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15.07.2010

Ein eilig angeschafftes Darlehen half bei der Gründung

Jung, modern und innovativ präsentiert sich die Blaskapelle des Musikvereins Bergheim heute. Foto: Elsässer
Bild: Elsässer

Bergheim Musik ist Lebensfreude und gilt als die sozialste aller Künste. Gemeinsames Musizieren mit und für andere findet dort statt, wo Menschen füreinander da sind. Dass die Bergheimer Blaskapelle, die in diesem Jahr ihr 50. Jubiläum feiert, so jung geblieben ist, liegt sicher auch daran, dass sich der süd-westlichste Stadtteil Augsburgs die Struktur einer dörflichen Gemeinschaft bewahrt hat.

Am Samstag wird der 260 Mitglieder starke Musikverein Bergheim den 50. Geburtstag der Blaskapelle feiern. "Wir spielen die Höhepunkte der letzten 50 Jahre, darunter die "Mondscheinserenade", das "Jagdschloss Waldenbuch" oder den absoluten Publikumsrenner "My Fair Lady", berichtet Nina Hanwalter, Schriftführerin des Vereins, und verrät, warum sich auch heute noch so viele junge Menschen in einer Blaskapelle zu Hause fühlen: "Wir spielen kaum noch die klassischen Märsche, wir haben uns eine bunte Mischung aus Musikstücken ausgesucht, die uns selbst und unserem Publikum gefallen."

Die einen weit unter 30, die anderen weit über 60

Die 30 aktiven Musiker der Blaskapelle, von denen über die Hälfte unter 30, einige aber auch weit über 60 Jahre alt sind, sind mit Spaß und einem umfangreichen modernen Repertoire dabei. Viele der Musiker verbindet eine Freundschaft, sie sind miteinander zur Schule gegangen und finden nicht nur Spaß am Musizieren, sondern auch an der Einbindung in das soziale Leben und den Austausch mit den Älteren.

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Seit 1998 musizieren sie unter dem Taktstock des Dirigenten Reinhard Grob in der Kirche, sind fester Bestandteil bei öffentlichen und privaten Veranstaltungen und proben für die zwei großen Jahresereignisse - das Kirchenkonzert im Januar und die im weiten Umkreis beliebte Sommerserenade in Bannacker.

Nina Hanwalter kam als Jugendliche zur Blaskapelle, sie hat die letzten 15 Jahre miterlebt und ist froh, dass es trotz der zunehmend attraktiven Angebote für Jugendliche immer noch möglich ist, sich einmal pro Woche zur Probe zu treffen.

Gemeinde steuert Bass-Tuba bei

1960 im Gasthof Sonne gegründet, wurde die Musikkapelle als Unterabteilung Musik zunächst dem Sportverein Bergheim einverleibt. Engagierte Bergheimer und ein eilig aufgenommenes Darlehen ermöglichten die Anschaffung von Instrumenten und Notenmaterial. Die damalige Gemeinde Bergheim steuerte die Bass-Tuba bei. Geübt wurde zwei- bis dreimal die Woche, denn der erste Dirigent Erich Jakob musste bei den 18 Gründungsmitgliedern Pionierarbeit leisten, kaum einer konnte zu Beginn die Notenschrift lesen.

Der Spaß am Musizieren ist auch beim Nachwuchs zu spüren: "Vor zehn Jahren gab es mal einen plötzlichen Rückgang des Interesses, aber zum Glück wird die Ausbildung von jungen Musikern in unserer Kapelle groß geschrieben", so Hanwalter. Um ihr musikalisches Zusammenspiel zu üben, hält Michaela Greiner-Höfle regelmäßig Jungmusikanten-Proben für die 15 aktiven Acht- bis 13-Jährigen ab. Auch Leihinstrumente und Unterricht werden von der Blaskapelle organisiert, damit die Kinder ein Instrument erlernen können. Damit die Lebensfreude, die die Musik vermittelt, an die nächsten Generationen weitergegeben wird und das soziale Gefüge erhalten bleibt.

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