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Zeitgeschichte

10.05.2019

Ein kleiner Füller kommt ganz groß raus

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Theo Waigels Füller wandert als Leihgabe ins Museum.
Bild: Ulrich Wagner

Theo Waigel hat damit Geschichte geschrieben. Wo man ihn jetzt sehen kann.

Er ist ein Star. Keine Frage. Allein das Blitzlichtgewitter, das losbricht, als er hervorgeholt wird, ist groß. Nein, nicht nur der, der ihn in Händen hält, ist berühmt, auch er allein hat Geschichte geschrieben: der Füller. Schließlich ist es ja nicht irgendeiner, sondern der, mit dem der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel am 7. Februar 1992 in Maastricht den Vertrag über die Europäische Union unterzeichnet hat.

Höchste Zeit also, dass das Edelstück einen Ehrenplatz erhält. Zumal einer schon seit Jahren darum bittet: Richard Loibl. Der Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte strahlt am Freitag. Endlich ist es so weit. Im neuen Museum des Hauses der Bayerischen Geschichte in Regensburg, das am 4. Juni eröffnet wird, steht schon eine Vitrine bereit. In Augsburg ist die feierliche Übergabe. Wissenschaftsminister Bernd Sibler erhält noch eine mit dem wertvollen Stück signierte Ausgabe von Waigels Buch „Ehrlichkeit ist eine Währung“ – dann ist Schluss mit Schreiben. Die weißen Handschuhe liegen schon auf dem Tisch bereit. Ab sofort ist der Montblanc-Füller ein historisches Objekt.

Doch so sehr der Füller künftig auf einer Kopie des dicken Maastricht-Vertrages bewundert werden wird. Geschichte lebendig erzählen kann vor allem sein Besitzer, Theo Waigel. So erfährt man bei der Übergabe nicht nur wieder viel vom Ringen um die Einführung des Euro, sondern auch, dass der CSU-Politiker ein sehr guter Stenograf ist, und so wichtige politische Gespräche als Dokumente erhalten hat. Auch Tagebuch schreibt er – mit Füller. Er berichtet, dass er nur zu gerne bei einer Einladung Prinzessin Diana um ein Autogramm gebeten hätte. Allerdings sei ihm davon abgeraten worden. Und, dass ein Foto seines Füllers bei der Fahndung von Hans Dietrich Genschers gestohlenem Exemplar geholfen hat. Der verstorbene FDP-Politiker unterzeichnete 1992 ebenfalls den Vertrag. Waigel zitterte damals etwas. Nicht aus Angst, wie er betont. Der Füller sei relativ groß, liege nicht so gut in der Hand. Aber Stars dürfen ja bisweilen etwas sperrig sein.

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10.05.2019

Nicht der Füller ist wichtig sondern das, was unterschrieben wurde und dies ist nach wie vor äußerst verbesserungswürdig.

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