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Augsburg

22.11.2018

Ein Schandfleck? Augsburger verteidigen ihren Hotelturm

Ist der Augsburger Hotelturm hässlich? Das sehen Einheimische natürlich ganz anders...
Bild: Ulrich Wagner

In einem Online-Quiz wird das Gebäude als hässlich bezeichnet. Das sehen die Einheimischen natürlich anders. Einer hat es sich sogar als Tattoo stechen lassen.

Gefällt Ihnen eigentlich der Hotelturm? Einer Autorin von Bento offensichtlich nicht. In dem Jugendangebot von Spiegel-Online wird Augsburgs höchstes Gebäude gar als ein Schandfleck bezeichnet. Das wollen manche Fuggerstädter nicht auf sich sitzen lassen. Für viele ist der Hotelturm etwas besonderes. Ein bekannter Augsburger hat ihn sich sogar tätowieren lassen.

"Erkennst Du diese Städte an Ihrem Schandfleck?" lautet die Frage eines Quiz auf der Internetseite von Bento . Darin wird erklärt, dass man Städte immer an ihren Wahrzeichen, wie etwa den Kölner Dom oder das Brandenburger Tor in Berlin erkennen kann. Doch mit hässlichen Orten in Städten sei das schwieriger, bemerkt die Autorin. Und schwups reiht sich in die Bilder des "Schandfleck-Quizzes" der 158 Meter hohe Hotelturm (inklusive Antenne) ein. "Ich mag unseren Hotelturm", verteidigt Leserin Michaela Reiter den Hotelturm auf dem Instagram-Profil der Augsburger Allgemeine.

Und das kommt dabei raus: der Hotelturm in Augsburg aus der Vogelperspektive.
25 Bilder
Bilder zeigen: So lebt es sich im Augsburger Hotelturm
Bild: Bernd Hohlen, Silvio Wyszengrad, Fred Schöllhorn, Michael Eichhammer

Atemberaubende Sonnenuntergänge vom Hotelturm aus

Das Gebäude sei zwar Geschmackssache, aber sicherlich kein Schandfleck. Er gehöre einfach zur Silhouette der Stadt dazu, findet auch Jasmin Minimin. Michael Johler, der gerne Fotos vom Hotelturm aus knipst, setzt sich ebenfalls für ihn ein. Für den Studenten ist der Turm so besonders, dass er sich zu besonderen Anlässen in der Junior Suite des Dorint Hotels im 34. Stock einmietet, wie er erzählt. "Wenn ich etwa mit meiner Freundin Jahrestag feiere oder sie Geburtstag hat." Dann genießt das Paar den Blick vom höchsten Punkt der Stadt aus.

Michael Johler mietet sich gerne in der Junior Suite ein, um den Blick aus dem 34. Stock zu genießen. Klar, dann macht er auch Fotos.
Bild: Michael Johler

"Da ist es auch egal, wie schlecht das Wetter ist. Der Blick ist immer super", sagt der 24-Jährige, der schon atemberaubende Sonnenuntergänge vom Balkon im 34. Stockwerk aus fotografiert hat. Der Turm hat insgesamt 35 Etagen. Hässlich findet Johler ihn auf gar keinen Fall. Speziell sehe er halt aus. "Und wenn man im Zug oder im Auto sitzt und in die Stadt rein fährt, sieht man ihn als erstes. Dann weiß man, man ist wieder daheim."

Radiomoderator trägt Hotelturm als Tattoo

Rolf Störmann hat sogar jeden Tag direkten Blick auf den Turm, der von Augsburgern gerne auch "Maiskolben" genannt wird. Der FCA-Stadionsprecher und Radiomoderator von Hitradio.RT1 hat das Bauwerk nämlich auf seinen rechten Arm tätowieren lassen – samt einem Maiskolben. Störmanns Traum war es immer, im Hotelturm eine Wohnung zu beziehen. "Aber es hat sich nie ergeben." Er mag den Hotelturm, "weil er so schön retro ist". Tatsächlich wurde mit seinem Bau im April 1971 begonnen.

Radiomoderator Rolf Störmann hat sich den Hotelturm samt Maiskolben auf den rechten Arm tätowiert.
Bild: Störmann

In einer Rekordzeit von knapp elf Monaten war er fertig. Rechtzeitig für die Gäste, die zu den Olympischen Sommerspielen in München anreisten. Übrigens gibt es den "Maiskolben" auch in doppelter Ausführung in Chicago in den USA. Die Twin Towers dort, die von 1959 bis 1964 errichtet wurden, dienten dem Augsburger Immobilienunternehmer Otto Schnitzenbaumer einst als Vorlage. "Schönheit ist natürlich für jeden etwas anderes", räumt Radiomoderator Störmann ein. Aber er finde, Augsburg habe damit ein tolles Wahrzeichen neben den historischen Gebäuden.

"Da mein Arm sowieso nur mit Augsburger Motiven tätowiert ist, war es für mich keine Frage auch unseren Maiskolben dauerhaft zu verewigen." A pro pos Vergleiche. Für die Bento-Autorin sieht der Hotelturm aus, wie die "Dinger, die sich in der Autowaschanlage drehen." Wie auch immer. Der Hotelturm ist immer mal wieder eine Geschichte wert. Soll er für andere ein Schandfleck sein, für viele Augsburger bleibt er ein Wahrzeichen.

Lesen Sie hier auch: So irre lebt es sich im Augsburger Hotelturm

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Die Diskussion ist geschlossen.

23.11.2018

Wer so etwas wie das Rizzi-Haus als Schandfleck bezeichnet, muss wohl nicht ernst genommen werden.....

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23.11.2018

Der "Maiskolben", wie er liebevoll von Augsburgern genannt wird, ist auch ein Stück Augsburger Geschichte. Es ist nicht der schönste Turm, aber er hat ein Alleinstellungsmerkmal in der Stadt. Der Baustil entspricht dem des Olympiadorfs in München, was auch sein Zweck war. Warum macht man die Geschichte nicht sichtbarer und erinnert mit dem Turm an die Olympischen Spiele 1972 in Augsburg?

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23.11.2018

Spiegel online ! Das sagt doch schon alles ! Über das Foto der Frau, die diesen Artikel erbrach, will ich erst gar nicht reden.
Das Wahrzeichen Augsburgs ist nicht der Hotelturm, die Wahrzeichen sind Rathaus und Perlach und die Ulrichskirche.
Häßliche Gebäude gibt es in fast allen Städten, wenn ich da nur an die drei abgewinkelten Gebäudekrücken in Köln oder die Auster in Berlin denke.

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23.11.2018

Als Augsburger, der in der rheinländischen "Diaspora" lebt und in der Regel mit dem Zug nach Augsburg kommt, ist der Hotelturm keine Schandfleck, sondern ein Leuchtturm. Wenn ich den Turm sehe, dessen Bau ich miterlebt habe, bin ich zu Hause.

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22.11.2018

Der Schandfleck beginnt oberhalb des ehemaligen Restaurants. In der Tat ist der nachträglich aufgesetzte Aufbau und die Antenne kein Schmuckstück und geeignet den gesamten Turm zu verunstalten.

Ansonsten hat der- oder diejenige, die so abfällig über unseren Maiskolben urteilt eben keinen Geschmack oder einen schlechten. ^^

Die Ansichten zu Bauwerken ändern sich auch gerne mal über die Jahrzehnte hinweg. Wer hätte gedacht, dass der 'Schandfleck' Gaskessel in Oberhausen,oder diverse Industrieschornsteine mal so hoch in der Gunst der Stadtbevölkerung stehen würden.

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