1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Eine Liga, in der sich Computerspieler treffen

Augsburg

31.01.2017

Eine Liga, in der sich Computerspieler treffen

Roman Deringer (v.l.), Tiberiu Novac und Heinz Klemann haben die Firma „Gaming Athletes“ gegründet. Sie tüfteln an einer Plattform für E-Sports.
Bild: Michael Hochgemuth

Eine Online-Plattform, auf der Computerspieler wie in einer Liga gegeneinander antreten können? Drei Augsburger erhalten dafür über 140000 Euro Fördergelder.

Bei Computerspielen denken viele immer noch an den Jugendlichen, der daheim vor seinem Computer sitzt und seinem Hobby nachgeht. Doch es ist längst ein großer Markt. Auch große Fußballvereine wie Schalke04 oder Paris-St. Germain haben inzwischen E-Sports-Abteilungen gegründet und lassen ihre Spieler bei Turnieren antreten. Die finden teils in Fußballstadien vor tausenden Zuschauern statt. An dem Boom wollen auch drei ehemalige Studenten mitverdienen, die vom Bundesministerium für Wirtschaft sowie vom Europäischen Sozialfonds ein Gründerstipendium erhielten. Es ist mit 141000 Euro dotiert. Ihre Firma „Gaming Athletes“ sitzt im Ati-Park (Hochfeld).

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

„Wir wollen eine Online-Plattform entwickeln, bei der Gelegenheitsspieler bei Computerspielen wie ,Counterstrike‘ oder ,League of Legends‘ gegeneinander antreten können“, sagt Mitbegründer Heinz Klemann. Die technische Lösung soll auf möglichst viele Spiele übertragbar sein. Geplant ist, dass die Grundversion im April fertig ist. Die Spieler sollen sowohl eins gegen eins als auch in Teams mit fünf Spielern gegeneinander antreten können. Perspektivisch soll es zudem einen Ligabetrieb mit Auf- und Abstieg geben. Wann die Partien stattfinden, sprechen die Nutzer untereinander per Nachricht ab. Sie haben einen Monat Zeit, dann muss das Duell beendet sein.

„Unsere Zielgruppe sind Nutzer, die zehn bis 15 Stunden die Woche spielen“, sagt Klemann. Er hat technologieorientierte Betriebswirtschaftslehre an der TU München studiert. Er kümmert sich um die Themen Marketing und die Produktinnovation. Seine beiden Mitstreiter haben ihre Abschlüsse in Augsburg gemacht. Roman Deringer ist Jurist und Tiberiu Novac Mathematiker. Deringer kümmert sich bei dem neuen Unternehmen um Finanzierung, Buchhaltung und Personalentwicklung sowie rechtliche Aspekte, Novac arbeitet an den technischen Lösungen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der Markt wächst

Dass die drei in einem wachsenden Markt agieren, belegt eine kürzlich veröffentlichte Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Deloitte. Demnach wird sich der Umsatz im Bereich E-Sports in Deutschland bis zum Jahr 2020 von derzeit rund 50 Millionen Euro auf jährlich etwa 130 Millionen Euro steigern. Die Firmengründer veranstalten bereits seit knapp zwei Jahren Turniere für Computerspieler. Inzwischen haben sich 45000 Nutzer aus aller Welt bei ihnen angemeldet. Darunter sind viele Osteuropäer und Asiaten. Sie lockt auch das Preisgeld von bis zu 500 Euro, das sie gewinnen können.

Ein paar Cent, die sich summieren

Die Plattform selbst ist für die Spieler aber kostenlos. Die Jungunternehmer verdienen Geld, weil sich die Nutzer zwischen den Partien kurze Werbevideos ansehen. Ein Cent pro angeschautem Video fließt an die drei Entwickler. Es könnten im Idealfall bis zu drei Cent werden, so Klemann. Den Preis erzielten große Akteure in dem Geschäft. Was nach wenig klingt, rentiert sich aber, wie er vorrechnet. „Wenn sich jeder Nutzer zwei oder drei Clips am Abend ansieht, kommt da hochgerechnet auf das ganze Jahr und die Gesamtzahl der Spieler eine beachtliche Summe zusammen.“

Bei der Entwicklung ihrer Plattform müssen die Firmengründer einige Herausforderungen meistern. Neben der Übertragbarkeit auf andere Spiele ist es vor allem die Schnelllebigkeit, in der Spiele an Popularität gewinnen oder verlieren. Zudem sind Handy-Spiele inzwischen ein großes Thema. „Das ist die Zukunft und dort sind auch alle Altersgruppen unterwegs, weswegen der Markt größer ist“, sagt Deringer. Bei Spielen wie „Counterstrike“ sind etwa 70 Prozent der Spieler Schüler oder Studenten, so Klemann.

www.gaming-athletes.com

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren