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07.03.2009

Ein Chamäleon

"Nur wirklich glückliche Hühner werden am Ende knusprig." Alle sind wir auf der Suche nach dem Glück - zur Not mithilfe einer Trainerin. In ihrem Programm "Glück & Co." zeigte die niederbayerische Kabarettistin Luise Kinseher in der Stadthalle Neusäß auf urkomische Weise verschiedene Wege, das Glück zu suchen.

"Glück & Co., wir sind das und Sie sind froh" ist das Leitthema von Coach Gitti Lachner, die mit exaltiertem Gekicher verspricht, das Leben ihrer Zuhörer zu ändern. Dabei gerät sie schnell an eine Kernfrage der Existenz: "Was ist Glück? War das jetzt nachher mein Mann - oder vielleicht doch sein Geld?" Als sichere Methode, das Glück zu finden, präsentiert sie die Sprüche des durchgeknallten indischen Hühnerzüchters Mahatma Haruschi. Er erklärt die Welt mit Hilfe von Hühnern, das klingt dann so: "Die Henne war schon müd vom Brüten, das nächste Mal tut sie verhüten." Da weiß man, was man hat.

Virtuos wechselt Luise Kinseher zwischen verschiedenen Rollen und Dialekten. Sie gibt die verknöcherte fränkische Sekretärin - Verzeihung "Supersalessupportassistant" - mit Doktortitel und Opernausbildung, die ihre Erfüllung findet, als sie heimlich "Ich wollt, ich wär ein Huhn" mit Königin-der-Nacht-Intermezzo schmettert und schließlich ihren Traumjob findet als singender Zimmerbrunnen in einer von Chinesen eingerichteten Feng-Shui-Autobahnraststätte. Aus dem Absurden heraus führt die Kabarettistin die Zuhörer auf eigene Träume und gescheiterte Wünsche zurück.

Skurril sind die Typen allemal: Die österreichische Beziehungsberaterin wirft sich jedem Mann an den Hals und flirtet auch mit den Männern im Publikum schamlos; die Witwe hält ihren Mann Heinz extrem kurz und unternimmt lieber mit ihrem Horst "alles Mögliche". Jeder Figur verleiht sie ein charakteristisches Mienenspiel, wechselt von Satz zu Satz beinahe wie ein Chamäleon den Gesichtsausdruck.

Am Schluss entlarvt sich die bankrotte Gitti Lachner als Ich-AG, die so wenig Finanzvolumen hat, dass sie alle ihre Angestellten selbst spielen muss. Wie die Erzkomödiantin und -schauspielerin Luise Kinseher den Ton wechselt, ist derzeit einmalig im deutschen Kabarett und hätte mehr Zuschauer verdient.

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