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04.03.2008

"Ein Glücksfall für unser Land"

Aus der Hand von Bundespräsident Horst Köhler hat Augsburgs Rabbiner Henry G. Brandt in der Bonner Villa Hammerschmidt das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse empfangen. "Sie waren und Sie sind ein großer Glücksfall für unser Land und für die jüdische Gemeinschaft", sagte Köhler und zählte die Gründe auf.

"Intime Kenntnis des hiesigen kulturellen Umfelds und große Weltläufigkeit, Freude an der Vermittlung der alltäglichen Glaubenspraxis und Lust an akademischer Gelehrsamkeit, selbstbewusste Pflege der spirituellen Reichtümer des Judentums und einladende Offenheit."

Brandt, 1927 in München geboren und vor der Shoa nach Palästina entkommen, habe viele jüdische Gemeinden in Deutschland und anderswo zum Blühen gebracht und unermüdlich das gedeihliche Miteinander der Religionen gefördert, so der Bundespräsident. Selbst im Ruhestand habe er noch einmal eine jüdische Gemeinde übernommen. "Die Augsburger dürfen sich glücklich schätzen."

Mit Blick auf Brandts wechselhafte Biografie sagte Köhler: "Das von Ihnen Erlebte, Erfahrene und Erlittene hätte für mehr als eine Lebensgeschichte gereicht." In Palästina fing er als landwirtschaftlicher Helfer im Kibbuz an, als Flottenoffizier schleuste er jüdische Flüchtlinge ins Land. Das Studium der Wirtschaftswissenschaften brachte ihn nach Großbritannien. Mit 30 Jahren entschloss sich Brandt, am Leo-Baeck-College die Rabbinerausbildung zu machen. "Sie haben damals nicht nur einen neuen Beruf ergriffen, Sie wurden von Ihrer Berufung ergriffen", erklärte Köhler bei der Verleihung des Verdienstkreuzes. (loi)

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