1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Ein dunkler Wald für Tosca

Theater Augsburg

07.12.2016

Ein dunkler Wald für Tosca

Copy%20of%20tosca_woods_sun.tif
3 Bilder
Zwei Illustrationen aus der Videoanimation, die Stefanie Sixt für die Opernproduktion „Tosca“ geschaffen hat.
Bild: Stefanie Sixt

Stefanie Sixt hat für die Opernproduktion Video-Animationen geschaffen. Der Regisseur der Oper hat ihr die Arbeit erleichtert. Zum Schluss wurde es trotzdem stressig

Vor über einem Monat bejubelte das Augsburger Publikum in der Schwabenhalle die Premiere von Puccinis „Tosca“, für das Theater Augsburg inszeniert von Nigel Lowery. Im November konnte die beliebte Oper dort nicht gegeben werden, weil die Halle anderweitig gebucht war. Von heute an steht „Tosca“ sieben weitere Mal auf dem Spielplan.

Beim Premierenapplaus am 28. Oktober stand auch die Videokünstlerin Stefanie Sixt neben Regisseur Lowery auf der Bühne. Für sie war ihr „Auftritt“ in Augsburg ein Heimspiel. Stefanie Sixt, seit Jahren erfolgreiche Videokünstlerin, wurde 1973 in Augsburg geboren, machte ihr Abitur am Holbeingymnasium, studierte an der FH Augsburg und später in Maastricht Kunst und Kommunikationsdesign und lebt – obwohl international gefragt – inzwischen wieder in Augsburg.

Wie kam es zu dem Tosca-Engagement der Videokünstlerin, die heuer den Augsburger Medienpreis erhalten hatte? Sixt: „Ich bin im Mai vom Theater gefragt worden, ob ich mir Videoeinspielungen für ‚Tosca‘ vorstellen könne.“ Nach nur einem Treffen mit den Verantwortlichen war man sich einig, dass Stefanie Sixt zum Team gehören müsse.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Wichtig für ihre Arbeit, die in der Vorbereitung hauptsächlich am Computer stattgefunden hat, waren der Künstlerin die Ideen von Regisseur Nigel Lowery, der mit den Videos das Illusionäre auch eine Distanz in der Oper aufzeigen wollte. „Weil Lowery so ein ‚begnadeter Zeichner‘ ist, hat er mir die Umsetzung sehr vereinfacht“, erzählt die Künstlerin. Regisseur Lowery (er war auch für das Bühnenbild und die Kostüme verantwortlich) hatte jeden der Bäume, die für einen Wald im Bühnenbild gedacht waren, auf Papier skizziert. Es gehörte zu Sixts Arbeit, die einzeln gezeichneten Bäume auszuschneiden, um sie am Computer zu vervielfältigen. „Compositing“ heißt das im Fachjargon. Es seien, sagt die Künstlerin, „schon aufwendige Vorarbeiten“ gewesen, und der „dunkle Wald habe sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Hinzu kamen später separate Filmsequenzen mit Sally du Randt, in der Rolle der Tosca. Diese Filmszenen waren erforderlich, damit es auf dem Video so aussieht, als laufe Tosca wie eine feenhafte Gestalt durch den Wald.

Vor der Premiere, wenn der Stress sowieso am größten ist, kam für Sixt noch eine gute Portion davon obendrauf. Während der Beleuchtungsproben wurde deutlich, dass der Bühnenschleier, der in den Aufführungen sichtbar bleibt und dadurch das Spiel diffuser gestaltet, viel zu hell war. „In einer Nacht- und-Nebel-Aktion wurde dieser Schleier grau besprüht, und ich musste in allen Videoclips die Kontraste erhöhen“, erzählt sie, schwärmt aber gleichzeitig von dieser „schönen Theaterarbeit“ in Augsburg.

Was steht für sie selbst nach „Tosca“ auf dem Programm? Mit ihrem Geschäftspartner Markus Mehr plant sie eine neue audiovisuelle Performance. Beide sind mit einem Kunstprojekt beschäftigt, in dem sich alles um die Zeit und deren Bedeutung für unsere Gesellschaft dreht. „Zeitknappheit, und wie wir damit umgehen, ist topaktuell“, bemerkt dazu Sixt. Außerordentlich spannend gestaltet sich eine andere Arbeit über den Kalten Krieg, die sie mit der Autorin Andrea Bitai vorbereitet. Realisiert wird die Dokumentation von einer Produktionsfirma in Los Angeles. Da Sixt in Augsburg zu Hause ist, verläuft die Kommunikation oft via Internet.

von „Tosca“ in der Schwabenhalle am 7., 9., 11., 15., 17., 19. Dezember und 1. und 4. Februar.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20_WYS6855.tif
Adventsserie

Der Wohlfühlfaktor von nebenan

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket