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Burgheim

19.11.2018

Eine neue Chronik für Burgheim

Eine Menge Historie steckt im Burgheimer Marktplatz. Eine neue Chronik soll so manches aus der Vergangenheit in die Gegenwart „transportieren“.
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Eine Menge Historie steckt im Burgheimer Marktplatz. Eine neue Chronik soll so manches aus der Vergangenheit in die Gegenwart „transportieren“.
Bild: Peter Maier

Der Heimatgeschichtliche Verein will an die Analen aus dem Jahr 1986 anknüpfen. Womit sich der Verein dieses Jahr beschäftigt hat .

Hoch erfreut verkündete die Vorsitzende des Heimatgeschichtlichen Vereins Burgheim, Doris Zitzmann, dass es im abgelaufenen Vereinsjahr gelungen sei, eine „Schallmauer“ zu durchbrechen. Elf neue Mitglieder sind zu den Hobbyhistorikern gestoßen und haben damit die „Hunderterlinie“ überschritten. Als Doris Zitzmann vor fünf Jahren ihr Amt angetreten hatte, waren es 52 „Mitstreiter“. Rückschlüsse auf ihre Aktivität lasse dies freilich nicht zu, betonte sie. Aufgrund hoher Fixkosten seien die zusätzlichen Beiträge allerdings sehr willkommen.

Um die Veranstaltungen des Vereins kümmere sich im Wesentlichen ein „harter Kern“. Auch der Heimatgeschichtliche Verein musste sich zu Jahresbeginn mit der Umsetzung der Datenschutzrichtinie beschäftigen. Doch wesentlich interessanter war ein Besuch im Neuburger Schlossmuseum. Otto Heinrich erklärte seinen Gästen speziell die Funde aus Ausgrabungen in Burgheim und Ortsteilen aus der Kelten- und Römerzeit. Burgheim war römische Garnison mit stationierten syrischen Bogenschützen. Aufgebaut war auch ein Hügelgrab, wie man es im Wald zwischen Biding und Straß noch findet. Mit der Archäologie in Burgheim befasste sich auch Dr. Hubert Fehr vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in Thierhaupten. Dabei stellte der Experte vor allem die geschichtlichen Zusammenhänge mit den Ausgrabungen am neuen Baugebiet „Am Rainer Weg“ dar. Leider sind weitere Auswertungen der Funde in absehbarer Zeit nicht zu erwarten, sodass auch keine der gefundenen Urnen nach Burgheim kommt.

Dass die Sinninger Nikolauskirche lange Zeit eine protestantische Trutzburg war, erfuhren die Burgheimer Hobbyhistoriker bei einer Führung von Professor Gisela Drossbach. Die Sinninger stemmten sich lange und mit viel Engagement gegen die Gegenreformation. Die Geschichte um die Römer und ihres Imperiums brachten zwei Damen, zeitaltergerecht gekleidet, den Burgheimern beim Besuch des Römermuseums in Weißenburg näher. Besonders imponierte die hohe Qualität des dort aufbewahrten Römerschatzes.

Heimatgeschichtlicher Verein: Trachtenschau war der Höhepunkt dieses Jahr

Höhepunkt in Burgheim war anlässlich des Marktfestes die Sonderschau zu Trachten aus dem Donau- und Lechgebiet. Wenn auch aus der Kerngemeinde keine Exponate zu finden waren, so kamen doch aus den Ortsteilen und dem Lechraingebiet überaus schmucke Kleidungsstücke zur Schau in der Alten Apotheke. Das Neuburger Bekleidungshaus Bullinger unterstützte den Verein mit Schaufensterpuppen. Die Ausstellung wurde nicht nur zu einem Besuchermagnet für Marktfestbesucher, auch Experten zog es in die Marktgemeinde. Von diesen Fachleuten gab es dann auch wertvolle Tipps zur richtigen Lagerung der historischen Textilien.

Ein Besuchermagnet war die Trachtenausstellung zum Marktfest.
Bild: Peter Maier

Zu einer Führung durch die Heilig-Kreuz–Kirche und das Fuggerhaus in Donauwörth stieß erneut Professor Gisela Drossbach zu den Burgheimern. Dazu gab es interessante Informationen zur „Fähnleinschlacht“. Letzte Veranstaltung im abgelaufenen Vereinsjahr war ein Fotoabend im Gasthaus „Zur Pfalz“. Rund 40 Besucher interessierten sich für Fotos, die der Verein in den vergangenen zwei Jahren erhielt.

Im neuen Vereinsjahr werden die Hobbyhistoriker bereits am 19. Januar das Kelten- und Römermuseum in Manching besuchen. Der Vereinsausflug führt am 22. Juni in die Schwabenmetropole Augsburg. Dort werden sich die Burgheimer vor allem über die Frauen in der Stadtgeschichte informieren. Zum Marktfest 2019 wird es keine Sonderschau geben. Dafür aber öffnet das Heimatmuseum im Rathauskeller wieder seine Pforte.

Chronik: In Burgheim gab es im 17. Jahrhundert einen Scharfrichter

Nachdem Schatzmeister Günther Lanz seinen Kassenbericht vorgelegt und die Mitglieder dem Vereinsvorstand die Entlastung erteilt hatten, ging es um ein Werk der Vergangenheit für die Zukunft. Bürgermeister Michael Böhm, zugleich Schriftführer des Vereins, will eine neue Ortschronik erstellen. Denn das bisher letzte Werk entstand anlässlich der 650-Jahr-Feier 1986. Ein „Mammutwerk“ könne man nicht stemmen, doch gebe es fachliche Unterstützung zu Recherche oder Arbeiten in Archiven. Dazu ergänzte der ehemalige Vereinsvorsitzende Eberhard Waldrich, dass sich im Nachlass seines Schwiegervaters eine Chronik aus den 1930er Jahren befinde. Gustav Müller war ein bekannter Heimatforscher, der sich auch bei den Ausgrabungen am Burgheimer „Hitzipoint“ in den 1950er Jahren engagierte. Der Aufbau einer Chronik sei in diesem Werk sehr gut dargestellt. Beispielsweise sei im 17. Jahrhundert ein Scharfrichter in Burgheim ansässig gewesen.

Zum Schluss informierte Armin Wall über seinen Messengerdienst zur Ahnenforschung.

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