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06.08.2010

Eine Sprache, die jeder versteht

In der Augsburger Synagoge gaben die Musiker von "Common Language, Common Sense" schon einmal einen Vorgeschmack auf ihren Auftritt zum Hohen Friedensfest am Samstagabend auf dem Elias-Holl-Platz. Foto: Zwang-Eriksson
Bild: Zwang-Eriksson

"Seit vielen Jahren arbeite ich mit verschiedensten Musikern zusammen. Da gibt es keine Unterschiede in Herkunft oder Religion. Uns Jazzer verbindet die eine Sprache: die der Musik." Was der Augsburger Musiker und Komponist Wolfgang Lackerschmid mit diesen Worten zum Ausdruck bringt, ist nicht nur die Botschaft des musikalischen Konzepts von "Common Language, Common Sense". Es ist eine Weltanschauung.

Entstanden ist das Projekt "Common Language, Common Sense" zum letztjährigen Hohen Friedensfest. Das interkonfessionelle, interkontinentale Ensemble besteht aus jährlich wechselnden Jazz-Größen, die stilistisch durch ihre Herkunft und Religion geprägt sind. Verbunden fühlen sie sich durch ihre Liebe zum zeitgenössischen Jazz.

Aus Japan kommt der Trompeter Tiger Okoshi, aus Bulgarien die Violinistin Biliana Voutchkova. Der Pianist Bob Degen wurde in Pennsylvania geboren, lebt aber seit vielen Jahren in Frankfurt am Main. Ron Mahdi (Kontrabass) und Yoron Israel (Schlagzeug) kamen mit dem Flieger aus den USA.

Seit Montag proben die Künstler unter der Leitung von Bandleader Wolfgang Lackerschmid in dessen Studio Traumraum in Augsburg. Die Kompositionen, paritätisch von allen Mitgliedern beigesteuert, sind größtenteils exklusiv für das "Common Language, Common Sense"- Projekt entstanden. Es sind sehr persönliche, oft biografisch geprägte Werke. So beruht Tiger Okoshis "Kagome" auf einem japanischen Kinderlied, Bob Degens "My Psalms" auf Psalm 6 der Bibel.

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Beim Besuch im Studio Traumraum zeigte sich ein entspanntes Sextett, geprägt von den individuellen Stimmen der Musiker, die sich im Ensemblespiel zurückzunehmen wissen. Sie tasteten sich sensibel an die Stücke der Kollegen heran, arbeiteten an Dynamik und musikalischen Bögen und zeigten eine angenehme Mischung aus konzentrierter Spielfreude und solistischen Glanzpunkten. Die Proben werden im Übrigen mitgeschnitten, denn am Ende soll nicht nur das finale Konzert auf dem Elias-Holl-Platz am kommenden Samstag stehen, sondern auch die Veröffentlichung einer CD.

In der Mitte des Schaffensprozesses, also am Mittwochabend, präsentierte das Sextett im Rahmen eines Werkstattkonzertes die ersten Ergebnisse ihrer Arbeit in der Augsburger Synagoge. Und schnell wurde klar, dass es sich um ein hochinteressantes und mitreißendes Projekt handelte. Mit "Standing Ovations" honorierten die Zuschauer den musikalischen Genuss, der einzig durch die schwammige Akustik ein wenig Schmälerung erfuhr. Das endgültige Resultat - sowohl live am Samstag um 21 Uhr auf dem Elias-Holl-Platz als auch auf Tonträger - darf mit Spannung erwartet werden.

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