1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Eltern-Taxis: Appelle alleine fruchten nicht

Eltern-Taxis: Appelle alleine fruchten nicht

heinzle.jpg
Kommentar Von Jörg Heinzle
16.09.2019

Eigentlich weiß jeder, dass die Kinder zur Schule gehen sollten. Trotzdem werden viele gefahren.

Es ist so ähnlich wie bei den scheinbar verpönten Großstadt-Geländewagen, über die derzeit ständig diskutiert wird. Viele kritisieren die SUVs – und doch sind sie nach wie vor ein Verkaufsrenner. Auch die Eltern-Taxis haben keinen guten Ruf. Eigentlich scheint sich alle Welt einig, dass Kinder am besten zu Fuß zur Schule gehen. Und doch staut sich dann jeden Morgen der elterliche Schüler-Bring-Verkehr vor den Grundschulen der Stadt.

Ausreden gibt es genug – vom Wetter über morgendlichen Stress bis zu den Gefahren, die für Kinder auf dem Schulweg lauern. Angst taugt als Begründung fürs Eltern-Taxi aber nicht. Das Risiko eines Kindes, auf dem Schulweg zu verunglücken, ist gering. Einen tödlichen Unfall gab es in ganz Nordschwaben zum Glück seit über einem Jahrzehnt nicht mehr.

Wenn die Appelle gegen Eltern-Taxis ohne Wirkung verhallen, dann bleibt nur ein strengeres Vorgehen: Parkplätze vor Schulen streichen, Straßen vor Schulen teilweise zu sperren – und streng zu kontrollieren. Klingt unrealistisch? Nicht unbedingt, man muss es nur wollen. Wie sollen Kinder es auch sonst lernen, sich sicher und selbstständig im Straßenverkehr zu verhalten? Vielleicht erst in der Fahrschule? Und so ganz nebenbei ist es auch ein ganz einfacher Beitrag zum Klima- und Umweltschutz, wenn man statt mit dem Eltern-Taxi zu Fuß unterwegs ist.

Lesen Sie dazu den Bericht: Polizei kontrolliert Eltern-Taxis vor Augsburger Schulen (Plus+)

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

16.09.2019

Straßen vor Grundschulen sperren und Parkverbote. Das ist mal eine intelligente Lösung. Die Kinder werden dann möglicherweise an noch riskanteren Punkten aus dem Auto geschickt und durch einen Unfall verletzt. Dann hat sich das Problem mit "in die Schule bringen" von selbst erledigt.

Permalink
16.09.2019

>> Das Risiko eines Kindes, auf dem Schulweg zu verunglücken, ist gering. Einen tödlichen Unfall gab es in ganz Nordschwaben zum Glück seit über einem Jahrzehnt nicht mehr. <<

Was sind dann die Gründe?

>> Wenn die Appelle gegen Eltern-Taxis ohne Wirkung verhallen, dann bleibt nur ein strengeres Vorgehen: Parkplätze vor Schulen streichen, Straßen vor Schulen teilweise zu sperren – und streng zu kontrollieren. <<

Auch hier wäre Videoüberwachung ein Ansatz - man braucht nur ein hoch auflösendes Objektiv und die Sache wird zum Bürojob. Und man müsste sich halt auch mal trauen, verkehrsgefährdende Tatbestände als solche in den Bußgeldbescheid zu schreiben.

Aber leichter jagt man Parkzeitüberschreitungen auf legalen Parkplätzen...

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren