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Augsburg

15.01.2019

Eine Sanierung in der Altstadt wird verschoben

Die Weiße Gasse wird in diesem Jahr nun doch keine Baustelle. Dafür aber zwei andere Gassen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Eigentlich sollte die Weiße Gasse 2019 aufgerissen werden. Warum sich die Sanierung verzögert, was Geschäftsleute sagen und welche Baustellen trotzdem kommen.

In den vergangenen Jahren war Augsburgs beschauliche Altstadt immer wieder von Baustellen geprägt. Allein die monatelangen Sanierungen der Bäckergasse und des Judenbergs haben manche Nerven von Passanten, Anwohnern und Geschäftsleuten strapaziert. In ein paar Wochen beginnt die nächste Baustelle. Dafür wird eine ursprünglich für dieses Jahr geplante, umfangreiche Sanierung um ein Jahr verschoben. Für einige Ladenbesitzer bedeutet das ein Aufatmen. Für ein Geschäft hingegen kommt diese Baustellen-Pause offenbar zu spät.

„Das ist eine tolle Nachricht. Endlich mal ein Jahr verschnaufen.“ Milana Reitmayer vom Laden „Ideenreich“ am Judenberg - Ecke Hunoldsgraben freut sich. Grund: Die für dieses Jahr geplante Sanierung der Weißen Gasse, die in den Judenberg mündet, wird um ein Jahr auf 2020 verlegt. Das berichtet Baureferent Gerd Merkle (CSU) auf Nachfrage. Ein weiterer Grund, so Jürgen Fergg von den Stadtwerken, seien die noch anstehenden Pflasterarbeiten im Hunoldsgraben.

In der Weißen Gasse, in der sich unter anderem das Eiscafé „Tutti frutti“ und der Modeladen „Lustgarten“ befinden und die Passanten gerne als Hauptverbindung von der Altstadt in die obere Stadt nutzen, sollten in diesem Jahr Fernwärme- und Stromleitungen erneuert und Glasfaserleitungen für schnelles Internet verlegt werden. Doch nun gibt es dringlichere Arbeiten.

Statt Weißer Gasse wird das Bauerntanzgäßchen saniert

Das Bauerntanzgäßchen muss saniert werden, informiert Merkle. Dort war im vergangenen Jahr plötzlich ein Schaden in der Fernwärmeleitung aufgetreten. Deshalb muss zuerst diese kleine Gasse saniert werden. Beim Altstadtverein habe man sich darum bemüht, dass die Arbeiten nicht in die Haupt-Biergartensaison fallen, erzählt Vorsitzender Markus Frank. Denn im Bauerntanzgäßchen hat das Restaurant Bauerntanz in der Freiluftsaison Stühle und Tische aufgestellt, gegenüber bewirtet das Kaffeehaus Bohème in seinem Garten. Wie Stadtwerke-Sprecher Fergg bestätigt, sollen die Arbeiten aus Rücksicht auf die Gastronomie erst nach den Sommerferien beginnen.  Von der Baustelle direkt betroffen wird auch Klaus Weiß sein.

Das Bauerntanzgässchen muss saniert werden. Das Fernwärmeleck im vergangenen Jahr wurde nur provisorisch repariert. Beginn ist wohl nach den Sommerferien 2019.
Bild: Silvio Wyszengrad

Sein Bio-Laden „Mutter Erde“ liegt direkt im Bauerntanzgäßchen. Seit 34 Jahren führt er dort das Geschäft. Vielleicht sieht Weiß genau deshalb der Baustelle gelassen entgegen. „Ich habe es schon geschätzte sieben Mal mitbekommen, dass es aus der Fernwärme pfeift. Was gemacht werden muss, muss gemacht werden.“ Längst kursiere in der Altstadt ein Witz, der gerne gemacht werde. „Passen’s auf beim Wiederaufreißen des Pflasters, nicht dass noch Bauleiter da drunter liegen.“ Anderen hingegen ist der Humor schon lange vergangen. Ingeborg Rosenberger schießen die Tränen in die Augen, wird sie auf ihre bevorstehende Schließung angesprochen.

Diesem Laden sollen Baustellen das Genick gebrochen haben

Erst am Montag haben die Rosenberges gegenüber unserer Redaktion bekannt gegeben, dass sie nach sieben Jahren ihren Papier- und Grußkartenladen „Grüßen und Schenken“ am Judenberg zumachen müssen. Sie schrieben keine schwarzen Zahlen mehr. Spätestens im Oktober ist Schluss. Dieser Schritt fällt der Familie schwer. Doch die Straßenbauarbeiten in der Altstadt in den vergangenen Jahren hätten sie Kunden gekostet. Die Rosenbergers befürchteten, dass die nächsten anstehenden Arbeiten ihre Situation nicht verbessern werden. Denn voraussichtlich Mitte März wird der am Judenberg angrenzende Hunoldsgraben zur Baustelle.

Dort muss neu gepflastert werden. Bislang ist die Oberfläche des Hunoldsgrabens nur ein Provisorium. Eigentlich hätten die Pflasterarbeiten nach der Verlegung der neuen Leitungen im Jahr 2018 beginnen sollen. Doch die Stadt Augsburg hatte keine Baufirma gefunden, die dies zu einem adäquaten Preis erledigen würde. Bei Baureferat hofft man, dass bis Ende Januar nun „ein wirtschaftliches Angebot eingeht, auf welches der Auftrag erteilt werden kann“, so Merkle.

Für Milana Reitmayer vom Geschäft „Ideenreich“ bedeutet das zwar, dass auch teilweise vor ihrem Geschäft gepflastert wird. Aber die große Baumaßnahme in der Weißen Gasse bleibt in diesem Jahr aus. Für die Geschäftsfrau ist dies, sagt sie, die beste Nachricht des Tages.

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