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Garten

29.05.2015

Ein grünes Himmelreich

Seit vielen Jahren machen Elisabeth und Ludwig Kanefzky beim Blumenschmuckwettbewerb des Grünen Kreis erfolgreich mit.
Bild: Rut hPlössel

Grüner Kreis lobt zum 51. Mal den Blumenschmuckwettbewerb aus. Fast so oft hat das Ehepaar Kanefzky mitgemacht

Es ist, als wandle man über Waldboden. So weich, so nachgiebig ist dieser Rasen. Und auch so grün und makellos. Kein Hälmchen, das sich nicht Rasen nennt, findet sich hier. Der Rasenmäher hat schnurgerade Längsspuren hinterlassen. Wie kriegt man so einen Rasen hin? Ludwig Kanefzky, 77, lächelt stolz. „Wir mähen ihn alle drei Tage“, sagt er, „da kann das Unkraut nicht wachsen und ausblühen“. 45 Jahre alt ist dieser Rasen im Garten von Ludwig Kanefzky und seiner Frau Elisabeth, 78, der ihr Häuschen in Haunstetten umgibt. Und drumherum blüht, sorgfältig in Beeten angelegt, eine Pracht von ungezählten Blumen. Für ihr „Lebenswerk Garten“ haben die Eheleute im vergangenen Jahr beim Blumenschmuckwettbewerb des Grünen Kreises, den dieser seit 51 Jahren veranstaltet, einen Sonderpreis bekommen. Mehr Preis geht nicht. Jahr für Jahr, zurückgehend fast bis zu den Ursprüngen dieses Blumenschmuckwettbewerbs, haben die Kanefzkys mitgemacht – und wurden immer ausgezeichnet.

Auch in diesem Sommer schreibt der Grüne Kreis für Augsburg und Umgebung diesen Blumenschmuckwettbewerb aus. Dabei werden besonders schöne Gärten in unterschiedlichen Kategorien ausgezeichnet. Für Ludwig und Elisabeth Kanefzky ist der Garten im Sommer ihr Wohnzimmer. Jetzt, im Mai, ist er noch nicht in voller Blüte, aber er lässt schon erahnen, wozu er sich entfalten wird. Zahlreiche Eisbegonien sind schon gesetzt. Elisabeth Kanefzky führt genau Buch: „Heuer habe ich nur 208 Eisbegonien, vergangenes Jahr waren es 324.“ Ergänzt werden sie durch 400 Tagetes – im Übrigen ein Festschmaus für Schnecken, die Elisabeth Kanefzky schon seit Wochen mit Schneckenkorn fern hält. In großen Kübeln gedeiht üppig lila Klee, und ein paar Schritte weiter grünt, ebenfalls in Kübeln, fedrig der Asparagus.

Durch das Tor einer lichten Mauer hindurch geht es in den hinteren, sehr weit gestreckten Garten. In den Blumenrabatten finden sich etliche Rosenstöcke. Die Engelstrompete wird in diesem Jahr rot, weiß und gelb blühen. Knapp 1600 Blüten hat Elisabeth Kanefzky einmal in einem einzigen Jahr gezählt. Auch die ersten Akeleien, die sich rasch selbst vermehren, sind aufgeblüht. „Die Akeleien muss ich bald an einen Stecken binden“, stellt Elisabeth Kanefzky fest. Bei ihr scheint es wie bei all jenen zu sein, die ihren Garten hegen und pflegen: Sie hat einen Blick dafür, was im rechten Moment zu tun ist: Hier müssen die Blätter einer verblühten Frühjahrsblume herausgedreht werden, dort muss etwas abgezupft oder hochgebunden werden. „Schauen Sie mal – eine Hornisse!“ Das Ehepaar hat auf einer Blüte eine Hornisse entdeckt. Von einem Futterplatz im Rasen fliegt ein Vogel auf. Die Krähe, die immer wieder hierherkommt, ist den Eheleuten eine gute Bekannte geworden. Dort, wo sich am Zaun entlang Weinreben ranken, fühlen sich auch Igel wohl. „Seit vielen Jahren sind sie bei uns“, erzählt Ludwig Kanefzky, „die kommen jeden Abend. Und im September haben sie zwei bis drei Junge.“

Der Wein rankt sich auch über das Dach eines Freisitzes, den sich die Eheleute in ihrem Garten eingerichtet haben. Im Spätsommer genießen die Kanefzky die blauen, süßen Trauben, die dann über ihren Köpfen schwer von den Reben hängen. Was sie nicht essen können, wird zu Saft gepresst. Wenn sie nicht gerade im Garten werkeln, machen es sich die beiden in ihrem Freisitz gemütlich – mit Blick auf ihr sorgfältig gestaltetes Grün. Elisabeth Kanefzky bietet Rhabarberkuchen an – mit eigenem Rhabarber, versteht sich. Bald wird es auch Johannisbeeren geben. Und im Gewächshaus wachsen achterlei Tomatensorten. „Das ist unser Himmelreich“, sagen sie. Mehr brauchen sie nicht.

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