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Augsburg

12.03.2019

Einkaufen: Der Handel zieht den Mobilo aus dem Verkehr

Für den Mobilo wurde anfangs groß geworben. Die Rabattmünze dümpelte aber danach schnall vor sich hin.
Bild: Silvio Wyszengrad (Archiv)

Der Mobilo sollte den Menschen den Einkauf in Augsburg mit Rabatten beim Parken und im Nahverkehr schmackhaft machen. Jetzt ist sein Ende nah.

Der heimische Handel setzt nicht mehr lange auf den Mobilo. Die kleine Münze, die Kunden das Parken und die Fahrt mit Bus und Tram vergünstigt, wird aus dem Verkehr gezogen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter Augsburger Geschäftsleuten.

Händler waren aufgerufen zu sagen, ob sie für den Mobilo noch eine Zukunft sehen. Das ist nicht der Fall. Diese sagte Geschäftsmann Ulrich Mayer, Chef des Tabakwaren- und Spirituosenladens No. 7 in der Steingasse im Wirtschaftsausschuss des Stadtrates. Mayer ist zugleich Vorsitzender des Innenstadtgewerbebeirats. Der Beirat wird gehört, wenn es um die Belange des Einzelhandels in der Augsburger Innenstadt geht.

Der Mobilo verfehlt seinen Zweck

Mayer berichtete den Stadträten über das Ergebnis der Umfrage. Rund 100 Geschäfte und Lokale im Stadtgebiet beteiligen sich gegenwärtig an der Mobilo-Aktion. Neue Geschäfte zu gewinnen, sei nicht mehr zu erwarten. Seit mehreren Jahren gibt es den Mobilo, doch der erhoffte Effekt – ein Anreiz, zum Einkaufen nach Augsburg zu kommen – stellt sich nicht ein. Mayers persönliches Fazit lautet: „Der Mobilo ist konzeptionell gut aufgestellt. Ich wüsste nicht, was man besser machen könnte.“

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Der Mobilo wurde im Jahr 2012 eingeführt. Er dümpelt seit Jahren vor sich hin. Die Rabattmünze wird von den Kunden, die den Mobilo kennen, durchaus geschätzt ( Einkaufen in Augsburg: Kunden kämpfen für den Mobilo). Eine Bürgerumfrage der Stadt ergab aber, dass viele Kunden den Mobilo gar nicht einmal kennen. Andere beklagten, dass sie die Rabattmünze praktisch nie angeboten bekamen. läuft nicht in der Praxis. Der Wert der Münze liegt bei 50 Cent. Wer an der Kasse seine Rechnung begleicht, erhält in teilnehmenden Geschäften den Mobilo. Ladeninhaber entscheiden jedoch selbst über die Handhabe. Das führt zu ganz unterschiedlichen Regelungen. Ein weiterer Haken: Fast alle Filialisten, die in Augsburg vertreten sind, machen nicht mit, weil sie eigene Belohnungssysteme für Kunden haben. Karstadt ist dabei. Hier gibt es die Einschränkung, wonach der Mobilo nur an Kunden mit Kundenkarte ausgegeben wird.

Die Idee funktioniert nicht

Wirtschaftsreferentin Eva Weber sagte, dass der Mobilo kein städtisches Projekt sei. Geboren wurde die Idee von der City Initiative Augsburg (CIA), die jetzt in der Gesellschaft „Augsburg Marketing“ aufgegangen ist. Dass der Mobilo nun eingestellt werden soll, nehme sie zur Kenntnis, sagte Eva Weber: „Man muss dann aber auch konstatieren, dass das System nicht funktioniert.“

Lesen Sie auch: Der Erfolg des Mobilo hängt an den Händlern

Blauäugig sei die Stadt aber nicht an das Projekt herangetragen. Man habe in der Startphase kräftig geworben und von städtischer Seite die CIA mit 30000 Euro unterstützt. Die jüngsten Ergebnisse zeigen jedoch , dass die Akzeptanz des Mobilos nicht gegeben sei. Wie es heißt, sind ein Blutspendedienst am Rathausplatz und das Lokal Ratskeller die einzigen großen Abnehmer.

Heinz Stinglwagner von Augsburg Marketing sagte, dass der Mobilo am Leben gehalten werden könnte. Aber aus seiner Sicht stehe der Aufwand, der dafür betrieben werden müsste, in keiner Relation zum Ergebnis. Wie lange der Mobilo nun noch im Umlauf sein wird, ist derzeit offen.

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