1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Durch die vielen Autos wird der Platz an den Straßenrändern knapp

Augsburg

14.09.2017

Durch die vielen Autos wird der Platz an den Straßenrändern knapp

Die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge steigt und auf den Straßen wird es eng. Am kommenden Samstag wollen Bürger dagegen protestieren.
Bild: Michael Hochgemuth

Die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge steigt in Augsburg und auf den Straßen wird es eng. Am kommenden Samstag wollen Bürger dagegen protestieren.

Augsburg wächst – nicht nur bei der Bevölkerung, sondern auch bei der Zahl der Autos. Knapp 133.000 Pkw waren zu Beginn des Jahres in Augsburg zugelassen. Auf 1000 Einwohner kommen somit rund 450 Pkw. Und die Dichte ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Die Folge: An den Straßenrändern ist der Platz im Vergleich zu vor 25 Jahren knapp geworden – die Stadt hat zuletzt in einigen Straßen das Gehweg-Parken freigegeben.

Dabei wird nur ein Bruchteil der Augsburger Autos auf der Straße abgestellt. Laut der Studie „Mobilität in Städten“ der Technischen Universität Dresden sind es in Augsburg um die 20 Prozent, der Rest steht in Garagen oder auf privaten Stellplätzen. In vergleichbaren Städten ist der Anteil der Straßenparker teils doppelt so hoch, was vor allem mit der Zahl der privaten Stellplätze zusammenhängen dürfte.

Je nach Bundesland und Stadt ist es unterschiedlich geregelt, wie viele Stellplätze bei Neubauten errichtet werden müssen. Und dann ist die Frage, wie viele ältere Viertel es gibt. Während heute jedes Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage gebaut wird, waren Stellplätze bei einem Neubau vor 100 Jahren kein Thema. Dort bleibt nur der Straßenrand – in Augsburg wären das um die 26.600 Pkw. Würde man diese Autos auf einem Parkplatz mit knappen Stellplätzen abstellen, wäre er etwas kleiner als die Jakobervorstadt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

"Parking Day" in Augsburg: Mehrere Aktionen geplant

Der Platzbedarf parkender Autos wird am kommenden Samstag beim „Parking Day“ zwischen 10 und 15 Uhr thematisiert. In der Maximilianstraße, in Pfersee beim Platz vor St. Michael, vor der Fuggerei, in der Bahnhofstraße und in der Alten Gasse werden Vereine und Organisationen öffentliche Stellplätze vorübergehend umgestalten – sei es als Garten, Kunstraum oder Fahrradabstellplatz. Gezeigt werden soll so, wie viel städtischen Lebensraum geparkte Autos belegen, sagt Thorsten Frank vom teilnehmenden Carsharing-Verein „Bei Anruf Auto“. In Pfersee spielt eine Rolle, dass Bürger dort seit Jahren auf eine Umgestaltung des Platzes bei St. Michael warten.

Die Stadt will dazu demnächst Überlegungen präsentieren. „Wenn wir vitale Stadtteile als elementar für die Gesamtstadt ansehen, warum verwenden wir dann auf die Gestaltung der Stadtteilzent-ren nicht ebenso viel Mühe wie auf die Plätze der Innenstadt?“, so Tine Kink von der Bürgeraktion Pfersee: „Wenn man Parkplätze für Menschen statt für Autos nutzt, kann man die Lebensqualität in Städten und Stadtteilen deutlich erhöhen“. In Pfersee wird das Angebot vom Improvisationstheater bis zur Kirchenführung reichen.

Organisiert wird die Aktion von der Lokalen Agenda 21. Auf den Straßen dominiere das Auto mit breiten Fahrbahnen und Stellplätzen, sagt Umweltreferent Reiner Erben (Grüne). „Die Folge sind zu starke Luftverschmutzung und von Verkehrslärm geplagte Anwohner. Die Planungsansätze und Mobilitätsgewohnheiten müssen überdacht werden.“ In Augsburg findet der „Parking Day“ zum zweiten Mal statt. Premiere war 2015. In Bayern nimmt neben Augsburg noch München teil. Ins Leben gerufen wurde der Parking Day 2005 in San Francisco.

Eine Kundgebung veranstaltet die Lokale Agenda bereits am Freitag um 14 Uhr auf dem Rathausplatz.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

14.09.2017

Bürgerbegehren flächendeckende Parkraumbewirtschaftung?

.

Ich denke die potentiellen Initiatoren wären am Ende enttäuscht.

Permalink
14.09.2017

Alle die was gegen Autos haben sollen auf Pferdekutschen, besser noch auf Rollatoren umsteigen. Radfahrer, die keinen Cent zum Bruttosozialprodukt leisten, sollte man aus der Stadt verbannen - dann siehts mit den Platz gleich besser aus.

Mal sehen ob ich die -10 diurch die Radler bekomme... [url=http://www.smilies.4-user.de][img]http://www.smilies.4-user.de/include/Brutal/smilie_b_003.gif[/img][/url]

Permalink
14.09.2017

Schon aufgefallen? Die Autos gehören jemandem - Anwohner, Besucher von Anwohnern, Touristen , Kunden, Mitarbeitern von ansässigen Firmen .......am besten wir sperren die ganze Stadt und schmeißen den Schlüssel weg..... :-))))))))

Permalink
14.09.2017

Schon mal was vom vernünftigen Maß gehört?

Permalink
14.09.2017

Oder angemessner Nutzungsdauer. Wenn wer zum Einkaufen mal 2 h da sein Blech stehen hat (und ggf. ein Parkticket dafür löst), ist das noch vertretbar. Problematisch sind doch vor allem die x h am Tag blöd rum stehen, weil man zu Hause oder auf der Arbeit halt gerade nicht das Blech bewegt. Sind wir mal ehrlich: Autos sind im Wesentlichen doch Stehzeuge. 22-23 h am Tag stehen die nur blöd rum und verbrauchen Platz. Und dann noch von der Allgemeinheit zu verlangen, dass die einem (nahezu) kostenlos den täglichen Parkplatz finanzieren soll, ist schon besonders vereinnahmend. Ich verlange jetzt auch, dass mir die Stadt einen Lagerplatz für mein überzähliges Gerümpel stellt, ist ja mein gutes Recht. Wozu zahle ich schließlich bei jedem Einkauf Steuern? (So oder so ähnlich muss die Denke ja wohl sein, wenn man erwartet, dass man überall und noch möglichst für lau parken kann.)

Permalink
14.09.2017

Schon mal aufgefallen? Der öffentliche Raum gehört auch jemandem: Nämlich uns allen. Nicht nur demjenigen, der sich ein Auto kauft. Warum genau dann ständig private Gegenstände einen nicht unerheblichen Teil dieses öffentlichen Raumes praktisch unbenutzbar machen dürfen (ja, u. A. auch zum dort Fahren unbenutzbar, fragen Sie mal die Anwohner von engen Straßen), muss schon mal erläutert werden. Ich kaufe mir auch nicht ein Flugzeug, um es dann irgendwo im öffentlichen Raum abzuladen, weil ich vorher nicht dran gedacht habe, dass es außerhalb der Benutzungszeit auch wo gelagert werden muss. Die Debatte, wer welche Leistungen und Schätze der Allgemienheit wie in Anspruch nehmen darf und soll, sollte nicht einfach da aufhören, worüber man aus Gewohnheit nicht mehr nachdenken will, was man da tut.

Permalink
14.09.2017

Wie? Der Platz in der Stadt wächst nicht mit der Anzahl der Autos? Das kann rein marktwirtschaftlich nicht sein! Wachstum muß sein!

Mein Vorschlag: Campingverbot in der Stadt aufheben, dann können die Autofahrer in ihren Autos wohnen. Ich denke, die meisten Autofahrer würden das so wünschen. Zumindest läßt sich darauf aufgrund ihres Mobilitätsverhaltens schliessen.

Und: Die Wohnraumproblematik wäre dadurch auch gelöst!

Permalink
14.09.2017

"Je nach Bundesland und Stadt ist es unterschiedlich geregelt, wie viele Stellplätze bei Neubauten errichtet werden müssen."

Das ist sogar ggf. noch feiner granuliert geregelt, denn Augsburg hat z. B. auch eine eigene Stellplatzsatzung, die erst verändert wurde.

"Würde man diese Autos auf einem Parkplatz mit knappen Stellplätzen abstellen, wäre er etwas kleiner als die Jakobervorstadt."

Und das wäre noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Denn der Pendler oder geschätzte Kunde aus dem Umland stellt sein Auto ggf. auch noch dazu. Was eine Verschwendung an öffentlichem Lebensraum.

"Die Planungsansätze und Mobilitätsgewohnheiten müssen überdacht werden."

Ah ja. Ich erinnere mich noch daran, wie vor einigen Wochen Schutzstreifenpläne in der Hammerschmiede wegprotestiert wurden, mit 700 Unterschriften, weil man beim Bäcker am liebsten ins Geschäft fahren würde. Da könnte man z. B. anfangen. Aber da wird gezaudert und am Ende wird der Gehweg verbreitert, damit Radfahrer und Fußgänger es untereinander raus prügeln können, wer denn jetzt den Platz zur Fortbewegung verwenden darf/kann.

Permalink
14.09.2017

Man muss sich nur mal vorstellen, wie schön die historischen innenstädte wären, ohne abgestellte Fahrzeuge. Die Maximilianstraße ohne parkende Autos - das wäre schön anzusehen. Gleichzeitig wäre mehr Platz für Grünflächen und nette Cafés, Spielplätze etc. Man könnte die Aufenthaltsqualität deutlich steigern... was spräche gegen einen schönen Platz vor Ulrich, auf dem man Boule spielen kann und sich treffen und plaudern. Aber nein, alles wird dem MIV geopfert.

Auch unter touristischen Gesichtspunkten wäre dies sicherlich sinnvoll.

Insgesamt müßte man mal diskutieren, die Innenstadt für den Autoverkehr zu schließen mit zahlreichen P + R angeboten und häufiger und preiswerter bis kostenloser ÖPNV Verbindung in die Stadt. Anwohner dürfen selbstverständlich rein.

Gleichzeitig muss es aber auch mehr zentrale Fahrradabstellplätze geben, an denen man sein Velo sicher und - wenn möglich - trocken abstellen kann.

Kurz und gut, es muss ein Bewußtseinswandel her. Und zwar dahin, dass Autos nicht nur die Luftqualität stark beeinträchtigen und eine akustische Zumutung sind, sondern dass sie auch eine visuelle Stadtverschmutzung sind und selbst Prachtstraßen wie die Maximilianstraße häßlich machen.

Permalink
14.09.2017

Insgesamt müßte man mal diskutieren, die Innenstadt für den Autoverkehr zu schließen mit zahlreichen P + R angeboten und häufiger und preiswerter bis kostenloser ÖPNV Verbindung in die Stadt.

.

Träumer, ab 1.1.2018 geht es eher in die Gegenrichtung.

.

http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Neue-Tarife-fuer-Bus-und-Tram-stehen-in-der-Kritik-id41791966.html

.

Politiker von SPD und Grünen sehen Probleme beim neuen Ticketangebot des Augsburger Verkehrsverbundes. Trotzdem steht eine politische Mehrheit für die Änderung.

.

Ich habe mal gehört, in Augsburg gibt es eine schwarz-rot-grüne Koalition?

Permalink
Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20ADK_1929(2).tif
Berufsleben

Mit über 50 zurück in den Job

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen