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29.10.2018

Ein Spagat zwischen den Genres

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Gemeinderat Manfred Pelzer half in der Rolle des Schmieds aus und schwang den musikalischen Hammer zur Amboss-Polka.

Jahreskonzert Pop, Klassik, Volksmusik: Die Blaskapelle Karlshuld entführt das Publikum auf eine Reise durch musikalische Stile. Weshalb ein Gemeinderat zum Hammer greifen muss

Grasheim Mit einem musikalischen Spagat – von Straußklängen über bayerische Volksmusik, Märsche und moderne Blasmusik bis hin zu klassischem Pop – die Blaskapelle Karlshuld intonierte bei ihrem Jahreskonzert in Grasheim viele Musikgenres. Und um eines vorwegzunehmen: Der Funke sprang bei der Spielfreude der Tonkünstler schnell auf die mehr als 200 Besucher im Gartensaal vom Karmann über.

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Der Vorsitzende Ernst Hammer schwärmte beim Blick in den Saal von einer Hommage und Wertschätzung der örtlichen Blaskapelle. Unter die Besucher mischten sich Musiker aus insgesamt neun befreundeten Blaskapellen. „Wir suchen den Kontakt zu Gleichgesinnten und pflegen diesen nicht nur bei unserem Open Air – Matinee im Sommer, sondern das ganze Jahr über“, sagte der Vereinschef. Dann wanderte sein Blick zum Dirigenten Christian Mattes.

Der Taktgeber zog nicht nur seine Gruppe von 30 Musikern zwischen 15 und 62 Jahren in den Bann, sondern auch das gesamte Publikum. Das Programm moderierten die Frauen und Männer selbst – informativ, humorig und voller Esprit. Das Ensemble motivierte die Zuhörer, aufzustehen, mit den Hüften zu schwingen und mitzusingen.

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Dirigent Mattes versprach zum Auftakt eine musikalische Reise. Dafür hatte die Gruppe ein Jahr lang fleißig geübt, wie zuletzt bei einem dreitägigen Probenwochenende in Landshut. „Bei uns machen alle mit Begeisterung mit“, lobte er seine Musiker. Letztere legten mit der „Fest-Fanfare“ los, die aus der Feder von Hans Speth stammt. Später ließen sie „Vorhang auf“ von Hand Kolditz erklingen, eine Ouvertüre in Anlehnung an die Varietés und Revuen um die Jahrhundertwende. Darin wechselten sich besinnliche sowie schwungvolle Elemente ab und endeten mit dem berühmten „Can-Can“. „Auch das Ratschen gehört zu einer Reise“, erklärte der musikalische Leiter zur „Tritsch-Tratsch-Polka“ von Johann Strauß Sohn. Beim Medley „Moment for Morricone“ träumten die Zuhörer von der Dolce Vita.

Nach einer kurzen Pause musizierte das Ensemble weiter mit dem „Gruß aus Oberbayern“. Für die Amboss-Polka wurde ein richtiger Amboss auf die Bühne geschleppt. Ein Schmied, der das eiserne Stück mit dem Hammer erklingen lassen konnte, aber fehlte. Also griff Dirigent Christian Mattes zum Handy, wählte eine Nummer – und mitten im Publikum klingelte das Smartphone von Gemeinderat Manfred Pelzer, der die Rolle des Schmieds kurzerhand übernehmen musste.

Mit „Von Freund zu Freund“, ging die musikalische Reise weiter, bevor es mit „Copacabana“ von Barry Marilow schwungvoll und mit den „Golden Hits“ der Beach Boys rockig wurde. Die Zugabe „Wem Gott will rechte Gunst erweisen, dem schickt er in die weite Welt“ wurde am Ende des Abends durch Lokalkolorit ergänzt: „Doch muss man nicht allzu weit verreisen, wenn es einem hier im Moos gefällt“, lautete der Titel.

Passend zum Karlshulder Ensemble erklang das Stück „Music was my first love and will be my last“. Dazu sagte der Leiter der Blaskapelle: „Musik ist ein ganz wichtiger Teil unseres Lebens.“

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