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Geschichte

30.12.2017

Eine etwas kuriose Kapelle

Ein Blick auf die Fuggerkapelle in der Annakirche. Die Grablege ist der erste Bau im Stil der italienischen Renaissance auf dem Gebiet des heutigen Bayern.
Bild: M. Kluger

Jakob Fugger der Reiche ließ ein Denkmal für seine katholische Familie bauen. Doch dann wurde der Klosterbau zur evangelischen Kirche. Im kommenden Jahr gibt es etwas zu feiern

Sie ist ein konfessionelles Kuriosum und schon deshalb für Augsburger und Touristen interessant: die Fuggerkapelle in der Annakirche. 2018 dürfte sie noch mehr Aufmerksamkeit bekommen: Ihre Weihe jährt sich zum 500 Mal. Und ein weiteres Jubiläum kommt dazu: Im Oktober 1518, also vor 500 Jahren, verhörte der päpstliche Legat Cajetan den Reformator Martin Luther in den Augsburger Fuggerhäusern.

„Die Fugger und die Renaissance sind für den Städtetourismus in Augsburg zwei zentrale Themen“, sagt Tourismusdirektor Götz Beck. Die Fuggerei, die 1521 von Jakob Fugger gestiftete, älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt, ist die wohl meistbesuchte Tourismusattraktion der Stadt. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Fuggerkapelle in St. Anna. 1506 beschlossen Ulrich und Jakob Fugger den Bau einer Familiengrablege als neuen Westchor der Karmeliterklosterkirche St. Anna. Die fürstlich ausgestattete Kapelle wurde Augsburgs erster Bau im Stil der italienischen Renaissance – der erste auf dem Gebiet des heutigen Bayern. Albrecht Dürer war durch Entwürfe für die Epitaphe Ulrich und Georg Fuggers an der Ausstattung beteiligt.

Dass die katholische Familiengrablege der Fugger in der längst evangelischen Pfarrkirche St. Anna liegt, ist heute ein weit und breit einzigartiges konfessionelles Kuriosum: „Wir haben bis heute trotz etlicher Recherchen nicht herausfinden können, ob es etwas Derartiges weltweit noch einmal gibt“, so Tourismusdirektor Beck.

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Die Regio setzt seit vielen Jahren auf touristische Fugger-Attraktionen: Sie rief die Konzertreihe „Die Fugger und die Musik“ ins Leben, seit Ende 2014 gibt es das von der Regio initiierte Fugger-und-Welser-Erlebnismuseum. Die beiden 500-er-Jubiläen will sie ebenfalls begleiten. Einen größeren Festakt gibt es aber nicht. (AZ/nip)

Die Regio informiert auf ihrer neuen Website www.augsburg-tourismus.de über die Fugger und andere Augsburger Themen. Im Buch „Die Fugger im goldenen Augsburg der Renaissance“ (Martin Kluger, Context-Verlag) ist ebenfalls mehr über die bekannten Kaufleute zu erfahren.

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