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18.06.2019

Eine Nische für bedrohte Natur reicht nicht

Diese „Ostpreußischen Skudden“ zählen zu den ältesten und kleinsten Rassen deutscher Hausschafe.
Bild: Annette Zoepf

An der Uni Augsburg gibt es einen Ersatzlebensraum für typische Augsburger Arten. Woanders fehlt er leider noch.

Nehmen wir das Zittergras. Eine typische Pflanze, wie sie früher häufig in Augsburg vorkam. Heute findet man sie noch sehr oft auf den Lechheiden – weil der Augsburger Stadtwald ein Naturschutzgebiet ist. Ansonsten haben es viele typische Arten schwer zu wachsen und zu blühen, weil an die Stadt an vielen Stellen zu früh und zu oft mäht.

An der Uni Augsburg wurde eine Schotterheide gezielt neu angelegt. Dort ist innerhalb weniger Jahren eine kleine Nische für typische Augsburger Tier- und Pflanzenarten entstanden. Sie entwickelt sich vielversprechend zum Ersatzlebensraum. Die schonende Beweidung mit Schafen trägt dazu bei. Früher war die Wanderschäferei vor den Toren Augsburgs weit verbreitet. Es gibt also auch einen Anknüpfungspunkt an heimische Traditionen.

Ein Überlebensinsel reicht nicht

Bei dem Projekt arbeiten Univertreter des Wissenschaftszentrums Umwelt und der Didaktik der Biologie Hand in Hand mit der städtischen Landschaftspflege und der City Farm. Es zeigt, was mit relativ einfachen Mitteln möglich ist, damit vielfältige Natur wieder mehr Raum bekommt. Schade, dass ähnliche Initiativen im benachbarten Innovationspark derzeit nicht möglich sind. Auch auf dem Campus der Universität gäbe es sicher noch weitere geeignete Flächen. Mit einer kleinen Überlebensinsel ist für die Artenvielfalt noch nicht viel gewonnen. Die heimische Natur zu bewahren, ist aber eine der großen Herausforderungen unserer Zeit.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: An der Uni weiden jetzt seltene Schafe

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