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Augsburg

12.04.2018

Eine elegante Augsburger Lösung

Elektrotechnikmeister Heinz Fleißner entschied sich jetzt für den sanften Ausstieg aus dem Berufsleben. Er übergab seinen Betrieb in der Steinernen Furt an Erhardt & Leimer Elektroanlagen GmbH aus Pfersee, wo sich Geschäftsführer Andreas Weindl (rechts) auch mit Blick auf den sich verstärkenden Fachkräftemangel zur Übernahme sämtlicher Mitarbeiter entschied.
Bild: Dagmar Weindl

Der Lechhauser Betrieb Elektro-Installation Fleißner wird von Erhardt & Leimer mit allen Monteuren übernommen.

Die Räume in der Steinernen Furt in Lechhausen waren gemietet und werden im Laufe des Monats geräumt. So sachlich skizziert Heinz Fleißner die bevorstehende Entwicklung seines alteingesessenen Elektro-Betriebs. Für den 69-Jährigen, der sich in der Vergangenheit intensiv mit den Themen Unternehmensnachfolge und Fachkräftemangel beschäftigte, fand sich eine elegante, Augsburger Lösung. Seit 3. April führt die Erhardt & Leimer Elektroanlagen GmbH aus Pfersee den Betrieb mit seinem Geschäftsführer Andreas Weindl weiter. Die rechnerisch 5,5 Mitarbeiter werden übernommen und sind somit gut versorgt.

Die „tolle Reputation Fleißners“ hat Andreas Weindl in seiner Entscheidung bestärkt. „Heinz Fleißners Meinung ist gefragt“, sagt der Geschäftsführer des Unternehmens, das im kommenden Jahr 100. Geburtstag feiert. Heinz Fleißner hatte das Sagen in dem Betrieb 37 Jahre lang, führte in dieser Zeit 63 Auszubildende an den Beruf heran, engagierte sich mit seinem Fachwissen in der Aktionsgemeinschaft Lechhausen und ist als Sachverständiger für Elektro- und Photovoltaikanlagen tätig. Wie er sagt, habe er sich mit Andreas Weindl darauf verständigt, als beratender Mitarbeiter für Erhardt & Leimer tätig zu sein. Denn von einem ist der Elektromeister überzeugt: „Die Arbeit hat mich jung gehalten.“ Außerdem ist er sich sicher, dass es nicht oft vorkommt, dass ein Unternehmen wie Erhardt & Leimer einen kleinen Betrieb wie seinen übernimmt. Statt eines abrupten Ausstiegs, so scheint es, wählt er lieber den sanften.

Stufen reduziert

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Weiter engagieren will sich Heinz Fleißner in den Bereichen Gerontotechnik beziehungsweise altersgerechtes Wohnen. Auch er und seine Frau Annemarie haben die Folgen des Alterns im Blick und zogen noch einmal um. Damit reduzierten sie die hausinternen Treppen von 37 auf jetzt noch zwölf Stufen. Seiner Meinung nach sollte man außerdem im Blick haben, wo eventuell innerhalb einer Immobilie einmal ein Krankenbett aufgestellt werden kann oder ob sich medizinisches Gerät im Erdgeschoss hinter einer Wand verstauen lässt.

Überzeugt ist der Handwerksmeister davon, dass die Förderung von Wohnraumanpassungen noch optimiert werden kann. Um noch mehr Menschen zu ermöglichen, in der gewohnten Umgebung selbstbestimmt das Alter verbringen zu können, seien 80 Millionen Euro des Bundes ein Tropfen auf dem heißen Stein. Als Mitglied des Bundesverbandes werde er sich auch dieses Anliegens weiter annehmen. Zudem will der ehemalige Firmeninhaber sein Netzwerk von Handwerkskollegen pflegen, ohne in Konkurrenz zu den wirtschaftlichen Interessen der Profis zu treten.

Andere Größen

Andreas Weindl, der schon seine Ausbildung bei Erhard & Leimer absolvierte, kehrte nach dem Elektrotechnik-Studium dorthin zurück. Im Rahmen der Möglichkeiten werde man sich auch um ehemalige Fleißner-Kunden kümmern, sagt er, verweist aber gleichzeitig auch darauf, dass sein Unternehmen in anderen Größenordnungen operiere. So sei man permanent in Betrieben wie Presse-Druck, Premium Aerotech , Kuka oder an der Uni unterwegs. Wie er sagt, ist Erhardt & Leimer der größte Innungsbetrieb in Schwaben und einer der größten in Bayern. Zum Thema „zur Übergabe anstehende Unternehmen“ hat er aktuelle Zahlen mitgebracht. Allein im Bundesland Bayern seien das in den kommenden vier Jahren 27400 Firmen.

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