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Augsburg

17.06.2019

Ein Besuch im Zoo: Warum Alpakas so beliebt sind

Alpakas sind beliebt, weil sie gutmütig und nett anzusehen sind. Auch im Augsburger Zoo mag man sie.
Bild: Silvio Wyszengrad

Im Internet kursieren viele Bilder von Alpakas. Das liegt auch an ihren lustigen Frisuren. Auch im Augsburger Zoo sind sie ein Besuchermagnet.

Elias hat es nicht leicht: Zeigt er Paarungslust, kann es ihm passieren, dass er dafür bespuckt wird. Der Alpaka-Mann lebt im Augsburger Zoo mit acht Weibchen zusammen. Doch die haben nun einmal nicht immer Lust auf ihn. Elias’ Gehege ist ein Besuchermagnet im Augsburger Zoo. Das liegt auch daran, dass Alpakas quasi die neuen Flamingos sind.

Alpakas haben freundliche Wesen

„Die Zoobesucher stehen bei den Alpakas länger als früher und schauen sich die Tiere genauer an“, beobachtet Tierpflegerin Mareike Mayr seit längerem. Damit bestätigt sie den aktuellen Trend vor allem in sozialen Netzwerken. Seit geraumer Zeit werden vor allem auf Facebook viele Videos und Fotos über Alpakas gepostet. Die Tiere aus der Familie der Kamele haben eine dichte Wolle, die sich zu allerhand ulkigen Frisuren schneiden lässt. Damit haben sie ein bisschen die „Kulttiere“ Flamingos abgelöst, von denen es vom Schwimmreifen bis zu bedruckten Servietten allerhand Werbeprodukte gibt.

Tierpflegerin Mareike Mayr füttert die Alpakas mit Karotten.
Bild: Silvio Wyszengrad

Zoo-Chefin Barbara Jantschke weiß aus Erfahrung, wie sich Menschen in sozialen Netzwerken über Tiere begeistern können. „Das Video von den Erdmännchen im Bällebad wurde auf unserer Facebookseite über 500.000 Mal angeschaut.“ Auch der erste Beitrag über das einstige Nashornbaby Kibo sei unglaublich oft angesehen worden. Kibo, der nach Rom abgegeben werden soll, lebt übrigens immer noch in der Fuggerstadt. „Vergangene Woche erst war der zoologische Leiter aus Rom bei uns zu Besuch“, berichtet Jantschke. Aber man entschied sich, den Bullen erst im Herbst nach Italien zu transportieren. Momentan sei es einfach zu heiß.

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Auch den Alpakas drohte es zuletzt zu heiß zu werden. Deshalb wurden sie von ihrer dicken Haarpracht befreit und sind gerade besonders nett anzusehen. An ihren Köpfen sind sie allerdings wuschelig geblieben. „So kahl sähe das ja blöd aus“, findet Jantschke. Die Wolle der Tiere, die ursprünglich aus Südamerika stammen, wird übrigens zu den hochwertigsten Wollen gezählt. Das wissen auch einige Augsburger.

Was der Augsburger Zoo mit der Alpaka-Wolle macht

„Immer wieder fragen Menschen nach der Wolle, weil sie diese zum Spinnen brauchen“, berichtet die Zoochefin. Gegen eine Spende gebe man sie gerne weiter. Einen kleinen Teil stellt der Zoo einem städtischen Kindergarten für Bastelarbeiten zur Verfügung. Bei einer Schur der sechs erwachsenen Alpakas und der drei Jungen kämen schon 30 bis 40 Kilo Wolle zusammen. Alpakas haben aber noch mehr drauf. Weil die Tiere mit den großen Augen ein freundliches Wesen auszeichnet, werden sie gerne bei tiergestützten Therapien eingesetzt. Vor allem Kinder seien von ihnen begeistert. „Sie eignen sich besser als Ponys oder Esel, weil sie ruhiger sind.“

Von Ruhe kann im Gehege aber gerade keine Rede sein: Tierpflegerin Mareike Mayr besucht die Alpakas mit einem Eimer voller Karottenstücke. Für die Vierbeiner, die vorwiegend nur Gras oder Heu gefüttert bekommen, ist das eine Leckerei. Entsprechend stürzen sie auf die 21-Jährige zu. Mayr kann jedes einzelne Alpaka namentlich nennen und charakterisieren. Da ist etwa die dunkle Lisa, die ein besonders liebes Wesen habe, oder Brownie mit dem weißen Balken über den Augen. Sie stößt Warnlaute aus sobald sich ein Hund dem Gehege nähert.

Der weiße Elias ist derzeit der einzige Herr im Haus. Und wer weiß: Wenn ihn die Weibchen nur bespucken anstatt auf seine Avancen einzugehen, wird er es vielleicht auch bleiben.

Alpakas im Augsburger Zoo
13 Bilder
Bilder: So niedlich sind die Alpakas im Augsburger Zoo
Bild: Silvio Wyszengrad
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