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11.07.2017

Eine Band für ein Konzert

Zeitgenössischen Jazz präsentierte Gitarrist Andreas Dombert mit seinem Quintett.
Bild: Zwang-Eriksson

Nur im Jazzclub: Dombert’s Urban Jazz in neuer Besetzung

Mit massiven Tönen sorgte das letzte Konzert der Jazzclub-Saison für ein furioses Finale. Auf der Bühne: das Quintett des Regensburger Gitarristen Andreas Dombert, das eigentlich gar nicht mehr existiert. 2016 hatte sich Dombert’s Urban Jazz aufgelöst – oder zumindest für eine kreative Pause zurückgezogen. Dem Drängen des Augsburger Jazzclubs war es zu verdanken, dass Dombert’s Urban Jazz dann doch noch einmal und mit leicht geänderter Besetzung zusammenfand.

Zur Originalbesetzung gehörten Bandleader Andreas Dombert an der Gitarre und sein Longtime Companion Peter Sandner an den elektronischen Gerätschaften. Ein Duo, das sich seit über zehn Jahren mit den Möglichkeiten einer Symbiose von Jazz und Elektronik auseinandersetzt. Original war auch der Münchener Kontrabassist Henning Sieverts, dessen warmer, weicher Ton zwischen den harschen Klängen von Gitarre und Elektronika wirkte wie ein Fels in wirbelnder Brandung. Neu hinzugekommen waren als Special Guest der virtuos aufspielende Saxofonist Lutz Häfner und als Schlagzeuger der in Augsburg wohlbekannte Drummer Tilman Herpichböhm.

Urbane Klänge also schreibt sich das Dombert’sche Quintett auf die Fahne. Was so viel hieß wie: harte Klänge, ausufernde Soli und kreischend-kratzende Sounds aus dem Laptop, unterlegt mit zeitgenössischen Grooves, die mal an die Smashing Pumpkins erinnerte, mal an den Big Beat von Portishead. Wenn der Jazz aufflackerte im Groove, dann in moderner Aufmachung und mit einer gesalzenen Prise Rumpelrock. Das alles mit adäquat angehobenem Großstadt-Phon.

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Aber halt! Das war nicht alles. Es gab auch ruhige Passagen, wundervolle, lyrische Momente, die den Flair einer Sommernacht im städtischen Park heraufbeschworen. Ausruhen war nicht erlaubt beim auditiven Genuss dieser Tour de Force, deren hektisches Treiben an den ganz normalen Wahnsinn im Leben eines New Yorkers denken ließ. Denn die Eigenkompositionen warteten mit allerlei Überraschungen auf, die Soli mit ungeahnten Wendungen.

Ekstatisch und mitunter verstörend gaben sich die gut 90 Minuten des Konzertes, das jedem einzelnen der fünf Protagonisten viel Freiraum für freizügige Improvisationen einräumte. Ein innovativer Weg, dem urbanen Leben ein tönendes Denkmal zu errichten.

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