Newsticker

Drosten warnt: Corona-Lage könnte sich auch in Deutschland zuspitzen
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Eigenbrötler, Philosophen und Bauchtänzerinnen

29.07.2010

Eigenbrötler, Philosophen und Bauchtänzerinnen

Göggingen Künstlervereinigung Cultura Urbana e.V. öffnet ihre Ateliers und feiert 16 Jahre künstlerische Gemeinschaft. 150 Besucher schauen sich um.

"Kunst darf nie isoliert sein", findet Horst Gatscher. Aus diesem Grund genießt es der Fotokünstler, Teil der Künstlervereinigung Cultura Urbana e.V. zu sein. Die bunt zusammengewürfelte Truppe funktionierte ihr Sommerfest kurzerhand zu einem "Trotzregenfest" um und gab den Blick auf ihre Ateliers in der Fabrikstraße 11 frei.

Gleichzeitig feierten die 16 Kunstschaffenden auch sich selbst, wie Vorstand Manfred Strobl erklärte. Aufgrund der unterschiedlichen Lebensrhythmen laufen sich die Künstler meist eher zufällig über den Weg. "Die Kombination aus künstlerisch-eigenbrödlerischem Dahinwursteln und gemeinschaftlichem Philosophieren gelingt uns aber ganz gut", so der freiberufliche Grafiker und Maler mit Verweis auf das für jeden geöffnete Art-Café, das einmal monatlich in der Kellerbar von Cultura Urbana stattfindet.

Seit 16 Jahren existiert die Künstlergemeinschaft, die zum Beispiel bei "Wege der Kunst" oder bei einer Ausstellung im Annahof auf sich aufmerksam machte. Wer selbst mit einem Atelier im Rahmen von Cultura Urbana liebäugelt, muss sich zunächst auf eine Warteliste schreiben lassen: Alle Ateliers sind voll besetzt. Zwischen 30 und 70 sind die 16 Mitglieder, deren Ateliers und Kunstrichtungen nicht unterschiedlicher sein könnten. "So kann auch keine Konkurrenz untereinander entstehen, sondern ein inspirierender Austausch", erklärt Henry Hinderlich, der sich als "melancholischer Maler" bezeichnet. In seinem Atelier ist ein großer Tisch mit Papier und Buntstiften für Kinder aufgebaut. Darüber steht in großen Lettern: "Hier darf gemalt werden", was genau genommen für das gesamte Kulturhaus gilt. Jedoch gibt es bei einer näheren Erkundung noch viel mehr zu entdecken: Von Malerei über Bildhauerei bis hin zu Foto- und Glaskunst ist alles vertreten. Im Erdgeschoss finden Kurse in Orientalischem Tanz statt, bei Musiker Sebastian Philipp dominieren die Gitarrenklänge den Raum und sogar bis in die späten Abendstunden ist noch Leben im Haus: Tagsüber beschäftigt sich Dirk von Burgsdorff in seinem regulären Beruf mit Onlinemarketing, nachts ist er künstlerisch aktiv: "In meinem Atelier tauche ich in eine andere Welt ein. Für mich persönlich ist es unentbehrlich, weil ich mich keinen Einschränkungen unterwerfen muss", erklärt er. Farbspritzer an der Wand oder laute Musik stören in seinem kreativen Arbeitsumfeld niemanden. Glaskünstlerin Amelie Kratzer bezeichnet ihr Atelier sogar als ihren Lebensmittelpunkt, wo sie ihre Ideen frei ausleben kann. Was sie aber nicht missen möchte: die lebendige Vielfalt sowie die harmonische Atmosphäre von Cultura Urbana.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren