Newsticker

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann schließt erneute Grenzkontrollen nicht aus

Konzert

25.04.2015

Eine Ladung Dynamit

Zwei Brüder bei der Arbeit: Johannes Braun (links), Frontman von Kissin’ Dynamite“, und E-Gitarrist Ande Braun haben mit ihrer Band noch einiges vor.
Bild: Bernhard Weizenegger

„Kissin’ Dynamite“ beweisen, dass sie zu den großen Rockhoffnungen in Deutschland zählen

Schon ein bisschen narzisstisch veranlagt, dieser Junge. Aber in diesem Geschäft war das noch nie von Nachteil. Der Kissin’-Dynamite-Sänger Johannes Braun versteht es, sich zu inszenieren. Das hat er früh gelernt. Bereits im Alter von elf Jahren stand er in der damaligen Fernseh-Casting-Show „Star Search“ auf der Bühne und schmetterte mit seiner Gitarre „TNT“ von „ACDC“, sodass das Publikum vor Begeisterung johlte. Mittlerweile ist er erwachsen geworden. Während er noch vor zwei Jahren das Ozonloch vergrößerte, indem er sich mit fünf gefühlten Dosen Spray vor seinen Auftritten die Haare hochtoupierte, ist er jetzt endgültig als echter Rocker angekommen. Die lange, wallende Mähne fällt dem schmächtigen Kerl auf der Bühne nur noch wild um die Schulter.

Braun und sein Band „Kissin’ Dynamite“ sind, wenn man so will, die Hoffnung im deutschen Rockgeschäft. Rund 200 Fans wollten die Jung-Stars, die mit ihrem letzten Album „Megalomania“ immerhin auf Platz 17 der Charts landeten, im Spectrum sehen.

Es gibt wenig Schwachpunkte in ihrer Show. Manchmal wirkt es ein wenig unkoordiniert, wenn Bassist Steffen Haile seinen Sänger fast in den Boden rennt. Aber sonst alles im grünen Bereich. Kissin’ Dynamite machen vor allem Spaß. Gitarrist Jim Müller sieht zwar aus, als wäre er mit Bill Kaulitz von „Tokio Hotel“ verwandt oder verschwägert, aber er macht auf der Bühne einen guten Job. Ebenso wie der Schlagzeuger Andi Schnitzer, wie Brauns Bruder Ande (E-Gitarre) oder Bassist Haile. Das Quintett ist eingespielt und Johannes Braun spielt mit dem Publikum. Die Mädels kreischen, wenn er zu „I will be King“ mit Königsumhang und Zepter auf dem Podium erscheint.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Ihre Songs sind aller Ehren wert

Wichtig ist, am Anfang gleich richtig einzuheizen. Das ist mit der Anfangsnummer „DNA“ kein Problem. Braun ist dabei mit dem Talent gesegnet, dass er eine Stimme hat wie Whitesnake-Sänger David Coverdale in seinen besten Jahren. Es ist auch nicht verkehrt, dass sie bei „God in you“ klingen wie die legendären „New York Dolls“. Das Material das „Kissin’ Dynamite“ bisher vorweisen kann, ist aller Ehren wert. Ihr „Fireflies“ dudelt auf den Rocksendern immer noch rauf und runter.

Bereits im Jahr 2012 landete die Band, die aus dem baden-württembergischen Münsingen und Burladingen stammt, mit ihrem Album „Sex, Money, Power“ einen Volltreffer. Die Leute, die ins Spectrum kommen, kennen die Hits „She’s a Killer“, „Six feet under“ und „Operation Supernova“, das sie ganz am Ende spielen. Als der letzte Akkord verklungen ist, kommt die letzte Inszenierung. Die Gitarristen knien am Boden und Braun steht auf deren Rücken. So sehen Helden aus. Doch Braun und seine Band sind noch nicht bei den ganz Großen angekommen. Aber wenn sie so weitermachen, kann es nicht mehr lange dauern.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren