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Augsburg

21.07.2016

Drogenhilfe warnt vor Anstieg der Todesfälle

Ein zurückgelassendes „Fixerbesteck“ am Oberhauser Bahnhof in Augsburg.
Bild: Silvio Wyszengrad

Neue Stoffe sind nach Ansicht der Fachleute extrem riskant - und kosten Süchtige in Augsburg das Leben. Heute ist Gedenktag.

Die Drogenhilfe Schwaben befürchtet, dass die Zahl der Drogentoten im Raum Augsburg in diesem Jahr deutlich ansteigen wird. 23 Menschen seien bereits an den Folgen des Konsums illegaler Drogen gestorben – alleine in den vergangenen beiden Wochen habe es fünf Todesfälle gegeben, heißt es bei der Drogenhilfe. Im gesamten Vorjahr gab es den Zahlen der Drogenhilfe zufolge im Großraum Augsburg 27 Drogentote. Die Drogenhilfe-Geschäftsführerin Gerlinde Mair führt dies vor allem auf den zunehmenden Konsum von sogenannten Badesalzen und Kräutermischungen zurück.

Der Fachbegriff für diese Drogen lautet „neue psychoaktive Substanzen“. Sie sind aufgrund einer Gesetzeslücke teils legal im Internet zu bestellen. Das macht die Drogen für junge Menschen attraktiv, aber auch für langjährige Drogenabhängige, die nun umsteigen. Allerdings sind die Substanzen auch sehr gefährlich. Die Folgen seien oft „massive körperliche Schädigungen“, sagt Gerlinde Mair.

Kritik an der Situation der Süchtigen

Die Drogenhilfe spricht sich deshalb auch dafür aus, die neuen Drogen per Gesetz zu verbieten. In vielen Fällen sterben Drogenkonsumenten auch deshalb, weil ihr Körper anfällig für Krankheiten geworden ist und sie dadurch stark geschwächt sind. Kritik kommt von der Drogenhilfe an der Situation der Süchtigen. Sie würden aus dem öffentlichen Raum verdrängt. Das führe zu einem unwürdigen Konsum in Parkanlagen und Toiletten.

An die Drogentoten in der Region wird am heutigen Donnerstag auch in Augsburg erinnert. Im Rahmen des bundesweiten Drogentoten-Gedenktages gibt es eine Veranstaltung im Annahof. Mehrere Hilfsprojekte und die evangelische Kirche gestalten das Programm. Von 11 bis 15 Uhr gibt es unter anderem einen Infostand und einen Kaffeeausschank. Um 12.30 Uhr spricht der evangelische Regionalbischof Michael Gra-bow, außerdem gibt es eine Schweigeminute. Um 13 Uhr sollen dann über dem Annahof weiße Luftballons aufsteigen – ein Ballon für jeden Verstorbenen. Ab 16 Uhr gibt es eine Andacht in der Anna-Kirche.

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21.07.2016

Es wäre wirklich an der Zeit, zu überlegen, einige "alte" Wirkstoffe, die bekanntermaßen (außer für Kinder und Jugendliche, da muss man einen wirksamen Schutz einbauen) im Vergleich zu Alkohol und "neuen Wirkstoffen" relativ unschädlich sind, oder sogar medikamentös eingesetzt werden, endlich mal zu legalisieren.

Ich denke da in erster Linie an THC (für Leute, die sich nicht so auskennen: das ist das Zeug im Hasch und im Gras, auch "Marihuana" genannt), aber in zweiter Linie auch z.B. auch an Opium.

Man weiß dann im Notfall als Arzt wenigstens, womit man es zu tun hat. Und die zweifellos vorhandenen schädlichen Folgen von THC- oder Opiumkonsum sind seit langem bekannt, erforscht und normalerweise einigermaßen beherrschbar. Vor allem machen beide Substanzen nicht aggressiv (außer in Kombination mit anderen Drogen).

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