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Ärzteorchester

10.12.2013

Ein Hit jagt den nächsten

Auftritt im Zeichen der Oper – mit zwei Gesangsstars

„Begnadete Stimmen mit Meisterwerken aus Oper und Konzert“ verhieß das Programm. Und Sophia Brommer und Gerhard Siegel verliehen der Weihnachtsgala des Augsburger Ärzteorchesters denn auch jene exquisite Note: Hier fesselte leuchtende Koloratur-Glut, dort bannte kraftvoll Tenorfülle – das ausverkaufte Parktheater war hin- und hergerissen.

Natürlich zielte dieses stimmungsvolle Potpourri aus Opernhits auf Ausstrahlung ab. Hinter dieser Arienwelt indes begannen konzertant zentrale Operngestalten aufzuleben, die Brommer ebenso wie Siegel vital verkörperten und emotional ausloteten. Das ewige Spiel um „Liebe und Tod“ begann.

Siegel tauchte als Siegmund heldentenoral in Wagner „Walküre“ ein. „Winterstürme wichen dem Wonnemond“ gestaltete er klangvoll nuanciert als Schnittstelle, da hier doch die verhängnisvolle Liebe zu Sieglinde entflammt. Als Titelheld in „Fausts Verdammnis“ von Berlioz fand er sich in Margaretens Gemach wieder: Dieses Fluidum sog der Tenor förmlich auf, löste es schwärmerisch in Liebesreflexionen auf. Gefordert war Wandlungsfähigkeit, galt es doch auch, als Riccardo in Verdis „Maskenball“ Abschied für immer von Amelia zu nehmen: Heiße Leidenschaft wie dunkle Todesahnung durchdrangen sich in „Ma se me perderti“.

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Sang Siegel zumeist vom Notenpult aus, so gestaltete Sophia Brommer ihren Part freier. Als Mozarts Königin der Nacht („Zauberflöte“) betörte sie nicht nur Tamino mit perlenden Koloraturen („O zitt’re nicht“). Weit war der Schritt zu „Solvejgs Lied“ aus Griegs „Peer Gynt“. Berührend sang sie sich hier den Seelenschmerz vom Leibe, eindringlich ihre Allegretto-Vokalisen. Als vom Schicksal und Leben schwer gezeichnete Violetta (Verdi, „La Traviata“) nahm sie leidvoll Abschied: zuerst – tonlos gesprochen – der hoffnungsvolle Brief, zuletzt tragische Erschütterung, von Brommer ergreifend eingefangen.

Komödiantisch sollte aber auch Offenbachs Theaterblut pulsieren. Noch halb Puppe, schon halb Mensch ging die Sopranistin in der Arien-Rolle der Olympia fulminant auf, während Siegel als Hoffmann in der „Ballade des Kleinzacks“ grotesk den Zwerg auf die Bretter stellte. Jetzt war Feuer unterm Theaterdach! Dadurch inspiriert und gut vorbereitet, lief das Mediziner-Orchester unter Christian Echls bewährter Leitung zu Hochform auf. Trefflich stimmte es auf die Arienwelt ein: So paarte Lanners „Mozartisten“ die „Zauberflöten“-Ouvertüre augenzwinkernd mit dem Wiener-Walzer, so kreierte Konzertmeister Wolfgang Tressel einen Wagner-Hymnus à la „Tannhäuser“, so schlug ein „Carmen“-Intermezzo eine orchestrale Brücke von Offenbach zu Verdi. Die Solisten wurden anschmiegsam begleitet. Ein Erfolg auf der ganzen Linie: Zugaben, die Ehrung Tressels als „spiritus rector“ des Orchesters – und eine stolze Einnahme zu Benefiz-Zwecken.

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