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Tourismus

26.05.2014

Ein zweites Leben als Sisi

Nah am Original: Um sich in Kaiserin Sisi zu verwandeln, benötigt Sabine Rossegger drei Stunden.
Bild: Erich Echter

Sabine Rossegger spielt die Kaiserin und ist das Gesicht der Sisi-Straße. In diese Rolle schlüpft sie auch privat

Bei einem Ball in Bad Ischgl fing alles an: Sabine Rossegger tanzte als Sisi – und wurde von der Regio Augsburg für die Rolle der österreichischen Kaiserin entdeckt. Seither ist die Österreicherin das Gesicht der Sisi-Straße, seit vier Jahren mittlerweile. Das Leben der berühmten Monarchin bestimmt auch ihr Leben. Wenn sie nicht als Krankenschwester arbeitet, reitet sie im Damensattel, um für Auftritte zu üben, oder schneidert mithilfe von historischen Bildern ein neues Kleid. Ihre Aufgabe empfindet sie als Traum – allerdings mit harter Arbeit verbunden.

20 bis 30 Mal ist sie in Deutschland, Österreich und manchmal auch Italien unterwegs – vor allem im Sommer. Sie reist zu Fototerminen, Konzerten und Festen. „Die Auftritte geben einem ein Gefühl dafür, was es bedeutet hat, so zu leben“, sagt sie. Es sei wunderbar, in schöne Kleider zu schlüpfen, aufwendig frisiert zu sein, vom Publikum bewundert zu werden. Aber sie ist auch froh, wenn sie wieder Sabine Rossegger werden kann, denn es sei sehr anstrengend, sich in dieser Ausstattung stundenlang vor Publikum lächeln zu bewegen.

Zu einem Fototermin war sie kürzlich in Augsburg, für eine Neuauflage eines Touristenführers zur Sisi-Straße. Im Juni und Juli kommt sie wieder in die Region für ein Gewinnspiel und einen weiteren Fototermin. Die Daten stehen noch nicht fest. Doch sie plant viel Zeit dafür ein. „Es dauert mindestens drei Stunden, bis meine Haare hergerichtet sind und das Kleid fertig ist“, sagt sie. Denn alles sei so original wie möglich, mit Korsett, geschnürt und mit vielen Röcken. Sich ohne Hilfe anzuziehen, gehe nicht. Und auch das Laufen müsse geübt sein. „Treppen, sich hinsetzen, in die Kutsche steigen, auf die Toilette gehen – all das muss man in den Röcken erst mal lernen“, sagt sie.

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An Romy Schneider, Darstellerin in den Sissi-Filmen, orientiere sie sich dabei nicht – auch wenn sie in ihrer Kindheit den Grundstein für ihre Begeisterung gelegt haben. „Die Filme sind zu positiv und somit zu weit weg von dem wirklichen Leben der Kaiserin, die oft einsam und sehr unglücklich war.“ Sie bewundert sie – dafür, dass sie sich nicht habe unterwerfen lassen von den Erwartungen anderer.

Dass Rossegger in ihrem Heimatdorf in der Steiermark manchmal „Sisi“ gerufen wird, stört sie daher nicht. Auch ihre Freizeit ist außerhalb der Termine von ihrer Rolle geprägt, dafür sei sie bekannt – sie hat viele Bücher, verbringt hunderte von Stunden mit Nähen und mit ihrem Pferd. Allerdings legt sie Wert auf Privatsphäre, auf die Trennung von ihren Auftritten als Sisi und ihrem Leben zu Hause und möchte daher manche Angaben nicht machen – zu ihrem Schutz, sagt sie. „Ich habe schon komische Menschen erlebt, die mir zu nahe gekommen sind“, sagt sie. Und sie ist froh, dass sie die Rollen wechseln kann – zwischen der Sisi in der Vergangenheit und ihrem Leben im 20. Jahrhundert, als Sabine Rossegger.

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