen die Mutterdiktatur leuchtete auf, warum sie auch privat zu Parka und Docs greift: ein Mensch, der gegen die Konvention aufbegehrt.

Und natürlich waren ihre Eltern schon in Augsburg, um sie auf der Bühne zu sehen. Ein Umstand, der Blechinger bei den Aufführungen in eine besondere Aufregung versetzt hatte. „Ich glaube dann, dass nichts klappt“, erzählt sie. Die Kritik hinterher komme dann eher von väterlicher Seite. „Meine Mutter ist immer stolz, sie ist eine wohlwollende Zuschauerin.“ Reinreden in das, was sie tut, lässt sie sich aber von beiden nicht.

Vor dem Vagabundenleben, das sie als Schauspielerin führen wird, fürchtet sie sich nicht: „Ich kenne es nicht anders. Das war bei meinen Eltern genauso.“ Und für den Beruf sieht sie sich nach dem Studium gut vorbereitet. Die großen Illusionen seien ihr und den anderen schon während des Studiums genommen worden. Der Beruf gibt einem nicht immer das Gefühl von Erfüllung, manchmal schmeckt alles auch nach gewöhnlicher Arbeit. Trotzdem: Ein paar große Rollen, Schillers Jungfrau von Orleans oder Shakespeares Julia, würde sie schon gerne einmal spielen.

Das nächste Mal ist Helene Blechinger am Sonntag, 15. Dezember, um 19 Uhr in „Die Bekenntnisse der Marion Krotowski“ zu sehen. Die weiteren Termine sind 19. Dezember und 5. Januar.

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