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Ausstellung

18.04.2015

Ein Klarinettenschatz aus der Mozartzeit

So sehen die historischen Klarinetten aus, die der Reutlinger Rolf Lachenmann im Lauf seines Lebens gesammelt hat. In Augsburg werden die Instrumente nun begleitend zum Deutschen Mozartfest und passend zum Festivalmotto präsentiert.
Bild: Fred Schöllhorn

Der Reutlinger Rolf Lachenmann sammelt historische Instrumente. Eine Kette von Zufällen führte dazu, dass seine Sammlung ab kommender Woche in Augsburg zu sehen und bald auch zu hören ist

Ein paar Zufälle waren nötig, damit diese außergewöhnliche Ausstellung historischer Instrumente zustande kam. Nun leitet die Schau das diesjährige Deutsche Mozartfest ein. Passend zum Festival-Motto sind es Klarinetten, die präsentiert werden. Sie stammen aus Privatbesitz und gehören Rolf Lachenmann.

Als 18-Jähriger kaufte er das erste Instrument. Das war 1956, also 200 Jahre nach der Geburt von Wolfgang Amadeus Mozart. In Paris hielt sich Lachenmann damals auf. Der Zufall führte ihn an einen Flohmarktstand, an dem er eine historische Klarinette erwarb, ohne zu ahnen, welcher Schatz für wenig Geld nun sein Eigen war. Lachenmann, seines Zeichens Goldschmied, war und ist ein begeisterter Jazzmusiker und spielte damals in einer Dixieland-Band, ja was wohl? Die Klarinette. Mit seinem ersten Sammlerstück hatte er einen „Grundton“ für die weitere Sammlung angestimmt, die, da Privatbesitz, als einmalig bezeichnet werden muss.

Heute wohnt Lachenmann in Reutlingen. Sein Sohn Christof Lachenmann, Inhaber der Augsburger Goldschmiede Fries-Arauner, zeigte vergangenes Jahr im Schaufenster des Geschäfts Instrumente seines Vaters – der nächste Zufall. Dort entdeckte sie der Pianist und derzeitige Konzertplaner des Festivals, Hans Christian Wille. „Ich dachte, es seien Ausstellungsstücke, auf keinen Fall historische“, erzählt Wille, der kurz entschlossen nachfragte und von Christof Lachenmann eines Besseren belehrt wurde. Wille überredete ihn, die Instrumente 2015 noch einmal zu zeigen. „Schließlich heißt das Festival ‚Mozart und die Klarinette‘“, so Wille.

Nun sind während des Festivals historische Instrumente zu sehen, die aus der Mozartzeit stammen und einen Eindruck vermitteln, was für Klarinetten es waren, zu denen sich das Komponistengenie so hingezogen fühlte. Legendär ist sein Satz: „Ach, wenn wir doch nur Clarinetti hätten …“

Bei der reinen Ausstellung wollen es Wille, Lachenmann und der Augsburger Klarinettist Thomas Deisenhofer nicht belassen. Ein Teil der historischen Instrumente soll im Rahmen des Festivals zum Einsatz kommen – im Meisterkurs von Sabine Meyer. Dort wird auch das 1956 in Paris gekaufte Instrument aus der Werkstatt von J. F. Simiot (1769 bis 1844) gespielt.

Deisenhofer sorge sich darum, zu testen, welche Instrumente akustisch reizvoll sind. Drei wurden mittlerweile von einem Reutlinger Instrumentenbaumeister wieder spielbar gemacht, die anderen sind Schauobjekte. Die Ausnahmeklarinettistin Sabine Meyer wird am kommenden Montag erstmals in Reutlingen ein Instrument der Sammlung in den Händen halten und darauf spielen. Sie möchte vor dem Mozartfest wissen, wie sie klingen und über welche Eigenschaften sie verfügen.

Von 24. April an sind die Klarinetten in den Schaufenstern von Fries-Arauner, Karlstr. 12, sowie bei Siller & Laar und der Weinhandlung Bayerl (Philippine-Welser-Str.) zu sehen.

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