Newsticker

München überschreitet Corona-Grenzwert

26.07.2010

Duo mit Freiräumen

Die Violinistin Lena Neudauer war 1999 erste Preisträgerin des Leopold-Mozart-Violinwettbewerbs. Foto: Gellert
Bild: Gellert

An das konsequente Zusammenspiel arbeitete sich das Duo Lena Neudauer (Violine) und Andreas Kirpal (Klavier) in den ersten Takten von W. A. Mozarts "Sonate für Violine und Klavier KV 301" im Rokokosaal der Regierung von Schwaben heran. Dann entfaltete sich das kammermusikalische Wechselspiel im Rahmen der Fronhofkonzerte.

Voluminös war Neudauers Violinklang im reizenden Zwiegespräch mit Kirpals variabler Klavierstimme. "Mit leidenschaftlichem Ausdruck" bewegten sich die beiden Instrumente im synkopisch unruhigen Vorwärtsdrang, wie von Robert Schumann im 1. Satz seiner "Sonate für Violine und Klavier op. 105" gefordert. Gefühlvoll, ohne ins Pathos zu gleiten, setzte Neudauer Schumanns romantische Tonsprache in ein wogendes Klanggemälde um.

In Andreas Kirpal fand sie einen Mitstreiter, der eigene Impulse einbrachte. Die Duopartner gaben sich Freiraum für die eigene Gestaltungskraft, behielten dennoch das Ziel einer ausgewogenen Interpretation im Auge.

Den Abschluss bildete Sergej Prokofjews "Sonate für Violine und Klavier op. 94a". Dass dieses Werk ursprünglich für Flöte entstanden ist, ließ sich vor allem im 1. Satz "Moderato" mit seiner filigranen, transparent gesanglichen Melodik erkennen. Rhythmische und stilistische Vielschichtigkeit bestimmte die weiteren Sätze bis zum marschartig angelegten, brillanten Finale. Nach großem Applaus ließen sich die Musiker noch zu Schumanns virtuos dargebrachtem "Am Springbrunnen" überreden. (gef)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren