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Prozessbeginn in Augsburg

09.07.2010

Ehemann erstochen - Frau erinnert sich angeblich nicht

In diesem Haus passierte das Verbrechen. Bild: Wyszengrad

Christine S. soll im Rausch ihren Ehemann erstochen haben. Die 40-Jährige berichtet vor dem Augsburger Landgericht unter Tränen von dem Vorfall. Von Jörg Heinzle

Die Anklage lautet auf Mord: Vor dem Landgericht verantwortet sich ab heute Christine S. (40). Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, im vergangenen November ihren Ehemann mit einem Messer getötet zu haben. Ende Juli soll ein Urteil fallen.

Die Bluttat ereignete sich nachts in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses im Herrenbachviertel. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau gegen 22.30 Uhr nach Hause kam. Sie war betrunken und es kam zum Streit mit dem Ehemann, der im Wohnzimmer auf einem Stuhl saß.

Laut Anklageschrift ging Christine S. während des Streits in die Küche, holte dort ein rund 30 Zentimeter langes Fleischermesser und stach auf ihr Opfer ein. Der Stich traf den Mann in der linken Brusthälfte. Im Obduktionsbericht steht, dass die Klinge 13 Zentimeter tief eindrang, Lunge und Herz wurden verletzt. Der Mann starb offenbar erst rund eine Stunde nach dem Angriff an den Folgen des hohen Blutverlusts. Er hatte zuvor noch seine Mutter angerufen, sie hatte allerdings nicht verstanden, dass der Sohn in Lebensgefahr schwebte.

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Unter Tränen erzählt die Angeklagte am ersten Verhandlungstag von dem Vorfall. Sie könne sich nur daran erinnern, dass sie in der Küche das Messer geholt habe und damit zu ihrem Mann gegangen sei. Was im Anschluss passierte, wüsste sie nicht mehr, so die 40-Jährige vor Gericht. Der Versuch einen Notruf abzusetzen, sei ihr anfangs nicht gelungen, obwohl sie es versucht habe. Erst eineinhalb Stunden nach der tödlichen Attacke habe sie es geschafft. Als die Helfer eintrafen, konnten diese nichts mehr für das Opfer tun.

Der Prozess vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts ist auf drei Tage angesetzt. Im Polizeiverhör hat Christine S. die Tat gestanden. Die 40-Jährige war mit ihrem Mann seit April 2008 verheiratet. Nachbarn hatten nach der Bluttat erzählt, dass es in der Beziehung immer wieder Streit gegeben habe. Eine Freundin des Paares sagte damals, der Alkohol habe die junge Ehe so schnell zerstört.

Wenn Christine S. Alkohol trank, habe sie sich verändert: "Sie war dann sehr aggressiv, hat ihren Mann mit üblen Ausdrücken angeschrien." Dass sie ihren Mann töten würde, ahnte keiner. An dem Tag der Tat hatte die 40-Jährige offenbar schon morgens um halb acht Uhr zu trinken begonnen. Jörg Heinzle

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