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Kirche

03.05.2012

Ein stürmischer Papstbesuch

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Endlich in Augsburg! Als Papst Johannes Paul II. und Bischof Josef Stimpfle am Abend des 3. Mai 1987 aus dem Fenster des Bischofspalais den Menschen zuwinkten, waren Unwetter und Unsicherheit vergessen. In der Ulrichsbasilika fand ein lange nachwirkender ökumenischer Gottesdienst statt, beim Priesterseminar sah man einen nachdenklichen Pontifex.

Vor 25 Jahren machte Johannes Paul II. in Augsburg Station

So schön hätte es auf der Sportanlage Süd werden können. Ein Blumenmeer aus 3000 roten Gerbera und 1500 weißen Chrysanthemen sollten die fünf Meter hohe Altarinsel säumen. 74000 Anmeldungen lagen für die Sonntagsmesse mit Papst Johannes Paul II. vor. Doch während bereits tausende Musiker und Ministranten aufmarschierten, fegte am Nachmittag des 3. Mai 1987 ein Unwettersturm mit Schneeregen über das Gelände und ließ völlig durchnässte Gäste zurück. Statt mit dem Helikopter fuhr der Papst mit dem Auto von München nach Augsburg und zelebrierte im überfüllten Dom einen improvisierten Gottesdienst.

Derart ungeplant begann vor 25 Jahren der Papstbesuch in Augsburg – der erste seit 205 Jahren. Aus nächster Nähe durften die Gläubigen ohne Platzkarten und Kontrollen den Pontifex erleben, seine Predigt wurde von Applaus begleitet.

Über Nacht hatten die Reisemarschälle des Vatikans wieder alles im Griff. Hingegeben lauschten ihm am Morgen hunderte von Klosterfrauen und Mönchen. Im Park des neuen Priesterseminars an der Haunstetter Straße war schon eine Stunde vor Eintreffen des Papstes bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gute Stimmung. Johannes Paul ließ sich nicht hetzen, auf halber Treppe kehrte er um, ging lächelnd auf die jubelnden Jugendlichen zu, schüttelte Hände. Das Gebet in der Seminarkapelle und die Segnung des Priesterseminars verschafften nur kurze geistliche Einkehr.

Im Papamobil brauste er alsbald zur Ulrichsbasilika. Die Ökumene sollte in der Stadt der Confessio Augustana und des Religionsfriedens zu ihrem Recht kommen. Der Papst sprach eindrucksvolle Worte: „Warum noch getrennte Wege gehen dort, wo wir sie schon jetzt gemeinsam tun können?“ Neben ihm beteten orthodoxe und evangelische Bischöfe. Bewegend sei dies und vor einer Generation noch unvorstellbar, meinte der EKD-Vorsitzende Bischof Martin Kruse. Und doch: „Das ökumenische Feuer darf keine Asche werden“, mahnte er.

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