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"Alles Quatsch"

21.10.2011

Elefant verletzt Pfleger schwer: Zoo weist Peta-Vorwürfe zurück

Elefant Sabi verletzte am Donnerstag einen Pfleger im Augsburger Zoo.
Bild: Silvio Wyszengrad

Ein Elefant im Augsburger Zoo hat einen Pfleger schwer verletzt. Die Tierschützer von "Peta" sind sicher: Es war eine bewusste Attacke. Der Zoo weist alle Vorwürfe weit von sich.

Es ist immer noch unklar, ob die schweren Verletzungen eines Tierpflegers durch einen Elefanten im Augsburger Zoo durch einen Unfall oder einen Angriff des Tieres entstanden sind. Die Tierschutzorganisation "Peta" allerdings ist sicher, dass es ein bewusster Angriff des Elefanten war. Die Attacke sei vorhersehbar gewesen, denn durch die Haltung im sogenannten "Direkten Kontakt" würden die Tiere durch physische Gewalt von ihrem Tierpfleger dominiert und unterworfen, schreibt "Peta" in einer Pressemitteilung.

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"Elefanten werden gedemütigt und geschlagen"

"Elefanten werden in vielen deutschen Zoos und Tierparks gedemütigt und geschlagen. Weil sie das ihr Leben lang nicht vergessen, kommt es immer wieder zu Angriffen der Tiere", sagt Bernd Hoffmann, Zoo-Experte der "Peta". Auch in Deutschland müsse endlich auf den Einsatz von Elefantenhaken und das System der Unterwerfung verzichtet werden, fordert Hoffmann.

Zoo: Keine Schläge, keine Gewalt

Der Augsburger Zoo weist die Vorwürfe der Tierschutzorganisation weit von sich. Wilhelm Möller, Kurator des Zoos, bestätigt zwar, dass im Augsburger Zoo nach dem Prinzip des sogenannten "Hands-On", der Pfleger ist also im direkten Kontakt mit dem Tier, gehandelt werde, Schläge oder Gewalt kämen aber nie vor: "Das ist alles Quatsch, dass die Elefanten hier geschlagen werden", sagt Möller im Gespräch mit augsburger-allgemeine.de. Im Umgang mit den Tieren sei "keinerlei Druck" dabei. "Der Cheftierpfleger wird von den Elefanten zwar als Chef der Gruppe anerkannt, aber nicht durch Gewalt, sondern durch positive Konditionierung", sagt Möller, der überzeugt ist, dass der Vorfall ein Unfall war. "Nach dem Unfall hat Elefant Sabi keinerlei Aggressionen gegenüber dem Pfleger gezeigt", sagt Möller.

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Standpunkte zu weit auseinander

Die Vorwürfe der "Peta" überraschen Möller nicht. Die Organisation sei einfach grundsätzlich gegen Zootierhaltung. "Eine sachliche Argumentation ist mit Peta nicht möglich", sagt Möller. Die Standpunkte zwischen Zoo und "Peta" seien "einfach zu weit auseinander", meint auch Gregor Weimer, kaufmännischer Leiter des Zoos. Die Anschuldigung, die Tiere würden oft angekettet, weist Kurator Wilhelm Möller ebenfalls zurück. "Bei uns werden die Elefanten nur zum Duschen angekettet." Bislang habe man auch noch nie ein Problem mit den Elefanten gehabt.

Man habe die Art der Haltung zwar auch in Augsburg diskutiert, ein Umbau zu einer offenen Anlage sei aber eigentlich unmöglich, so Möller. "Wir können das hier so nicht machen, dazu müssten wir alles umbauen."

Beim Ausmisten schwer verletzt

Am Donnerstag war ein 43-jähriger Pfleger des Zoos von Elefantenkuh Sabi schwer verletzt worden. Beim Ausmisten war der Mann von Sabi mit einem Stoßzahn schwer verletzt worden und an eine Wand gedrückt worden. Laut Zoo gab es keine Augenzeugen des Vorfalls. Es ist unklar, warum das mehrere hundert Kilo schwere Tier den Pfleger einquetschte. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. "Wir gehen davon aus, dass seine Lage stabil ist", sagt Gregor Weimer. Laut Wilhelm Möller wurde der Pfleger in ein künstliches Koma versetzt. Am Samstag oder Sonntag soll er laut Möller geweckt werden.

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