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Augsburg

24.01.2019

Einkaufen in Augsburg: Kunden kämpfen für den Mobilo

Philipp Kaneider, Inhaber von Optik König, ist ein Befürworter des Mobilo und kauft regelmäßig die Münzen. Seine Kunden bekommen mindestens zwei Mobilos mit.
Bild: Bernd Hohlen

Die Augsburger Kundschaft schätzt die Rabatt-Münze fürs Parken und den Nahverkehr. Allerdings vermissen die Verbraucher teils den guten Willen der Händler. Was Geschäftsleute sagen.

Die Grundidee des Mobilo ist einfach: Der Handel in der Innenstadt soll belebt und Kunden eine Entlastung bei den steigenden Kosten für Parkhäuser und den Nahverkehr angeboten werden. Die Umsetzung läuft allerdings nicht so wie erhofft. Aber woran liegt es, dass die Rabatt-Münze nicht von den Kunden angenommen wird? Die Kunden jedenfalls schätzen den Mobilo. Sie vermissen allerdings teils den guten Willen der Händler, die Münze auch an der Kasse auszugeben.

Helga Schalk aus Gessertshausen hat sich nach der Berichterstattung über den Mobilo, der gegenwärtig vor sich dümpelt, gemeldet. Sie sagt: „Ich kaufe gerne in der Innenstadt ein, aber ich brauche dafür eben ein Parkhaus.“ Parken werde immer teurer. „Ich ärgere mich darüber, dass der Handel in der Innenstadt zurückgeht, aber keiner aktiv etwas dagegen unternimmt. Wer möchte schon so teuer parken?“, fragt sie.

Kundin: Mobilo hilft Geschäften

Der gleichen Meinung ist Helga Hofmeier aus Westheim. Sie selber stellt immer wieder fest, dass ihre Enkel viel im Internet bestellen, auch wenn diese Dinge oft leicht in der Innenstadt erhältlich wären. „Wir müssen die Geschäfte, die wir in Augsburg haben, auch pflegen“, ergänzt sie. Der Mobilo ist für die beiden Kundinnen ein Aspekt, der die Attraktivität der Innenstadt erhöht.

Einkaufen in Augsburg: Kunden kämpfen für den Mobilo

Dies war der Hintergedanke, als im Jahr 2012 der Mobilo eingeführt wurde. Der Mobilo funktioniert alledings in teilnehmenden Geschäften höchst unterschiedlich. „Wir haben den Mobilo etwas einschlafen lassen“, erklärt Christoph Sieber, Prokurist bei Juwelier Herbert Mayer. „Unsere Kunden kaufen Produkte in einem hochwertigen Bereich und zahlen entsprechend viel.“ Ihnen eine Parkmünze im Wert von 50 Cent mitzugeben, habe als Instrument im Juweliergeschäft nicht funktioniert. Sieber stellt fest: „Wenn man so ein Instrument dann nicht regelmäßig anwendet gerät es schnell in Vergessenheit.“ Doch selbst wenn das Konzept grundsätzlich zu einem Geschäft passt, bedeutet dies nicht automatisch, dass die Kunden den Mobilo nutzen können.

Man muss nach dem Mobilo fragen

Helga Schalk passiert es immer wieder, dass sie sich selbst aktiv nach dem Mobilo erkundigen muss. „Ganz egal, wo ich einkaufe, ich habe es noch nie erlebt, dass eine Verkäuferin gefragt hat, ob ich mit dem Auto da bin“. Auch Helga Hofmeier hat bisher selbst nachhaken müssen, ob sie einen Mobilo für ihren Einkauf erhält. „Und dann wurde erst in einer Schublade gegraben,“, ärgert sie sich. Helga Schalk schildert ein weiteres persönliches Erlebnis. Sie habe einmal versucht, in einem Geschäft nachträglich die Münze für ihren Einkauf zu erhalten: „Das ging dann aber nicht mehr.“

Philipp Kaneider, Augenoptikermeister bei Optik König, ist ebenfalls der Meinung, dass der Erfolg sehr stark von den Händlern abhänge: „Wir kaufen regelmäßig die Münzen nach und geben unseren Kunden immer welche mit.“ Kaneider hat, wie er berichtet, in anderen Geschäften erlebt, dass er erst auf Nachfrage einen Mobilo erhalten habe oder die Verkäufer zunächst danach suchen mussten. Bei Optik König bekomme jedenfalls der Kunde mindestens zwei Münzen mit, da der Einkauf einer Brille meist mit höheren Kosten verbunden sei.

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