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Fußball

28.04.2020

Ein "Löwen"-Lehrmeister aus Haunstetten

Im Nachwuchs von 1860 München arbeitet der Haunstetter Trainer Rolf Heinrich.
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Im Nachwuchs von 1860 München arbeitet der Haunstetter Trainer Rolf Heinrich.
Bild: Christoph Kölle

Rolf Heinrich trainiert die U16 der Münchner Löwen. In sechs Jahren möchte er Cheftrainer eines Bayernligisten sein. Warum ihn seine Bekannten einen „positiv Verrückten“ nennen

Rolf Heinrich ist nicht ganz normal. Das finden zumindest die, die ihn am besten kennen. „Mein Freundeskreis sagt, dass ich ein Verrückter bin“, sagt der Haunstetter. Vor rund zwei Jahren begann er sein erstes Engagement als Trainer im Jugendfußball, stieg beim SV Heimstetten und später beim TSV Rain gleich in semiprofessionellen Vereinen ein. Zu Beginn des Jahres hat er den Aufstieg zu einem der großen Namen des deutschen Vereinsfußballs geschafft, allerdings nicht in seiner Heimatstadt. Er trainiert jetzt die U16 des TSV 1860 München. Doch Heinrich hat höhere Ziele.

„In sechs Jahren möchte ich eine Bayernliga-Mannschaft trainieren“, sagt er. Dann wäre er 40, so alt wie aktuell viele Trainer in der Klasse sind, und hätte es ohne eine Karriere als Aktiver in höheren Ligen dorthin geschafft. Heinrich weiß, dass er dafür viele Opfer bringen muss. Und das tut er bereits.

Zwar ruht die Saison aktuell. Doch vorgesehen ist, dass er als Trainer drei- bis viermal pro Woche nach München unterwegs ist, um mit seiner Mannschaft zu arbeiten. Zudem ist Heinrich schon länger für die Spielerbeobachtung des Vereins in der Region Schwaben zuständig, reist deshalb manchmal auch über die Grenzen des Freistaats hinaus. Und das alles neben seinem eigentlichen Beruf, er ist Polizist. Freizeit unter der Woche hat er oft keine. Und auch das Wochenende ist meist rund um die Uhr verplant. „Das ist kein Ehrenamt mehr“, sagt Heinrich. „Das ist eine Nebentätigkeit.“

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Als Trainer will Heinrich ein Kumpel sein

Der Deutsche Fußball-Bund hat kürzlich seine Trainerausbildung umgestellt. Der Verband hatte festgestellt, dass die Ausbildung sowohl für Spieler als auch für Trainer kaum Raum für Individualisten ließ. Heinrich sieht das genauso. Seit zwei Jahren besitzt er eine Trainerlizenz der Klasse B. „Sich mit Tempo im direkten Duell durchzusetzen, ist ein Schlüssel zum Erfolg“, sagt er. Der Spielstil, den er trainieren will, ähnelt dem von Jürgen Klopp. Doch nicht nur sportlich muss er Einfluss auf seine Spieler nehmen. „Ich sage ihnen immer, die Schule muss mindestens genauso wichtig sein wie der Fußball“, schildert er die Gespräche mit seinen Spielern. Für sie will er wie ein Kumpel sein, nicht wie eine Vaterfigur. „Ich will sie mit in die Verantwortung nehmen, dann kämpfen die Spieler auch ein Stück mehr für einen.“ Deshalb wundert es nicht, dass er seine Trainingseinheiten als außergewöhnlich hart bezeichnet.

Dass er im Winter aus Rain nach München gewechselt ist, hatte mehrere Gründe. Einer sei gewesen, dass er nicht als Trainer für einen der älteren Jahrgänge vorgesehen gewesen sei. „Eine unterklassige Jugendmannschaft zu trainieren, das ist nicht mein Anspruch“, sagt er. Um es in die Bayernliga oder höher zu schaffen, brauche er aber Kontakte – die er sich aktuell aufbauen kann. „Schauen Sie, wer den TSV Schwaben trainiert.“ Beim Augsburger Bayernligisten steht aktuell Ex-FCA-Star Halil Altintop an der Seitenlinie. „Da kommt ein Rolf Heinrich nicht so einfach hin.“

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