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Paula Print

10.04.2015

Ein ganz besonderes Brot zum Pessach-Fest

Museumspädagogin Monika Müller zeigt Alexandra (links), Paula Print und Annika, wie der Teig für das ungesäuerte Brot beschaffen sein muss.
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Museumspädagogin Monika Müller zeigt Alexandra (links), Paula Print und Annika, wie der Teig für das ungesäuerte Brot beschaffen sein muss.

Zeitungsente erfährt, warum die jüdischen Mitbürger gerne mit ungesäuertem Teig backen

Als die Zeitungsente Paula Print einmal eine Religionsstunde besuchte, war sie etwas verwirrt. Die Lehrerin erzählte vom Passah- oder Pessach-Fest, mit dem Juden an die Rettung aus der Gefangenschaft in Ägypten erinnern. Weil Enten gerne Brot essen, hat sie sich gemerkt, dass die Juden während des Festes „ungesäuertes“ Brot essen. Keine Ahnung, was das ist, dachte sich Paula damals. Doch jetzt ist sie schlauer, denn das Jüdische Kulturmuseum hat zu einem Workshop über das Pessachfest eingeladen. Und dabei haben die Kinder sogar selbst ungesäuertes Brot gebacken.

Eigentlich muss Monika Müller vom Museum gar nicht viel erzählen, denn die Kinder wissen schon sehr viel. Zum Beispiel, dass das Volk Israel von den Pharaonen in Ägypten unterdrückt und zu Sklavenarbeit an den Pyramiden gezwungen wurde. Natürlich wollten sie nichts sehnlicher, als wieder zurück in die Heimat zu gehen und frei zu sein. Doch weil der Pharao nicht auf seine billigen Arbeitskräfte verzichten wollte und die Israeliten nicht gehen ließ, bestrafte Gott die Ägypter mit zehn Katastrophen: Die Ägyptischen Plagen werden sie in der Bibel genannt.

Mal fraßen Heuschrecken die Felder und Plantagen leer, mal brachen schlimme Seuchen aus oder verwandelte sich das Wasser der Brunnen in Blut und die Menschen hatten nichts zu trinken. „Echt grausig“, dachte sich Paula.

Das alles machte dem Pharao so viel Angst, dass er den Israeliten zunächst erlaubte, nach Hause zu gehen. Gott befahl ihnen, sofort alles stehen und liegen zu lassen, um sich auf den Weg zu machen. Sie sollten nicht einmal mehr Brot backen, um unterwegs etwas zu essen zu haben. Es hätte zu lange gedauert, bis der Teig aufgegangen und gebacken wäre. Denn der Pharao hatte es sich bald wieder anders überlegt, und wollte das Volk doch nicht ziehen lassen.

Also wurde Brot ohne Hefe oder Sauerteig gebacken. Das bedeutet „ungesäuert“. Diese sogenannten Matzen bestehen also nur aus Mehl und Wasser. Der Teig wurde noch dünner ausgerollt als Knäckebrot und ganz kurz gebacken. Monika Müller hatte für die Kinder einen solchen Teig vorbereitet. Jedes bekam etwas Teig und dazu ein Nudelholz. Annika, Louisa, Elisabeth und Alexandra mussten sich ganz schön plagen, um den zähen Teig auszuwalzen. Besonders schön fand Paula den Matzen von Alexandra, denn sie formte ihn zu einem Herz. Dann schob Frau Müller die dünnen Fladen in den Ofen. Genau 18 Minuten darf er backen. So ist es jüdische Tradition.

Sieben Tage lang dauert das Fest. Es beginnt mit einem großen Hausputz. Dann trifft sich die ganze Familie zu einem Essen, das Seder genannt wird. Dabei gibt es ganz bestimmte Speisen und man spricht Gebete und singt am Schluss Lieder. Damit die Traditionen genau eingehalten werden, haben jüdische Familien eine „Haggada“ – ein Buch, in dem der gesamte Ablauf des Pessach-Festes aufgeschrieben ist. „Das ist ja ganz schön kompliziert“, denkt sich Paula, „aber so schaffen es die Juden, dass das Fest seit 3000 Jahren immer gleich gefeiert werden kann.

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