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Ein Zeichen für das Miteinander zwischen Juden und Stadt

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Kommentar Von Michael Hörmann
26.07.2018

Die jüdischen Friedhöfe in Augsburg sind bald voll. Nun wurde nach neuen Arealen gesucht - still und ohne Aufhebens. Dies sagt viel über das Verhältnis aus.

Wenn es um ein wahrnehmbares Zeichen jüdischen Lebens in Augsburg geht, ist die Synagoge in der Halderstraße ein eindrucksvolles Dokument. Sie feierte im Vorjahr das 100-jährige Bestehen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war unter den Festgästen. Die Synagoge ist ein beeindruckender Bau mit orientalischen Elementen, Anleihen aus dem Jugendstil und der Neuen Sachlichkeit. Was jedoch als besonders bemerkenswert gilt: Als einzige Großstadtsynagoge Bayerns, ja als eine der wenigen Synagogen Deutschlands überstand sie das Dritte Reich. Von den Nationalsozialisten wurde sie geschändet. Völlig zerstört wurde die Synagoge mit ihren 800 Plätzen aber nicht.

Die heute in Augsburg lebenden Juden finden in der Synagoge eine Anlaufstation. Es ist ihr Treffpunkt, um ihren Glauben zu leben. Diese Juden haben Frieden mit der Stadt geschlossen, auch wenn ihre Ahnen einst vielleicht daraus vertrieben wurden. Weil Augsburg wieder ihre Heimat geworden ist, finden viele ihre letzte Ruhe in Augsburg. Dass nun im Stadtgebiet ein neuer jüdischer Friedhof ausgewiesen wird, ist somit auch Ausdruck dieser Form dieser Verbundenheit.

Geräuschlos verlief hinter den Kulissen die Suche nach einem passenden Grundstück. Die von Stadtspitze und Vertretung der israelitischen Kultusgemeinde gemeinsam präsentierte Lösung darf jedenfalls so verstanden werden, dass Augsburg für die hier lebenden Juden zur Heimat geworden ist – über den Tod hinaus. Es ist auch ein schönes Zeichen der Versöhnung und des gegenseitigen Respekts.

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