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05.05.2010

Ein Plädoyer fürs Lechkraftwerk

Der Ausbau der Wasserkraft ist in Bayern politisch gewollt. Die Bevölkerung stehe mit großer Mehrheit dahinter. Und auch das geplante Kraftwerk am Augsburger Lech im Naturschutzgebiet Stadtwald sei genehmigungsfähig. Diesen Standpunkt vertritt der Energieerzeuger Eon Wasserkraft GmbH.

Der Technische Geschäftsführer des Unternehmens, Dominik Godde, referierte in Augsburg vor handverlesenem Publikum aus Politik, Wirtschaft und Verbänden über den Nutzen der Wasserkraft als nachhaltige Ressource der Energiegewinnung in Bayern. Eingeladen hatten die CSU-Abgeordneten Johannes Hintersberger und Bernd Kränzle.

Laut Godde ist die Wasserkraft in Bayern zweitgrößter Stromerzeuger nach Kernenergie. Die Spitzenstellung sei naturgegeben, aber auch von der Staatsregierung politisch gewollt. Zuletzt wurde 2007 vom Kabinett beschlossen, die Wasserkraft um zehn Prozent auszubauen.

Godde zufolge steht auch die große Mehrheit der Menschen in Bayern hinter dem Ausbau der Wasserkraft. "Im Unterschied zur veröffentlichten Meinung haben wir Rückhalt in der Bevölkerung." Er beruft sich auf eine Umfrage, die Forsa im Auftrag von Eon erstellte. Danach sind 80 Prozent der Befragten dafür, diese regenerative Energiegewinnung noch stärker auszubauen. Weiter bekräftigte er, dass Eon sehr interessiert daran sei, einen Ausgleich widerstreitender Interessen zu finden, wenn eine neue Anlage errichtet wird. So engagiere man sich in der Forschung, um völlig neue Turbinenkonzepte und Generatoren zu entwickeln.

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Die Firma Eon will auch das umstrittene Lechkraftwerk im Augsburger Stadtwald bauen und hat dafür ein Genehmigungsverfahren bei der Wasserrechtsbehörde der Stadt beantragt. Zuhörer beschäftigte die Frage, ob im Naturschutzgebiet Stadtwald nicht ein ähnlich ökologisch ausgerichtetes Kraftwerk gebaut werden könne wie derzeit am Lech in der Firnhaberau.

Godde zeigte sich davon überzeugt, dass die neue Anlage am Lech in allen strittigen Punkten genehmigungsfähig sei. Sie gefährde weder den Stadtwald, weil nur für einen Umgehungsbach geringfügig in die Aue eingegriffen werde, nicht aber für das Kraftwerk selbst. Auch der Trinkwasserschutz sei voll gewährleistet, weil die Wasserstände durchs neue Kraftwerk nicht angetastet werden sollen. Mit der problematischen Eintiefung des Flussbettes habe das Kraftwerk ebenfalls nichts zu tun.

Umweltreferent Rainer Schaal (CSU) machte deutlich, wo aus seiner Sicht die Probleme des Projektes liegen. "Der Antrag von Eon kommt nicht zum richtigen Zeitpunkt." Zuerst müsse eine Gesamtschau am Lech zwischen Hochablass und Lechstaustufe 23 erfolgen. Wie berichtet, wollen die Stadt und viele Naturschutzverbände eine Planung des Freistaats, um den Lech in dem wertvollen, aber gefährdeten Naturschutzgebiet zu einem vitalen Fluss umzubauen. Im Genehmigungsverfahren fürs Kraftwerk kann vorab nicht geklärt werden, ob die neue Anlage einen solchen Umbau des Flusses verhindern würde.

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