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Toujours Mozart

28.01.2013

Ein Wochenende für Amadé

Abwechslungsreich, jedermanntauglich: Musikmarathon mit Profis und Laien

Das Konzertprojekt des kunstsinnigen Münchner Unternehmers Erich Fischer gastierte am Geburtstagswochenende für Amadé zum zweiten Mal am Lech – kein Wunder, denn Kleiner Goldener Saal, Rokokosaal, Jesuitengasse strahlen authentisches Mozart-Gefühl aus. „toujours Mozart“ könnte man englisch erweitern mit „Leopold is watching you“.

Im fußläufigen Pendelverkehr zwischen den Saaljuwelen versuchte „toujours Mozart“ den Komponisten in weiten Bögen einzukreisen. Zielpunkt waren auch Vorgänger und Nachfolger Mozarts. Das diesjährige Motto „Mozart und Jedermann“ weist listig auf die Salzburger Herkunft des Genies hin; und suggeriert, dass Mozart allen gehören soll – den besten Musikern ebenso wie der Jugend und den Liebhabern. In der Tat vertrugen sich Mozart und Jedermann ganz gut. Die Profi-Konzerte hatten bei sozialverträglichen Preisen Spitzenniveau, die Plattform für Jugend und Amateure zeigte Qualität und wurde mit Anteilnahme der Freunde und Musikliebhaber angenommen.

Das Abendkonzert als festliche Klammer

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Im Mittelpunkt stand das „toujours Mozart“-Kammerorchester, das aus erfahrenen und jungen Musikern besteht: Professoren, historische Spezialisten, bestqualifizierte Studenten. Ohne Dirigent spielt es unter der Leitung der hinreißend virtuosen und souverän den Takt vorgebenden Konzertmeisterin Elisabeth Kufferath. Zum Auftakt erlebte man es – nach Leopolds „Litaniae Lauretanae“ unter Mitwirkung des Augsburger Suevica Chors – mit der farbig ausgebreiteten Sinfonie KV 543. In Duetten und Terzetten Amadés präsentierte sich die hervorragende Sängerriege, die auch in anderen vokalen Nahtstellen des Programms für Qualität sorgte: Andrea Lauren Brown (Sopran), Markus Schäfer (Tenor), Wolfgang Wirsching (Bariton); in den Leopold-Litaneien sang auch der Augsburger Mezzo Liat Himmelheber. Brown, Schäfer und Wirsching warteten später mit instrumental begleiteten Volksliedbearbeitungen von Beethoven, Mozart und Zeitgenossen auf – teils quasi für den „englischen und italienischen Markt“ komponiert.

Die Klammer um das vielgestaltige Programm bot das Orchester im festlichen Abendkonzert. In zwei Arien aus dem merkwürdigen Opern-Oratorien-Zwitter „Davidde penitente“ – mit Andrea Lauren Brown und Markus Schäfer – arbeitete das Orchester Mozarts fast gespenstisches Raffinement seiner harmonisch-instrumentalen Vorgänge heraus. Mit den Hammerklavierspezialisten Malcolm Bilson und Zwi Meniker, die auf Walter-Kopien originale Mozart’sche Klangwelt aufleben ließen, genoss man den Spieluhrencharme des Doppelkonzerts KV 365. Ein heiteres Fest war die Haffner-Serenade, in der Elisabeth Kufferath ihren virtuosen Violin-Solopart atemberaubend schlank und schön zauberte.

Nicht weit weg von Mozarts genial vertiefter musikalischer Unterhaltung ist Beethovens Septett op. 20. Der Originalfassung (Streicher und Bläser) folgte am Sonntag die Rarität in Trio-Version mit Klarinette, Cello und Hammerklavier. Beethovens zum Niederknien schöne Wanderung durch stimmungsvolle wie auch virtuos gepeitschte Ausdruckslandschaften wurde zum Erlebnis. In dieses Genre gehört auch die von der aus Augsburg stammenden Weltklasseflötistin Andrea Lieberknecht und Pianist Zwi Menker vorgetragene Beethoven’sche Serenade op. 41, ein zwischen faunhaftem Spuk und arkadischer Seligkeit changierendes Juwel. Es kam in einem Programmkomplex (Eintritt frei!) zu Ehren, in dem auch gute Amateurleistungen zu hören waren. Das Augsburger Ärzteorchester unter Christian Echl spielte die „Kleine Nachtmusik“ und ließ das Violinkonzert A-Dur KV 219 folgen. Famos unterstützt vom Medizinerensemble kam die junge und absolut professionell musizierende Franziska Strohmayr zu ihrem ersten Solo-Auftritt mit Orchester. Die in Stadtbergen aufgewachsene Geigerin bot eine musikalisch reife wie klanglich exzellente Leistung.

„Die Zauberflöte“ in fröhlichem Taschenbuchformat

„Die Zauberflöte“ wurde in ungewöhnlichen Formen dargestellt. Die für Bläser geschaffene Harmoniemusik vereint ebenso wie die Kurzfassung „im Taschenbuchformat“ mit Streichquartett die wichtigsten Teile und Arien der Märchen- und Mysterienoper. Bratscher Johannes Erkes moderierte mit Humor. Die Sängertruppe (Agnes Preis, Christine Merz, Adam Sanchez, Thomas Ruf) war mit ebensolcher Freude dabei wie die vielen Kinder im Publikum. Und Spaß hatten auch einige extra rokokogemäß gekleidete Vereine, die mittags unter der Leitung von Tanzmeister Jürgen Schrape sozusagen „mit dem Wolferl“ tanzten.

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