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Kooperation

15.01.2016

Ein neuer Weg zur Ausbildung

Lieber an die Werkbank oder ins Büro? Durch die Jugendberufsagentur soll der Einstieg ins Berufsleben für Jugendliche erleichtert werden.

Wie Jobcenter, Arbeitsagentur und Jugendamt jungen Menschen helfen wollen

Einen Ausbildungsplatz zu finden, ist für viele Jugendliche schwierig, gerade wenn sie aus sozial-schwachen Familien kommen. In Augsburg wollen nun mehrere Einrichtungen jungen Menschen den Einstieg erleichtern. Dazu haben die Arbeitsagentur, das Jobcenter und das Jugendamt die Gründung einer Jugendberufsagentur besiegelt. Es ist die erste Kooperation dieser Art im Regierungsbezirk Schwaben.

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Eigentlich hat sich der Arbeitsmarkt in Augsburg in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Davon profitieren auch Jugendliche. Rein rechnerisch haben sie die freie Auswahl zwischen mehreren Ausbildungsplätzen. Nach Angaben der Agentur kommen zurzeit 100 Bewerber auf 116 Stellen. Im Gastronomiebereich ist das Verhältnis sogar noch günstiger – auf einen Suchenden kommen drei Ausbildungsplätze.

Dennoch gibt es Jugendliche, die aus verschiedenen Gründen keine Stelle finden. Im Dezember waren 805 Jugendliche unter 25 Jahren in der Stadt ohne Beschäftigung. 485 von ihnen haben nicht einmal einen Berufsabschluss. Für Reinhold Demel, Chef der Augsburger Arbeitsagentur, eine beunruhigende Zahl. „Eine Ausbildung ist das A und O für den weiteren beruflichen Weg“, sagt er. Zur Erläuterung: Von den etwa 17000 sozialversicherungspflichtig beschäftigten jungen Menschen in Augsburg haben über 7000 keine abgeschlossene Berufsausbildung. „Gerade für diese Gruppe besteht die Gefahr, schnell arbeitslos zu werden.“

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Zurzeit finden Jugendliche, die eine Ausbildung beginnen wollen, in der Stadt zwar zahlreiche Unterstützungsangebote, diese waren aber bisher nicht ausreichend vernetzt. Das soll sich durch die Gründung der Jugendberufsagentur ändern. „Letztendlich liegt der Gedanke zugrunde, dass kein Jugendlicher verloren geht“, sagt Demel.

Sozialreferent Stefan Kiefer bekräftigt, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt gut aussieht. „Es gibt aber positive Entwicklungen in der Wirtschaft, die an bestimmten Bevölkerungsgruppen vorbeigehen.“ Er nennt zum Beispiel Langzeitarbeitslose und Jugendliche, die bereits in der Schule Probleme hatten. Viele sind sich auch nicht im Klaren darüber, wer ihr Ansprechpartner ist – zum Beispiel das Jobcenter oder die Arbeitsagentur. Zudem soll in Zukunft vermieden werden, dass bei einem Wechsel der Träger, der Jugendliche durchs System fällt. Kiefer betont: „Wir schaffen keine neue Institution. Vielmehr erleichtern wir den persönlichen Kontakt zwischen dem Kunden und den beteiligten Stellen, sodass notwendige Maßnahmen eng abgestimmt werden können.“

Laut Jugendamtsleiterin Sabine Nölke-Schaufler gab es früher unter den drei Systemen bereits Berührungspunkte. Allerdings hörten die Zuständigkeiten in bestimmten Bereichen auf. Das Jugendamt gab zwar Hilfe bei Problemen im familiären Umfeld, hatte aber keine Möglichkeit, Maßnahmen zur Berufsförderung zu vermitteln. „Die Fragestellung hat sich umgedreht. Sie heißt nicht mehr, bin ich zuständig, sondern, was braucht der Jugendliche“, sagt Nölke-Schaufler. Zudem erreicht das Jugendamt durch verschiedene Projekte eher junge Menschen, die noch gar nicht bei den anderen beiden Trägern erfasst sind. Eckart Wieja, Geschäftsführer des Jobcenters, ist sich sicher: „Wir können gemeinsam viel bewegen, die Chancen dafür wollen wir nutzen.“

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