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Augsburg

06.06.2019

Ein Ahorn als aufmüpfiges Symbol

Die Baumretter vom Herrenbach pflanzen am Wall einen Ahorn als Symbol. Vor einem Jahr wurde dort großflächig abgeholzt.
Bild: Michael Hochgemuth

Ein Jahr nach Abholzung des Uferwalls am Herrenbach planen Mitglieder eine neue Initiative. Zuerst aber pflanzten sie an der Stelle, an der sie den Einsatz von Motorsägen einmal verhindert hatten.

Mit der symbolisch und aufmüpfig gedachten Pflanzung eines Ahornbäumchens auf dem Uferwall erinnerte die Baum-Allianz Augsburg jetzt noch einmal an die große Fällaktion entlang des Herrenbachs vor einem Jahr.

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Die ursprünglich aus einer Nachbarschaftsinitiative entstandene Gruppe kämpfte damals gegen Pläne von Wasserwirtschafts-, Tiefbau- und Grünordnungsamt, knapp 100 große Bäume auf der Dammkrone zu fällen. Die angeführte Begründung für diesen Eingriff: Ihre Wurzeln würden teils die Uferbefestigung beschädigen. Außerdem könnten die Bäume bei Naturkatastrophen zu Überflutungen von Wohngebäuden führen, wenn sie durch Stürme umgerissen und in den Bach stürzen würden.

Unweit der Heinebrücke

Fast die Hälfte der Bäume konnten dank des Einsatzes der Baum-Allianz vor den Motorsägen gerettet werden. Die Allianz-Vorsitzende Susanne Altmann erinnerte bei der Aktion an die massiven Proteste gegen die Abholzpläne, das „überfallartige“ Vorgehen der Stadt und den Erfolg, wenigstens 46 der zu Fällung anstehenden 96 Bäume erhalten zu haben. Danach griffen Mitglieder zum Spaten. Da gerüchteweise vermutet wurde, dass der Uferstreifen stellenweise mit einen wachstumshemmenden Boden versehen wurde, wählten sie eine unverdächtig wirkende Stelle unweit der Heine-Brücke als Heimat für den Ahornbaum aus. Dort hat sich die Gruppe den Schutz aller Bäume und Hecken in der Stadt auf die Fahnen geschrieben. In (mittlerweile guter) Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern sollen Konzepte für dieses Ziel erarbeitet werden. Trotzdem soll jede Fällung auf ihre tatsächliche Notwendigkeit hin überprüft werden. Die Aktivisten trauen nicht jedem Expertengutachten zur Notwendigkeit von Baumfällungen von vornherein.

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14 Liter Wasser pro Baum

Als ganz neues Projekt startet die Baum-Allianz Ende dieses Monats eine Aktion im Bismarckviertel. Bürger sollen dazu animiert werden, den häufig in kleinen Betonlöchern stehenden Bäumen durch regelmäßiges Gießen das Überleben sowie ein kräftiges, gesundes Wachstum zu ermöglichen. Gerade in trocken-heißen Sommern wie im vergangenen Jahr fehle den Bäumen oft Wasser. Dafür benötigt die Baum-Allianz neun bis 14 Liter Wasser pro Baum von Anliegern. Die Aktion „Gieß mich, sonst sterb’ ich“ will die Allianz laut der stellvertretenden Vorsitzenden Yvonne Schlosser nach und nach auf möglichst alle Stadtteile ausweiten.

Der Auftakt der Aktion „Gieß mich, sonst sterb’ ich“ startet am Samstag, 29. Juni, um 11 Uhr vor dem Anwesen Neidhartstraße 25 im citynahen Bismarckviertel.

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