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Jubilar

15.06.2013

Einer, der Maßstäbe gesetzt hat

Literatur ist sein Leben: Prof. Helmut Koopmann wird 80.
Bild: Christina Bleier

Literaturwissenschaftler Helmut Koopmann feiert heute 80. Geburtstag. Leuchtturm der Universität Augsburg

Einmal im Jahr ist Helmut Koopmann selbst am Augsburger Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft zugegen, teilt im Seminar sein Wissen mit den Studenten. Die Verdienste Koopmanns aber, der 27 Jahre lang Ordinarius für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft (NDL) war, wirken dauerhaft nach. Am heutigen Samstag feiert er seinen 80. Geburtstag.

Bis ins Jetzt ist der Literaturwissenschaftler, geboren am 15. Juni 1933 in Bochum, Augsburg räumlich treu geblieben. 2011 emeritiert, verbrachte er hier den Großteil seiner wichtigsten Forscherjahre. Koopmanns Bücher und Aufsätze aber – insgesamt sind es weit über 200 Schriften – erlangten Aufmerksamkeit in der ganzen Welt. Nicht zuletzt seine Gastprofessuren in Italien, den USA, China, Japan oder Südafrika zeigen diesen Einfluss. „Helmut Koopmann hat zu seiner Zeit weit über Augsburg hinaus als ein Leuchtturm gewirkt“, sagt Prof. Mathias Mayer, Koopmanns Nachfolger und jetziger Inhaber des Lehrstuhls. „Vor allem im Bereich der Editionen – etwa zu Schiller oder Joseph von Eichendorff –, dann zu Thomas und Heinrich Mann hat Helmut Koopmann Maßstäbe gesetzt, die nach wie vor gültig sind.“

Theorien und Methoden stellte Koopmann, einst in Bonn Assistent des richtungsweisenden Germanisten Benno von Wiese, dabei nie so sehr in den Vordergrund, dass sie den eigentlichen Text verdeckten. Er suchte immer auch nach der geistigen Orientierung eines Autors, um dessen Werk zu erschließen. Sein Forschungsgebiet steckt dabei einen weiten Rahmen ab, es reicht von der Weimarer Klassik um Schiller über das Junge Deutschland zu den Manns, Bertolt Brecht und der deutschen Exilliteratur.

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Augsburg als Literaturstandort profitiert bis heute von den Verdiensten Koopmanns: Er holte Persönlichkeiten des literarischen Lebens – wie etwa Marcel Reich-Ranicki oder Wolf Biermann – in die Stadt, hält nach wie vor regelmäßig Vorträge, zuletzt etwa zum Büchersturm der Nationalsozialisten.

Eine Aufsatz-Sammlung als Geschenk des Lehrstuhls

Präzise und erlesen in der Sprache, aber doch allgemein verständlich sind Koopmanns Darlegungen und Aufsätze, von denen anlässlich seines Geburtstags eine neue, gebundene Sammlung erscheint. „Dieses Buch ist das Geschenk des Lehrstuhls zu Helmut Koopmanns 80. Geburtstag“, sagt sein Nachfolger Mathias Mayer. Der Geehrte selbst erklärte sich bereit, die Texte für die Sammlung auszuwählen und zu redigieren. So kommt es, wie Helmut Koopmann im Vorwort betont, „dass in diesem Buch der eigentlich zu Beschenkende selbst der Schenkende ist“.

Die Publikation wird am Montag, 24. Juni, ab 18 Uhr bei einem Festabend in Hörsaal IV der Universität Augsburg vorgestellt. Den Festvortrag zum Thema „Huldigungen. Thomas Mann als Gratulant und Jubilar“ hält Prof. Werner Frick von der Universität Freiburg.

Helmut Koopmann, Eckhard Heftrich (Hrsg.): Nachgefragt – zur deutschen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts, Verlag Vittorio Klostermann, 318 Seiten, 79 Euro.

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